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BIP-Zuwachs erreicht 11,5% in ersten 9 Monaten

german.china.org.cn          Datum: 26. 10. 2007

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Chinas Bruttoinlandsprodukt erreichte einen Zuwachs von 11,5 Prozent in den ersten neun Monaten im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraum im letzten Jahr, teilte das Staatliche Statistikamt (National Bureau of Statistics, NBS) am Donnerstag mit.

Das BIP stieg im dritten Quartal um 11,5 Prozent, was einen Abfall im Vergleich zum Prozentsatz 11,9 des zweiten Quartals, jedoch einen Anstieg im Vergleich zum Prozentsatz 11,1 des ersten Quartals bedeutet.

Die Zahl liegt weit höher als das offiziell angestrebte Wachstum von acht Prozent für das gesamte Jahr und lässt erkennen, dass China auf dem Weg zu einem zweistelligen Wachstum für das fünfte Jahr in Folge ist.

Song Guoqing, ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler an der Peking-Universität, erklärt, die Reduzierung von Exporten habe zu der BIP-Abschwächung geführt.

Die chinesische Regierung regulierte ihre Exportrabatt-Maßnahmen von Juli durch Reduzierung oder Streichung von Zollrückvergütung für Produkte, die von Kleidung bis hin zu Spielzeug reichten.

"Tatsache ist, dass Händler so viele ihrer Güter wie möglich vor der neuen Exportpolitik exportiert haben", so Song. "Daher war der Anstieg des BIPs mit 11,9% im zweiten Quartal und 11,5% im dritten Quartal zu verzeichnen."

"Insofern muss man die Oktober-Statistik abwarten, um den Einfluss der Drosselungsmaßnahmen zu ersehen", erklärt Song.

Laut dem NBS veränderte sich der Außenhandel des Landes um 23,5% zu 1,57 Milliarden Dollar, was 0,8 Prozentpunkte niedriger ist als im Vorjahr.

Die Exporte, die Hauptantriebskraft der Wirtschaft Chinas, stiegen um 27,1 Prozent auf 878,2 Milliarden US-Dollar um 0,6 Prozentpunkte, während der Außenhandelsüberschuss eine Höhe von 185,7 Milliarden US-Dollar erreichte.

Trotz der kontinuierlichen Aufwertung des Yuan gegenüber dem US-Dollar und dem Durchbrechen der 7,5-Marke zu einem US-Dollar am Mittwoch steigen die Export weiterhin, da die Hälfte der Güter von auslandsfinanzierten Unternehmen, die den Dollar zur Transaktionsabrechnung verwenden, exportiert würden, so Experten.

China bleiben wenig Optionen außer der Drosselung von Investitionen, einem Hauptfaktor für das BIP-Wachstum gleich hinter dem Außenhandel, sagt Zhuang Jian, Chefökonom der Resident Mission der Asiatischen Entwicklungsbank.

Die Zentralbank wird wohl weiterhin den Zinssatz oder den Mindestreservensatz für Geschäftsbanken anheben, um die Investitionskosten zu erhöhen, meint er.

Die chinesische Volksbank gab bekannt, den Mindestreservensatz ab dem 25. Oktober um einen halben Prozentpunkt auf 13 Prozent für Geschäftsbanken anzuheben.

Dies ist bereits das achte Mal in diesem Jahr und nur einen Monat nach der siebten Erhöhung um einen halben Prozentpunkt am 25. September.

Unterdessen dürfte China ein bis zwei Zinserhöhungen bis zum Jahresende tätigen, um Investitionen zu drosseln, schätzt Song.

China erhöhte zum fünften Mal in diesem Jahr den Zinssatz für Einlagen und Kredite mit einjähriger Laufzeit um 27 Basispunkte auf 3,87 Prozent bzw. 7,29 Prozent ab dem 15. September mit dem Versuch, die zunehmende Inflation zu drosseln und die Kontrolle über überschüssige Liquidität zu stärken.

Laut dem NBS erreichte Chinas BIP 16,6 Billionen Yuan in den ersten drei Quartalen mit einer Wachstumsrate um 0,7 Prozentpunkte höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 2006.

Der primäre Wirtschaftssektor verzeichnete 1,82 Billionen, der sekundäre 8,35 Billionen und der tertiäre 6,44 Billionen Yuan an Wertzuwachs in den ersten drei Quartalen, mit einem Wachstum des sekundären Sektors, eingeschlossen Fabrikation, Bergbau und Baugewerbe, um 13,5 Prozent, 0,2 Prozentpunkte höher als im gleichen Zeitraum des Jahres 2006.

Der primäre Wirtschaftssektor verbuchte eine Wachstumsrate von 4,3 Prozent, der tertiäre Sektor, eingeschlossen Transport, Telekommunikation, Gastronomie, Tourismus, Bankwesen und Versicherungswesen, verzeichnete einen Anstieg von 11 Prozent.

Das NBS gab außerdem am Dienstag bekannt, dass Chinas Verbraucherpreisindex (VPI), das wichtigste Maß für Inflation, in den ersten neun Monaten um 4,1 Prozent über den des gleichen Zeitraums des Vorjahres angestiegen sei.

Der VPI sank geringfügig auf 6,2 Prozent im September nach dem Anstieg auf ein Hoch von 6,5 Prozent im August. Trotz des leichten Abfalls im September stieg der VPI in den ersten neun Monaten um weitere 0,2 Prozentpunkte von 3,9 Prozent von Januar bis August.

Der jährliche VPI-Anstieg könnte bei 4,5 Prozent liegen, meinte Yi Gang, Assistent des Präsidenten der chinesischen Volksbank bzw. der Zetralbank auf einer Tagung in Hong Kong am Mittwoch. Die Zentralbank würde abwarten, ob der VPI-Zuwachs nachlasse und mit dem Einlagensatz abgeglichen werde, bevor sie weitere Erhöhungen in Betracht zöge.

Chinas Leitzinssatz für Einlagen mit einjähriger Laufzeit beläuft sich auf 3,87 Prozent. Viele Menschen hoben ihre Bankeinlagen ab, um an der Börse zu spekulieren, wo Preise um nahezu 10 Prozent innerhalb eines Handelstages ansteigen könnten.

Lebensmittelpreise stiegen um 10,6 Prozent in den ersten neun Monaten, so das NBS.

Getreidepreise erhöhten sich um 6,3 Prozent, Preise für Fleisch und Geflügel um 29,1 Prozent, für Eier um 26,2 Prozent, für Wasserprodukte um 4,6 Prozent und für frisches Gemüse um 3 Prozent, doch fielen die Preise für frisches Obst um 3,3 Prozent.

Einzelhandelspreise für Bedarfsartikel stiegen um 3,2 Prozent in den ersten neun Monaten, die Erzeugerpreise für Fabrikationswaren erhöhten sich um 2,7 Prozent, und die Abnehmerpreise für Rohmaterial, Brennstoff und Strom um 3,8 Prozent.

Zhu Zhixin, stellvertretender Direktor der chinesischen Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC), sagte, dass ca. 86 Prozent bzw. 3,5 Prozentpunkte des Anstiegs auf die Erhöhung der Lebensmittelpreise zurückzuführen seien. Er schätzt, dass die Preise für Agrarerzeugnisse, die einen drastischen Anstieg des VPI verursachen und Besorgnis der Inflation hervorrufen, weiterhin hoch bleiben werden.

Am Rande des gerade zuende gegangenen Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas sieht Zhou Xiaochuan, Direktor der chinesischen Volksbank,das Beschäftigungswachstum als höhrere Priorität als die Inflationsvosorge in makroökonomische Kontrollen und als die Nachbesserung finanzieller politischer Maßnahmen.

Er sagte, die Zetralbank würde weiterhin vorsichtige finanzielle Maßnahmen durchführen, um eine koordiniertere ökonomische Entwicklung zu erleichtern und die Konsumentwicklung zu unterstützen.

"Die Regierung dürfte die Zinssätze ein bis zwei Mal bis zum Jahresende erhöhen, um Investitionen zu drosseln", schätzt Song Guoqing, Wissenschaftler an der Peking-Universität.

Trotz des leichten Abfalls des VPI im September, der hauptsächlich auf geringere Preise für Schwein zurückzuführen war, war dieser noch instabil und der Abwärtstrend könnte dauerhaft sein, meint er.

Quelle: Xinhua

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