14,5 Mrd. US-Dollar Handelsbilanzüberschuss im Juni

Den vom chinesischen Handelsministerium am Montag bekannt gegebenen Statistiken zufolge betrug die aktive Handelsbilanz Chinas im Juni 14,5 Milliarden US-Dollar. Dies ist ein neuer Rekord in der stets aktiven Handelsbilanz in den letzten 26 Monaten. Der chinesische Handelsbilanzüberschuss im ersten Halbjahr erreichte 61,4 Milliarden US-Dollar, 54,9 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Laut Statistiken des Hauptzollamtes betrug das Exportvolumen Chinas im Juni 81,3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs ist das ein Anstieg um 23,4 Prozent. Das Importvolumen im Juni lag bei 66,8 Milliarden US-Dollar, 18,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Von Januar bis Juni hat China Waren im Wert von 428,6 Milliarden US-Dollar exportiert. Das Volumen ist um 25,2 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahrs gestiegen. Demgegenüber betrug das Importvolumen 367,2 Milliarden US-Dollar, 21,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

"Die chinesische Industrie verfügt über eine starke Exportkapazität. Der Überschuss durch die weiterverarbeitende Industrie macht einen großen Anteil des Handelsbilanzüberschusses aus", sagte Li Yushi, Vizedirektor des Instituts für Internationale Wirtschafts- und Handelskooperation des Handelsministeriums. Ausländische Investoren zeigen weiterhin großes Interesse für Chinas Industrie. Der Überschuss aus dem Außenhandel stammt zum Großteil aus ausländischen Investitionen.

Li meinte, die Wertschöpfung der Investitionen in Chinas Industrie stieg in den letzten 20 Jahren ständig und betrage bereits 50 Prozent. In den 1980er Jahren wurden die Waren, deren Rohstoffe um 100 US-Dollar importiert wurden, um 107 US-Dollar exportiert. Heute können verarbeiteten Waren unter der gleichen Bedingung zu einem Preis von 150 US-Dollar exportiert werden. Aus diesem Grund fließen hohe Investitionen in die weiterverarbeitende Industrie.

Der extensive Wirtschaftswachstumsmodus in China verändere sich nicht. Die rasche Steigerung des Exports und des Handelsüberschusses auf Basis der energieintensiven und ineffizienten Produktion bringe Risiken mit sich, sagte Zhuang Jian, ein anerkannter Wirtschaftsexperte der Asiatischen Entwicklungsbank. "Vor diesem Hintergrund wird der Handelsüberschuss nicht lange beibehalten werden. Falls sich das Wachstum verlangsamt, wird es zu Deflation und einer Zunahme der faulen Kredite führen. Wenn diese Probleme und Energiemangel zu einem Zeitpunkt konzentriert auftreten, wird dies zu wirtschaftlicher Instabilität führen."

Um die Investitionen zu beschränken und den Export zu bremsen, müsse die Wirtschaft das inländische Potential ausschöpfen. Aber die inländische Kaufkraft ist noch immer niedrig. Zhuang meinte, dass die zuständigen Behörden nach der Analyse der wirtschaftlichen Daten die Makrosteuerung weiter verstärken werden.

Er meinte, der Handelsbilanzüberschuss sei in diesem Jahr noch größer als im Vorjahr. Seit Juni kursieren Gerüchte, dass die chinesische Regierung die Exportvergütung für einige Branchen abschaffen oder reduzieren werde. Davon werden die Leicht-, Textil-, Hütten-, Strahl- sowie Maschinenbauindustrie betroffen sein. Dadurch soll die Exportzunahme gebremst werden. Zhuang erwartet die Bekanntgabe diesbezüglicher Maßnahmen in Kürze.

(China.org.cn, Shanghai Securities News, 12. Juli 2006)