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Die seltsamen Freunde des Dalai Lama

german.china.org.cn          Datum: 18. 04. 2008

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Von F. William Engdahl

Im Westen ist das Bild des Dalai Lama so gut verkauft worden, dass er in manchen Zirkeln fast wie ein Gott verehrt wird. Während wir hier das spirituelle Leben des Dalai Lamas außer acht lassen wollen, ist es wichtig, einmal einen Blick auf diese Zirkel zu werfen, mit denen der Dalai Lama bei den Reisen Zeit seines Lebens am meisten Kontakt hatte. Dabei fällt auf: Der Dalai Lama reist in eher politisch konservativen Kreisen.

Was heute oft vergessen wird, ist dass die Nazis (unter ihnen auch der Gestapo-Chef Heinrich Himmler und andere Naziführer) in der 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Tibet als eine heilige Stätte der überlebenden von Atlantis betrachtet und auf dem Hochland der Ursprung der reinen Rasse der Arier vermutet haben.

Mit elf Jahren war der Dalai Lama mit einem Nazi und Offizier der gefürchteten SS von Heinrich Himmler befreundet. Dieser Freund, Heinrich Harrer, ist weit entfernt von dem Bild, welches der populäre Film "Sieben Jahre in Tibet" mit Brad Pitt von ihm zeichnete. Harrer war zurzeit, als er den Damai Lama traf und sein Lehrer über die "Welt außerhalb Tibets" wurde, ein Elitemitglied der SS.

Auch wenn niemand so genau weiß, was Harrer in diesen Privatstunden unterrichtet hat, blieben die beiden doch bis zum Tod Harrers vor zwei Jahren im Alter von 93 befreundet. Diese Freundschaft beschreibt natürlich noch nicht den Charakter einer Person, aber sie ist im Kontext seiner späteren Freunde durchaus interessant.

Im April 1999 hat der Dalai Lama zusammen mit Margaret Thatcher, dem früheren Botschafter in Beijing, dem CIA-Direktor und dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush die Freilassung von Augusto Pinochet verlangt, nachdem dieser frühere faschistische Diktator von Chile und langer CIA-Kunde bei einem Besuch in England verhaftet wurde. Der Dalai Lama drängte darauf, dass Pinochet nicht nach Spanien abgeschoben wurde, wo er für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt war. Der Dalai Lama pflegt enge Kontakte mit Miguel Serrano, Chef der chilenischen Nationalsozialistischen Partei, die eine Art esoterischen Hitlerismus betreibt.

Neben diesen Punkten ist auch ein Blick darauf zu werfen, aus welchen Quellen die "tibetische Exilregierung" finanziert wird. Seit seiner Flucht nach Indien ist er von verschiedenen Geheimdiensten aus den USA und Westeuropa und deren Horden von NGOs umgeben, die ihn auch zu einem großen Teil finanzieren.

So schreibt der Wissenschaftler und Buchautor Michael Parenti in seinem Werk "Friendly Feudalism: The Tibet Myth", "Während der 50er und 60er Jahren hat die CIA die tibetische Sache aktiv mit Waffen, Militärtraining, Geld, Luftunterstützung und ähnlichem geholfen." Die in amerikanische Society for a Free Asia hat den Fall eines tibetischen Widerstands veröffentlicht, in welcher der ältere Bruder des Dalai Lama, Thubtan Norbu, eine aktive Rolle spielte. Der zweitältestes Bruder vom Dalai Lama, Gyalo Thondup, hat im Jahre 1951 eine Geheimdienstabteilung zusammen mit den USA gegründet. Diese wurde in der Folge in eine Guerilla-Einheit umgewandelt, deren Einheiten später gemäss den Recherchen von Parenti per Fallschirm zurück nach Tibet gelangten.

Gemäss den Akten, die von den US-Geheimdiensten in den 90er Jahren freigegeben wurden, "hat die CIA während der 60er Jahre die Exilregierung mit jährlich 1,7 Millionen US-Dollar versehen. Dabei ist auch noch eine Finanzspritze für den Dalai Lama von 180.000 US-Dollar pro Jahr. Mit der Hilfe der USA ist der Dalai Lama nach Indien geflohen, wo es bis heute lebt und weiterhin Hilfe in Millionenhöhe bekommt". Allerdings nicht mehr direkt von der CIA, sondern von einer etwas harmlos klingenderen CIA-Organisation, die vom amerikanischen Kongress gegründet wurde: Die National Endowment for Democracy, kurz: NED. Die NED war ein Instrument sämtlicher, von den USA unterstützten destabilisierenden Farbrevolutionen von Serbien, über Georgien und der Ukraine bis Myanmar. Sie unterstützt oppositionelle Medien, weltweite PR-Kampagnen, um für ihre Lieblingsoppositionskandidaten zu werben. Wie bei anderen Farbrevolutionen, die fächert die US-Regierung die Flammen der Destabilisierung gegen China, indem sie Protestorganisationen innerhalb und außerhalb Tibets durch ihren langen Arm, die NED, unterstützt.

Die NED wurde während der Regierungszeit von Ronald Reagan in den frühen 80er Jahren auf den Vorschlag von Bill Casey hin gegründet. Dieser war damals der Chef der CIA. Darauf folgte eine Reihe von sehr medienwirksamen Destabilisierungsmaßnahmen und Attentate in unfreundlichen Regimen. Dabei wurde die NED als eine unabhängige NGO getarnt, um sie auf diese Weise weniger verdächtig aussehen zu lassen.

Der erste Präsident der NED, Allen Weinstein, erzählte der Washington Post: "Vieles was wir heute tun, war vor 25 Jahren versteckt von der CIA gemacht worden." Der Amerikanische Geheimdiensthistoriker William Blum stellt fest: "Die NED spielte eine wichtige Rolle bei der Iran-Contra-Affäre in den 80er Jahren, indem sie Teile des obskuren 'Project Democracy' von Oliver North mitfinanzierte."

Das Netzwerk hat die US-Politik privatisiert, Kriege ausgelöst, hat mit Drogen und Waffen gehandelt und war in andere, ähnlich freundliche Aktivitäten verwickelt. Im Jahre 1987 hat ein Sprecher des Weißen Hauses einmal betont, dass die NED das "Projekt Democracy" führe. Die bekannteste Pro-Dalai-Lama-Gruppe ist die International Campaign for Tibet (ICT), welche 1988 in Washington gegründet wurde. Mindestens bis 1994 hat die ICT Gelder von der NED erhalten.

Quelle: german.china.org.cn

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