Home>Wirtschaft Schriftgröße: klein mittel groß

China: Treibt Kreditvergabe die Inflation an?

german.china.org.cn          Datum: 15. 05. 2008

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Kreditvergabe in der chinesischen Landeswährung Yuan ist im April leicht auf 14,7 Prozent zurückgegangen. Allerdings betrug das Volumen der Kreditvergabe in den ersten vier Monaten nahezu die Hälfte des für dieses Jahr festgelegten Ziels. Dies führte zu Besorgnis, dass übermäßige Kreditvergabe die Inflation in diesem Jahr weiter antreiben könnte.

Das verheerende Erdbeben in Südwestchina vom Beginn dieser Woche, werde die Wirtschaftspolitik der Regierung zusätzlich erschweren, meinen Analysten.

Die Kreditvergabe in der chinesischen Währung Yuan ist im April im Vergleich zum selben Vorjahrsmonat um 14,7 Prozent gewachsen. Im März hatte das Wachstum 14,62 Prozent betragen, erklärte die Zentralbank in einer Stellungnahme. Allerdings hat das Volumen der neu vergebenen Kredite im April 463,9 Milliarden Yuan erreicht, im Vergleich zu 283,4 Milliarden Yuan im März und 422 Milliarden Yuan im April 2007. Durch diesen Anstieg sehen sich die Entscheidungsträger unter starkem Druck, die Kreditvergabe einzuschränken.

Die neu in der chinesischen Landeswährung vergebenen Kredite haben in den ersten vier Monaten 1,79 Billionen Yuan erreicht. Dies entspricht fast der Hälfte der Gesamtsumme, der im vergangenen Jahr neu vergebenen Kredite. Die chinesische Zentralbank fordert, dass das Volumen der in diesem Jahr neu vergebenen Kredite nicht das Volumen des vergangenen Jahres überschreitet.

Darüber hinaus ist im April auch die Geldmenge weiter angewachsen. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Geldmenge M2 hat sich von 16,3 Prozent im März auf 16,94 Prozent im April beschleunigt. Die Geldmenge M1 ist im April um 19,05 Prozent gewachsen. Im März hatte ihr Wachstum bei 18,25 Prozent gelegen.

"Die Behörden wollen in diesem Jahr die Zügel anziehen, aber bisher ist der Effekt nicht sonderlich befriedigend gewesen", sagt Zhang Jun, Leiter des chinesischen Zentrums für Wirtschaftsstudien bei der Fudan Universität in Shanghai.

Das Erdbeben in der Provinz Sichuan und den angrenzenden Regionen könnte die ohnehin schon hohe Inflation noch weiter anheizen. Allerdings glauben viele Ökonomen, dass der Anstieg nur unbedeutend seien wird. Sichuan ist eins der größten Getreideanbaugebiete in China und die Lebensmittelpreise sind eine der Hauptantriebskräfte der Inflation in China.

"Dies erfordert straffere politische Maßnahmen, aber der Wiederaufbau in den stark betroffenen Regionen erfordert relativ entspannte Währungspolitik. Darüber hinaus sind Kapitalzuführungen notwendig, um die lokale Wirtschaft wieder aufzubauen", sagt Zhang.

Auch die steigenden internationalen Preise für bedeutende Waren wie Öl und landwirtschaftliche Produkte würden sich negativ auf die chinesischen Anstrengungen zur Eindämmung der Inflation auswirken, sagte Zhang abschließend.

Quelle: China Daily

Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur

Kommentar schreiben
Kommentar
Ihr Name
 
Kommentare
Keine Kommentare.
mehr