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| german.china.org.cn Datum: 23. 06. 2008 |
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Als im Jahr 2006 der chinesisch-amerikanische strategische Wirtschaftsdialog ins Leben gerufen wurde, erwartete man weithin, dass die zweimal jährlich stattfindenden Gespräche vor allen Dingen langfristige Probleme ansprechen würden.
Bei ihrer Gründung saßen den Gesprächen die damalige stellvertretende chinesische Premierministerin Wu Yi und der amerikanische Finanzminister Henry Paulson vor. Die Verringerung des chinesischen Handelsbilanzüberschusses gegenüber den USA war damals eines der Hauptthemen. Als Paulson nun am vergangenen Dienstag mit dem neuen stellvertretenden chinesischen Premierminister Wang Qishan in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland zusammentraf, hatte der durch den Handelsbilanzüberschuss entstandene Druck spürbar nachgelassen. Ein Trend der auch in den kommenden Monaten anhalten wird, meinen Experten.
In den ersten vier Monaten des Jahres betrugen die chinesischen Exporte in die USA 74,31 Milliarden US-Dollar, geht aus den jüngsten Statistiken des chinesischen Hauptzollamtes hervor. Damit stiegen die Exporte lediglich um 6,9 Prozent im Jahresvergleich, ein Rückgang um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In dem selben Zeitraum haben die chinesischen Importe aus den USA um 25,6 Prozent auf 28,04 Milliarden US-Dollar zugelegt, 7,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Nach amerikanischen Angaben ging der chinesische Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA im März um 12,4 Prozent auf 16,1 Milliarden US-Dollar zurück, den niedrigsten Wert seit zwei Jahren.
Experten schreiben den Rückgang des chinesischen Handelsbilanzüberschuss der amerikanischen Hypothekenkrise und der damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Verlangsamung zu.
"Die amerikanische Inlandsnachfrage nimmt aufgrund der Hypothekenkrise ab", erklärt Li Jiang von der chinesischen Akademie für internationalen Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Außerdem habe China eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Export von rohstoffintensiven und umweltverschmutzenden Produkten zu reduzieren, fügt Hu Yanni, ein Analyst bei CITIC China Securities, hinzu.
Darüber hinaus nehmen die Importe kontinuierlich zu. So bereitete sich zum Beispiel während des Wirtschaftsdialogs eine chinesische Wirtschaftsdelegation auf eine US-Reise vor, um amerikanische Waren im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu kaufen.
Die amerikanische Nachfrage werde sich aber kaum verbessern, solange das Hypothekenproblem nicht gelöst ist, stimmen Experten überein.
Die chinesischen Exporte in die USA werden in Hinsicht auf die wirtschaftliche Verlangsamung nicht so schnell zunehmen wie in den vergangenen zwei Jahren, sagt Li voraus. "Es ist nicht zu erwarten, dass die Exporte in die USA in der zweiten Jahreshälfte um mehr als 10 Prozent wachsen", sagt Li weiter. "Es ist unwahrscheinlich, dass der Handelsbilanzüberschuss im Verhältnis zum vergangenen Jahr stark zunimmt."
Die wichtigste Frage im Handel zwischen beiden Ländern, die China und die USA angehen müssen, sei der wachsende Druck für wirtschaftlichen Protektionismus, erklärte der amerikanische Handelsminister Carlos Gutierrez im vergangenen Monat gegenüber China Daily. "Ich denke, wir sehen uns in unseren jeweiligen Inlandsmärkten ähnlichen Problemen gegenüber. Einige Fragen mögen unterschiedlich sein, aber ich denke ein gemeinsames Problem ist, dass wir uns Druck für wirtschaftlichen Protektionismus und Isolationismus gegenüber sehen", erklärte Gutierrez.
Quelle: China Daily
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