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13. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

China macht mobil: 50.000 Soldaten sind auf dem Vormarsch

Die chinesische Volksbefreiungsarmee (PLA) verkündet, dass das größte nationale Manöver mit dem Codenamen Stride-2009, das vorgestern begann und zwei Monate dauern wird, nicht gegen eine spezifische Bedrohung gerichtet sei. Zusätzlich zu Luftwaffenflugzeugen kommen zivile Passagier- und Frachtflugzeuge zum Einsatz.

Chinas Militär ist in Bewegung. Nicht nur sprichwörtlich, sondern es passt sich auch an moderne Herausforderungen an. Vorestern machten sich 50.000 Soldaten zum Auftakt des größten taktischen Events in der Geschichte der Volksrepublik bereit, bei dem sie über große Distanzen kreuz und quer durch das Land transportiert werden.

Mit Deckung der Luftwaffe begab sich am ersten Tag der Übung eine Infanteriedivision von Nordwestchina aus auf eine Reise, die sie in 13 Tagen durch fünf Provinzen führt, bevor Nordostchina erreichen.

China hat lange Zeit einmal jährlich ein Militärmanöver abgehalten, wobei das jüngste dem Trend innerhalb der PLA folgt, seine Mobilität über weite Distanzen zu verbessern, indem sowohl militärische als auch zivile Ressourcen eingesetzt werden, wie Militärexperten China Daily erklärten.

Der Armee zufolge ist das Manöver mit dem Codenamen Stride-2009, das zwei Monate dauern wird, nicht gegen eine spezifische Bedrohung gerichtet. Militärexperten zufolge bietet es der PLA die seltene Gelegenheit zu zeigen, wie sie im Notfall reagieren kann. Das könnte entscheidend beim Umgang mit neuen Sicherheitsbedrohungen sein, besonders solche, die von Terroristen, Extremisten und Separatisten ausgehen.

"Ich denke, dieses Mal werden wir richtige Action sehen, die die Modernisierung der Armee verkörpert. Schließlich werden wir eine Mobilmachung in großem Maßstab erleben, ähnlich wie in Kriegsfilmen aus Hollywood", freut sich Li Xiao alias 'Land Tiger' auf der Webseite Super Camp, auf der sich chinesische Militärfreaks treffen.

Das Manöver wird die größte taktische Übung der PLA seit ihrer Gründung vor 82 Jahren sein. Der PLA-Generalstab leitet die Mission. Armeedivisionen aus allen vier Militärkommandos, inclusive Shenyang, Lanzhou, Jinan und Guangzhou, werden während einer Serie von fünf Scharfschuss-Manövern ihren Standort wechseln. Dabei werden sie außer Militärfahrzeugen zum ersten Mal zivile Schienen- und Luftfahrzeuge benutzen.

Infanteriedivisionen aus Shenyang in Nordostchina werden nach Lanzhou in Nordwestchina transportiert und umgekehrt. Ein weiteres Paar von Infanteriedivisionen aus Jinan in Ostchina und Guangzhou in Südchina werden die Plätze tauschen. Auch sie werden außer Militärfahrzeugen zivile Schienen- und Luftfahrzeuge einsetzen.

Schwere Waffen wie Panzer und Infanteriefahrzeuge werden auf der Schiene transportiert. Leicht bewaffnete Truppen, die nach Jinan fahren, werden mit Hochgeschwindigkeitszügen von China Railway fahren, die bis zu 350 Kilometer pro Stunde schnell sind. "Ich bin überzeugt, dass die Soldaten die zügige Fahrt genießen werden," sagte Li Daguang, ein Waffenspezialist an der Universität für Nationale Verteidigung. Zivile Ressourcen würden der Armee viel mehr Mobilität verschaffen angesichts der "vielen neuen Sicherheitsbedrohungen im Heimatland wie in Übersee", so Li. Der Experte erinnerte daran, dass die bewaffneten Truppen letztmalig bei der Erdbebenhilfe in Sichuan vom Mai 2008 zivile Verkehrsmittel wie Lastflugzeuge genutzt hätte. "Die Armee muss den zivilen Ressourcen mehr trauen und sie mehr nutzen, um mobil zu bleiben. Eigene militärische Transportmittel für schweres Gerät zu bauen und zu warten wäre verschwenderisch", glaubt Li.

Bisher hat die PLA viel kleinere Manöver unter verschiedenen Armeedivisionen abgehalten. Die jetzige Übung wird Armeeexperten zufolge auch als Test dafür dienen, wie man vom altmodischen Kommandomechanismus in China wegkommen kann.

Die bewaffneten Kräfte werden bei Stride-2009 unter dem Befehl von vier ungewöhnlichen Militärkommandos stehen, die die während des langen Manövers die Positionen wechseln werden. Laut Xinhua sagen Armeequellen, dass die PLA sich damit teilweise "von Restriktionen in der Befehlskette befreien will, die durch Militärbezirke, Divisionen und andere institutionelle Gräben" verursacht werden.

Seirt ein paar Jahren gab es Spekulationen darüber, dass die PLA die Idee erwäge, den traditionellen institutionalisierten militärischen Entscheidungsprozess durch einen überkreuzenden Kommandomechanismus zu ersetzen.

Quelle: China Daily

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