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Gespräche mit Dalai sind genauer betrachtet keine gute Idee

german.china.org.cn          Datum: 21. 04. 2008

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Von Xiong Lei

Bis vor kurzem habe ich mit ausländischen Freunden nicht gestritten, wenn sie davon sprachen, dass China einen Dialog mit dem Dalai Lama führen müsse. Ich weiß nur wenig über diesen Mönch, ich bin kein Tibet-Experte und das Argument dieser Freunde, dass Dialog konstruktiver sei als Konfrontation, klang überzeugend.

Ich weiß noch immer wenig über den Dalai Lama und ich bin noch immer kein Tibet-Experte, aber die jüngsten Vorgänge ließen in mir Zweifel über die Argumentation meiner Freunde aufkommen. Ja, es ist wahr, dass Dialog konstruktiver ist als Konfrontation, aber die Frage ist, ob der Dalai Lama der richtige Partner für einen derartigen Dialog ist.

Um einen Dialog mit der chinesischen Zentralregierung zu führen, müsste der Dalai Lama zumindest ausreichende politische Unterstützung haben. Er müsste beispielsweise bei der in- und ausländischen tibetischen Gemeinschaft genug Autorität haben, dass sie seiner Lehre folgen. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus.

Der Dalai Lama behauptet, ein Verfechter der Gewaltlosigkeit zu sein. Die Unruhen, die letzten Monat durch einige seiner Anhänger in Lhasa und einigen anderen tibetischen Gebieten vom Zaun gebrochen wurden, waren sehr gewalttätig.

Der Dalai Lama behauptet, kein Separatist zu sein und zu wollen, dass Tibet Teil von China bleibt. Auf den von seinen Anhängern veranstalteten Demonstrationen wurde jedoch stets "Befreit Tibet" geschrieen, obwohl Tibet vor 50 Jahren von der grausamsten Herrschaft in der menschlichen Geschichte befreit wurde.

Der Dalai Lama behauptet, dass er den Beijinger Olympischen Spielen nur das Beste wünsche. Seine Unterstützer im Westen haben jedoch versucht die Olympische Fackel zu entführen und die von China ausgerüsteten Olympischen Spiele zu verderben. Sie haben in Paris sogar eine Fackelträgerin im Rollstuhl angegriffen.

Ich würde gerne glauben, dass der Dalai Lama nichts mit all diesen gemeinen Aktionen gegen China zu tun hat, und dass er keine Feindschaft gegenüber den Han-Chinesen verspürt. Die, die als seine Gläubigen, Anhänger und Unterstützer gelten, scheinen ihn jedoch zu ignorieren. Vorausgesetzt, dass er und seine Worte ehrlich waren, so ist es dennoch offensichtlich, dass seine Worte keinen Eindruck auf sie gemacht haben.

In diesem Fall, selbst wenn ich glaube, was der Dalai Lama gesagt hat, und dass er ein Pazifist ist, muss ich daraus schließen, dass er keine Kontrolle über jene hat, die ihm folgen und ihn unterstützen. Sie hören einfach nicht auf ihn.

Wenn der Dalai Lama allerdings so machtlos ist, dass er nicht einmal die Menschen in seinem direkten Umfeld beeinflussen kann, dann frage ich mich, welche politische Befugnis er hat, einen Dialog mit der Zentralregierung zu fordern. Und was hat es für einen Sinn, einen Dialog mit jemandem zu führen, der keinen Einfluss auf seine Anhänger hat?

Wenn die, die den Dalai Lama besser kennen als ich, mir dennoch erklären, dass er Kontrolle über seine Anhänger habe und sie ihm folgen, schädigen sie in Wirklichkeit sein angeblich makelloses Image. Denn das bedeutet, dass der Dalai Lama nicht hinter seinen Worten steht und tatsächlich hinter all den gemeinen Aktionen steckt.

Das würde heißen, dass dieser Mönch tatsächlich ein Lügner ist, wie schon so viele von ihm gesagt haben. Hat ein unverblümter Lügner das politische Mandat für einen politischen Dialog? Was kann man von einem Dialog mit einer Person erwarten, die entweder keinen Einfluss auf seine Anhänger hat, oder nicht hinter seien Worten steht?

Der derzeitige Dalai Lama war einmal eine chinesische Führungspersönlichkeit – nicht nur für die Menschen in den tibetischen Gebieten, sondern für ganz China – als er in den 1950ern zum Vizevorsitzenden des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses gewählt wurde. Von ihm wurde erwartet, stets die Interessen des Volkes zu vertreten. Dennoch scheint er diese Ehre und Macht nicht zu würdigen gewusst zu haben und hat ohne Abschied das Land verlassen. Ich weiß nicht, ob er von den alten tibetischen Beamten, die ihn umgaben, weggebracht wurde, oder ob er sich freiwillig abgesetzt hat. Aber eines weiß ich, mit diesem Weggang hat er das Vertrauen des chinesischen Volkes verloren.

Der Dalai Lama ist seit beinahe 50 Jahren im Ausland, ohne irgendetwas Konstruktives für sein Heimatland getan zu haben. Sein Schatten schwebt jedoch über fast jeder blutigen und gewalttätigen Handlung gegen Recht und Ordnung in Tibet.

Wenn er wirklich hinter diesen gewalttätigen Aktionen steckt, ist dieser Mönch ein Krimineller, der keine Befugnis hat, einen Dialog mit der Regierung zu fordern. Wenn er unschuldig ist, beraubt ihn sein Unvermögen der Kompetenz für einen politischen Dialog.

Der Dalai Lama ist daher bestenfalls eine zweifelhafte Figur, selbst wenn wir ihn nicht als Lügner oder Betrüger bezeichnen. Die Forderung, einen Dialog mit so einem Menschen zu führen, ist ein Witz. Keine verantwortungsvolle Regierung kann sie ernst nehmen.

Die Unterstützung einiger westlicher Politiker ist dem Dalai Lama natürlich weiterhin sicher, aber jene, die versuchen Macht durch ausländische Unterstützung zu erhalten und ihre eigene Regierung unter Druck zu setzen, sind im chinesischen Vielvölkerstaat immer ungeliebt. Derartiger Druck wird nur die Entrüstung und den Widerstand des Volkes hervorrufen, wie es viele Demonstrationen von Auslandschinesen in letzter Zeit gezeigt haben.

Letzten Endes ist die Sache mit dem Dalai Lama unsere interne Angelegenheit – Einmischung aus dem Ausland kann es nur schlimmer machen.

Der Autor Xiong Lei ist Mitglied der Chinesischen Gesellschaft für Menschenrechtsstudien.

Quelle: China Daily

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