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| 19. 12. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Ein Mann hat gestern in einem Fall von Rufmord einen Rechtsstreit gewonnen, weil eine Webseite einen Blog über sein Privatleben veröffentlicht hat. Seine Frau hatte Selbstmord begangen, nachdem sie von seiner Affäre mit einer anderen Frau erfahren hatte. Der Mann hatte wegen des Blogs außerdem seinen Job verloren.
Der Fall ist die erste Klage in China, die durch eine sogenannte "menschliche Fleisch-Suchmaschine" verursacht wurde, mit der Netizens nach Informationen über Menschen suchen, über die sie online gelesen haben. Die Netizens veröffentlichen auch private Informationen der Opfer, so dass andere Leute sie damit belästigen können.
Das Gericht im Chaoyang-Bezirk in Beijing machte Zhang Yueyi und Daqi.com verantwortlich, gegen die Privatsphäre und das Ansehen von Wang Fei verstoßen zu haben. Jiang Yan, die Frau von Wang, war am 29. Dezember 2007 aus einem Fenster ihrer 24-Etage-Wohnung in Beijing gesprungen, nachdem sie von der Affäre ihres Mannes erfahren hatte.
Jiang hatte zwei Tage vor ihrem Selbstmord einem Cyber-Freund das Passwort ihres privaten Blogs mitgeteilt. Der Blog enthielt Wangs persönliche Informationen, einschließlich des Namens seines Unternehmens und seiner Anschrift. Jiang hatte auch ein Foto von Wang und der anderen Frau auf ihrem Blog gepappt. Der Inhalt des "Todesblogs" wurde schnell auf anderen Webseiten verbreitet. Jiangs Schulfreundin Zhang Yueyi hatte nach dem Selbstmord eine andere Webseite, "Zugvogel fliegt nach Norden", ins Netz gestellt, um an Jiang zu erinnern und eine eventuelle "Gerechtigkeit" für sie zu suchen. Sowohl Jiangs Tagebuch als auch Zhangs Webseite haben Tausende von Treffern erhalten. Zhangs Seite wurde mit mehreren großen chinesischen Webseiten gelinkt, wie z. B. Sina.com und Tianya.cn.
Viele Internet-Surfer fanden, nachdem sie die kopierten Informationen auf den Webseiten gelesen hatten, Wangs Adresse und andere private Informationen und belästigten ihn persönlich. Wegen der massiven Belästigungen durch Netizens hatte Wang schließlich seinen Arbeitsplatz verloren. Wang verklagte später die Webseite, welche die Beiträge des "Todesblogs" verbreitet hatte. In China gibt es über 253 Millionen Internetbenutzer.
Das Gericht meinte, dass Wangs Affäre schuld daran sei. Aber Zhang habe durch Offenlegung von Wangs persönlichen Informationen Wangs Ruf beschädigt. Das Gericht ordnete an, dass Zhang einschlägige Artikeln und Fotos von der Webseite löschen und Wang eine Entschädigung von 5000 Yuan zahlen muss. Zudem verurteilte es die Betreiber von Daqi.com, eine der Webseiten über Jiangs Tagebuch zu löschen und Wang mit 3000 Yuan zu entschädigen.
Quelle: Shanghai Daily
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