
Im Juni wurden in der zur Stadt Yichang gehörenden Gemeinde Zigui in der Provinz Hubei in Zentralchina in einer Felsenhöhle am Ufer des Yangtse drei alte "hängende Särge" entdeckt.
Der Fund wurde von Mitarbeitern der lokalen Behörde für Kulturerbe gemacht. Die Mitarbeiter waren zur Erforschung und Rettung alter Ruinen entlang des Yangtse gekommen, bevor diese im Rahmen der zweiten Phase des Drei-Schluchten-Staudammprojektes für immer in den Fluten untergehen.
Die Holzsärge stammen vermutlich vom legendären Ba-Volk, von dem angenommen wird, dass es während der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v.Chr.) das riesige Gebiet der heutigen Provinzen Süd-Shaanxi, Hubei und Ost-Sichuan und der Stadt Chongqing bewohnte, so Experten.
Jeder der beiden Särge birgt ein komplettes menschliches Skelett, gekleidet in Seidenkleidern und eingewickelt in Bambusblätter.
Außerdem wurden in den Särgen zahlreiche Grabbeilagen, wie Wein- oder Lebensmittelbehälter aus Bronze, Waffen, wie beispielsweise Bronzespeere und die chinesische "Ge" (alte chinesische Waffe mit einem langen Griff und einer geraden Klinge), Bögen und Pfeile aus Bambus sowie Bogenbehälter gefunden.
Auf den Kleidern der Toten wurden Bilder von Tigern, die das Hauptsymbol des Ba-Volkes zu sein gewesen scheinen, gefunden. Außerdem entdeckte man derartige Abbildungen auf Waffen und einer Reihe von Bestattungsobjekten, so Mei Yunlai, ein lokaler Archäologe und Kurator der Quyuan-Gedenkhalle und des Museums.
Laut Mei, liefern die Funde in diesen Särgen wertvolle Hinweise zum geheimnisvollen Ba-Volk, das nur spärliche schriftliche Beweise seiner Existenz hinterlassen hat.
(China Daily/Übersetzt von China.org.cn, 06. August 2003)