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20. 11. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Hausbesitzer in Hutongs in der Zwickmühle

Hutong-Bewohner im Süden Beijings beschweren sich, dass ihre alten Häuser zugunsten eines neuen Wohnkomplexes abgerissen werden sollen, aber die Kompensation, die das Bauunternehmen anbiete, nicht für sie ausreiche, damit sie eine neue Wohnung kaufen könnten. Der Streit dauert an, und die Häuser sind nicht die einzige Sorge der Bewohner.

"Chai", auf Deutsch "Abriss", steht auf den Wänden der Häuser in der Hutong Mishi im Bezirk Xuanwu. [Wang Jing/China Daily]

Hutong-Bewohner in Beijing, die verärgert über die "unausreichende" Umsiedlungsentschädigung eines Bauunternehmers sind, der an ihrem Wohnort neue Wohnungen bauen will, bekommen Unterstützung, versicherte die Stadtregierung am Mittwoch. Zhi Wenguang, stellvertretender Direktor des Baukomitees für den Bezirk Xuanwu erklärte am Mittwoch: "Die Lokalregierung wird den Hausbesitzern helfen, das Problem rechtlich zu lösen." Bewohner des Bezirks Xuanwu beschweren sich, sie säßen in einem veralteten Hutong-Viertel im unterentwickelten Südteil von Beijing, das fertig für den Abriss sei, in einer Zwickmühle, weil die Kompensation, die das Bauunternehmen Citic Real Estate anbiete, nicht für sie ausreiche, damit sie in eine neue Wohnung ziehen könnten.

Das Projekt in Daji in Xuanwu, ein 400.000 Quadratmeter großer Hutong-Komplex mit 8500 Haushalten, der aus der Ming- und Qing-Dynastie stammt, also zwischen 1368 und 1911 gebaut wurde, war im Juni 2005 gestartet worden. Es kam vergangenes Jahr nach den Olympischen Spielen zum Stillstand. In großen chinesischen Schriftzeichen steht "Chai", auf Deutsch "Abriss", auf fast allen Häusern in der Gegend, aber es sind keine Baumaschinen zu sehen. Viele Häuser sind halb zerstört. In einem Hinweis auf der Webseite der Bezirksregierung Xuanwu heißt es, der Abriss hätte eigentlich schon August 2008 abgeschlossen werden sollen.

"Es sind noch 5.000 Haushalte übrig, denn wir können uns nicht mit dem Bauunternehmen über die Entschädigung einigen", sagte Wang Xiuzhi, die seit über 20 Jahren in der Gegend wohnt. Wang erzählt, sie und ihre Familie bewohnten zu dritt ein nur 15 Quadratmeter großes Zimmer. Sie wollten natürlich ihre Lebensbedingungen verbessern, indem sie in eine neue Wohnung ziehen, aber 400.000 Yuan, wie das Bauunternehmen es anböte, seien zu wenig, um eine neue Wohnung zu kaufen, selbst in einem Vorort Beijings.

Mit dem Komplex in derselben Gegend werden bereits Gewinne gemacht. Zahlen des Bauunternehmens zufolge wurden die Gebäude der ersten Hälfte der Bauphase sämtlich für 22.000 Yuan pro Quadratmeter verkauft. Die Gebäude der zweiten Hälfte dieser Bauphase sollen schätzungsweise 28.000 Yuan pro Quadratmeter einbringen, mit dem einzigen Hindernis, dass die Gebäude noch nicht gebaut sind. Ein Pressebeamter des Bezirks Xuanwu mit Nachnamen Shi erklärte am Montag, die Entschädigung in Höhe von 30.000 Yuan pro Quadratmeter sei schon sehr hoch.

Die Häuser sind nicht das einzige, was den Bewohnern Sorgen macht: Viele von ihnen werden bald ihren Job verlieren, da dieser mit dem Wohnviertel zu tun hat, das bald nicht mehr existieren wird. Ein Anwohner mit Nachnamen Li erzählte, er habe Angst, dass er bald kein Einkommen mehr habe, da er seinen Job als Friseur hier verlieren werde, wenn es das Wohnviertel nicht mehr gebe. Yang Tuan, stellvertretender Direktor des Forschungszentrums für Sozialpolitik bei der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, meint, das Job-Problem sei genauso wichtig wie das Wohnungsproblem. "Viele Hutong-Bewohner haben Jobs hier in dem Wohnviertel, und es liegt in der Verantwortung der Regierung, ihnen bei der Sicherung ihres Einkommens zu helfen", betonte sie.

Quelle: China Daily

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