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09. 03. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Gefängnissen ohne Gitter verhüten Kriminalität

Wie seine Nachbarn und Freunde, speiste Chen Shuangxi (Name geändert) mit seiner Familie am Abend des Laternenfests und genoss den ersten Vollmond des chinesischen Mondjahrs. Er verbüßt eine Haftstrafe, ist aber nicht hinter Gittern.

Chen, der in der Stadt Jinhua der ostchinesischen Provinz Zhejiang lebt, wurde im Jahr 2006 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er an einem illegalen Pyramidensystem beteiligt war. Seine Strafe wurde über viereinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Er hat seitdem an einem Besserungsprogramm seiner Kommune teilgenommen. "Dieses Festival ist für Chinesen eine sehr wichtige Gelegenheit zur Familienzusammenführung. Ich bin dankbar, dass ich wie alle anderen mit meiner Familie bleiben konnte", freut sich Chen.

In diesem Jahr verbrachten insgesamt 180.000 als Straftäter verurteilte das Laternenfest am 28. Februar zu Hause und nicht im Gefängnis, dank dem Besserungsprogramm der Kommunen.

China begann Probeläufe zu dem Programm im Jahr 2003 in Peking und Shanghai, und dehnte diese anschließend auf 27 Provinzen aus.

Nach dem sie ihre Pflicht zu Erziehungsunterricht und Dienst erfüllt haben, können die Teilnehmer des Besserungsprogramms der Kommunen zur Arbeit gehen und ihre Freunde besuchen, genau wie normale Menschen.

"Einigen Sträflinge kann eine humanere Besserungsumgebung dabei helfen, ihre Haltung und ihren Lebenstil zu ändern", erläutert der Psychologe Fang Ting. Die Bemühungen des Landes, Besserungsprogramme außerhalb des Gefängnisses zu verbessern, veranschauliche das Prinzip "Gnade vor Recht ergehen lassen", erklärt Nan Ying, Vice President des Obersten Volksversammlung. Die Wiederholungsrate der Menschen in einem Besserungsprogramm der Kommune bliebe bis heute unterhalb von 0,2 Prozent, fügte er hinzu.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Menschlichkeit beim Vollstrecken von Todesurteilen war die zunehmende Verwendung von Giftspritzen statt der traditionellen Methode, dem Delinquenten eine Kugel durch die Rückseite des Kopfes zu jagen. Letzteres war seit Jahrzehnten üblich und bis 1996 die einzig rechtmäßige Exekutionsmethode. Die nordöstliche Provinz Liaoning schaffte die Hinrichtung durch Erschießen im vergangenen Jahr komplett ab, nicht aber die Todesstrafe.

Professor Sun Xiaoxia von der Zhejiang University Law School, glaubt, die zunehmende Rate von Strafen ohne Gefängnisaufenthalt und tödlichen Injektionen bei Hinrichtungen reflektiere nicht nur eine Veränderung der Begrifflichkeit von Strafe, sondern auch eine Bewusstseinszunahme der Menschheit.

Quelle: Shanghai Daily

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