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| 28. 10. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die chinesische Regierung betreibt schon seit längerem ein Programm, über welches chinesische Finanzinstitutionen im Ausland investieren können. Bis vor kurzem wurden jedoch im Kampf gegen die Finanzkrise keine neuen Anträge mehr bearbeitetet.

Chinas Regierung erließ das erste Mal seit 17 Monaten neue Quoten für einheimische Fonds für die Investitionen in ausländische Wertpapiere. Dies zeigt die erhöhten Bemühungen des Landes zur Diversifizierung seiner Auslandinvestitionen jetzt, da sich die Weltwirtschaft zu erholen beginnt. Das Management des Fonds "E Fund" erhielt eine Quote von einer Milliarde US-Dollar (rund 700 Millionen Euro) von den chinesischen Fremdwährungsregulatoren. Der China Merchants Fonds darf im Rahmen des Innerchinesischen Programms für ausgewählte institutionelle Investoren (QDII) 500 Millionen US-Dollar (rund 350 Millionen Euro) im Auslandinvestieren, wie das Unternehmen gestern selber bekannt gab. Die Quoten wurden am Freitag an die beiden Fonds herausgegeben, welche ihre Hauptquartiere in der Stadt Shenzhen haben. Die Unternehmen verkündeten gestern, dass sie bald eine Stellungsnahme zu den Neuigkeiten veröffentlichen würden.
Quellen in dem Staatlichen Devisenamt sagten, dass voraussichtlich noch mehr inländische Unternehmen neue Quoten in den kommenden Wochen erhalten würden, da die Regierung das Programm vorantreiben wolle. "Es ist ein Zeichen, dass die Gesetzgeber die Auffassung vertreten, dass der schlimmste Teil der Finanzkrise vorüber ist. Sie werden denken, dass es jetzt viel sicherer ist, Fremdwährungskapital zu diversifizieren, als es noch vor einem Jahr der Fall gewesen ist", erklärte Wu Zhiguo, ein Analyst von Guohai Securities. Das QDII Programm, welches im Jahre 2006 gestartet worden war, erlaubt es den einheimischen Finanzhäusern, Fonds, Wertschriftenhändlern und Versicherern, Aktien und Obligationen im Ausland zu handeln. Jede Institution muss aber einen Antrag für eine spezielle Fremdwährungsquote stellen, bevor sie im Ausland investieren darf. Die letzte Finanzunternehmung, welcher Auslandinvestitionen erlaubt worden sind, ist der Schroder Fund der Bank of Communications, welcher eine Quote in der Höhe von 2 Milliarden US-Dollar im Mai 2008 erhalten hat. Bis dann wurden 56 chinesische Institutionen Quoten in der Höhe von 56 Milliarden US-Dollar (38 Milliarden Euro) gewährt. Danach wurde das Erteilen von Quoten von den Behörden praktisch eingestellt, aus Angst vor der Volatilität ausländischer Märkte und vor einem Kapitalabfluss zulasten inländischer Wertpapiere. "Einer der größten Sorgen der Behörden war, dass Fluchtkapital nach China zurückfließen und eine Inflation auslösen könnte. Das temporäre Einstellen des QDII Programms war eine Gegenmaßnahme", erklärte Chen Weiheng, Investmentberater der Bank of China.
Fremdwährungsreserven steigen an. Chinas Fremdwährungsreserven stiegen im dritten Quartal um 100 Milliarden Euro auf eine Rekordsumme von 1536 Milliarden Euro an, wie die chinesische Nationalbank am 14. Oktober verkündete. Manche Ökonomen glauben, dass die wirtschaftliche Erholung des Landes dabei half, spekulatives Kapital zurückzulocken. Das Bruttoinlandprodukt der Volksrepublik stieg in der Periode von Juli bis September um 8,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode an, vergleichen mit einem Anstieg von 7,9 Prozent im zweiten Quartal und 6,1 Prozent im ersten. Grund waren die Investitionen und der Konsum, welche weiterhin stark zulegen konnten. Der Zufluss ausländischen Kapitals könnte aber Analysten zufolge die Preise erhöhen und die Einführung einer lockeren Geldpolitik zur Förderung der Wirtschaft gefährden. Derzeit haben mindesten ein weiteres Dutzend Fonds, darunter auch Changsheng Fund Management und Bosera Asset Management, Quoten beantragt.
Quelle: Shanghai Daily
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