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22. 10. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Chinesischer Goldhersteller will im Ausland investieren

Die China National Gold Group will Niederlassungen in Zentralasien, Russland und Afrika aufbauen. Dies ist Teil ihrer Investitionsstrategie im Ausland.

"Wir ziehen derzeit zwei neue Edelmetallprojekte in diesen Regionen in Betracht und wollen die Verträge dazu zu Beginn 2010 abgeschlossen haben", sagte Tong Junhu, eine Manager von China Gold aus Übersee.

Chinas größter Goldhersteller berichtete von bahnbrechenden Erfolgen in Russland und der Mongolei, wollte jedoch auf Anfragen keine weiteren Informationen geben.

Traditionellerweise investieren chinesische Bergbauunternehmen vorzugsweise in Australien und Kanada.

Nach Angaben des Wirtschaftsprüfers Ernst & Young investiert China zu 60 Prozent in Australien. Auf Kanada entfallen nur 32 Prozent.

Obwohl rohstoffreiche, entwickelte Länder wie Australien und Kanada über eine ausgereifte Infrastruktur und ein funktionierendes Rechtssystem verfügen, erschweren volatile Preise und steigender Protektionismus chinesischen Investoren den Abschluss von Geschäften in diesen Regionen.

"Rohstoffvorkommen werden von Käufern und Verkäufern unterschiedlich bewertet. Reichhaltige Vorkommen sind schwer zu finden", sagte Mike Elliott, Leiter des globalen Bergbau- und Metallsektors bei Ernst & Young.

"Im Hinblick auf Investitionen sank die Risikobereitschaft ebenfalls. Die Prüfungsmethoden sind heutzutage strenger und die meisten Projekte werden in der Due Diligence Phase verworfen."

Im Oktober wurde die Baosteel Group, Chinas größter Stahlhersteller von der australischen Regierung aufgefordert, seine Bewerbung um die Investition von 240 Millionen US-Dollar (161 Millionen Euro) für einen 15 Prozent Anteil an der Eisenerzunternehmung Aquila Resources nochmals einzureichen.

Im September forderte das australische Foreign Investment Review Board (FIRB) Yanzhou Coal Mining auf, sein Übernahmeangebot von Felix Resources zu revidieren. Im selben Monat wurde die China Nonferrous Metal Mining Group von einer Investition von 222 Millionen US-Dollar (149 Millionen Euro) in das auf seltene Erden spezialisierte Bergbauunternehmen Lynas abgehalten.

Die FIRB wolle keine ausländischen Mehrheitsanteile bei neuen Bergbauprojekten sehen, zitierten australische Medien einen leitenden Mitarbeiter.

Die Hälfte von 30 Firmenzusammenschlüssen im australischen Bergbau- und Metallsektor scheiterten im Jahr 2009.

"Ausländische Auflagen für chinesische Käufer zwingen diese zu höherer Flexibilität", sagte Elliott. Er schlug vor, dass chinesische Unternehmen ihre Entscheidungsprozesse verkürzen und nach Minderheitsanteilen Ausschau halten sollten, anstatt das anvisierte Unternehmen kontrollieren zu wollen. Das beschleunige Geschäftsabschlüsse.

"Wenn Unternehmen nicht kurzfristig zu guten Preisen einkaufen, werden sie irgendwann die Gelegenheit dazu verlieren. Die Türen werden nicht für immer offen sein."

Investitionen im Ausland seien risikoreicher, und nur die volle Kontrolle über die Projekte verminderten das Risiko, sagte ein leitender Manager im chinesischen Bergbau, der nicht genannt werden wollte.

Im Juni unterzeichneten die China Gold und die Renova Group, ein großes russisches Konglomerat mit Interessen in Metall- und Energiereserven, ein Memorandum für die gemeinsame Förderung von Edelmetallen.

Im Jahr 2008 akquirierte China Gold 41 Prozent der an der Börse von Toronto notierten Jinshan Goldminen. Jinshan besitzt ein aktives Goldbergwerk im Autonomen Gebiet Innere Mongolei und wurde zu einem Brückenkopf für China Gold im Ausland.

China Gold ist Mehrheitseigner der Zhongjin Gold, dem ersten börsennotierten Goldunternehmen in China. In Zhongjins Halbjahresbericht hieß es, das Unternehmen wolle fünf Goldbergwerke im zweiten Halbjahr 2009 akquirieren und damit 100 Tonnen neue Goldreserven gewinnen.

Quelle: China Daily

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