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Chinas Wachstum auch in zweiter Jahreshälfte stabil

german.china.org.cn          Datum: 21. 07. 2008

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China werde in der zweiten Jahreshälfte keinen scharfen Einbruch seines Wirtschaftswachstums erleben, da Investitionen und Konsum voraussichtlich ansteigen und das schwächere Exportwachstum teilweise ausgleichen werden, erklärten Wirtschaftswissenschaftler.

Die Zentralregierung werde ihre straffe Währungspolitik in der nahen Zukunft vermutlich nicht lockern, sie werde aber von einer Anhebung der Zinsen Abstand nehmen. Außerdem sei es möglich, dass das Land finanztechnische Maßnahmen ergreife, darunter zum Beispiel eine Anhebung der Steuerermäßigungen, um den Export zu fördern, fügten die Ökonomen hinzu.

Die Investitionen auf dem chinesischen Festland würden sich bald erholen, da die Wiederaufbaumaßnahmen in den durch das Erdbeben im Mai zerstörten Regionen begonnen haben.

Die Anlageinvestitionen in den Städten seien im Juni um 29,5 Prozent angestiegen, nachdem sie in den ersten fünf Monaten 25,6 Prozent zugelegt hätten, teilte das nationale Statistikamt mit. In der ersten Jahreshälfte sind die Investitionen in den Städten um 26,3 Prozent angestiegen, 0,4 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

"Investitionen sind immer noch das wichtigste Mittel der Regierung, um auf Veränderungen der externen Nachfrage zu reagieren", sagt Huang Yiping, Chefökonom für den Raum Asien bei der Citigroup in Hong Kong. "Die Regierung hat vermutlich bereits im Juni die Ausgaben für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben in der Provinz Sichuan angehoben."

Während eine schwächere externe Nachfrage Investitionen in die herstellende Industrie verlangsamt, können sich Investitionen in die Infrastruktur, Urbanisierung, Entwicklung von Rohstoffquellen und Umweltschutz entwickeln, sagte Huang weiter.

Außerdem konnte der Konsum in der ersten Jahreshälfte einen kräftigen Zuwachs verzeichnen. Der Einzelhandelsumsatz stieg um 21,4 Prozent, 6 Prozent mehr als in dem selben Zeitraum des Vorjahres, teilte das Statistikamt weiter mit. Im Juni erreichte die Wachstumsrate 23 Prozent, der schnellste Zuwachs seit das Amt im Jahr 1999 begonnen hat, diese Zahlen zusammenzustellen.

Die Nettoeinkommen der Städter stiegen in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 Prozent auf 8065 Yuan (747 Euro).

Große Investmentbanken wie Goldman Sachs und JP Morgan Chase senkten gestern ihre Prognosen für das chinesische Wirtschaftswachstum in diesem Jahr, da sie mit einem weiteren Rückgang der Exporte rechnen.

Die chinesischen Exporte nahmen aufgrund des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs und der Aufwertung des Yuan im ersten Halbjahr um 21,9 Prozent zu, 5,7 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2007.

Goldman senkte seine Prognosen für das chinesischen Wirtschaftswachstum im Jahr 2008 von 10,5 Prozent auf 10,1 Prozent. JP Morgan Chase korrigierte seine Prognose von ebenfalls 10,5 Prozent auf 10,2 Prozent.

Goldman erwartet in diesem Jahr keine Anhebung der Leitzinsen durch die chinesische Volksbank. Standard Chartered schloss sich der Prognose von Goldman an.

Im Rahmen der geldpolitischen Maßnahmen in der zweiten Jahreshälfte erwarten die Ökonomen eine weitere Einschränkung der Kreditvergabe durch die Geschäftsbanken und eine langsamere Aufwertung des Yuan.

Stagflationsrisiko

"Eine Lockerung der Geldpolitik bringt das Risiko einer Stagflation mit sich, daher wird es im Rest des Jahres keine Lockerung geben", erklärte China Galaxy Securities in einer Mitteilung. "Die mögliche Änderung der politischen Richtung könnte eine Anpassung der Steuerermäßigungen für Exporteure in Ostchina umfassen, die um ihr Bestehen kämpfen."

Goldman argumentierte, dass die Regierung die Einfuhrumsatzsteuer und die Mehrwertsteuer auf Anlageinvestitionen senken sowie die Einkommensteuer reduzieren und rationalisieren sollte.

"Wir rechnen mit der Einführung einiger dieser Maßnahmen und weiteren unterstützenden finanzpolitischen Maßnahmen Anfang kommenden Jahres, wenn der Inflationsdruck nachgelassen hat", erklärte Goldman weiter.

Quelle: Shanghai Daily

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