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12. 11. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Nach Chinas Milchskandal: Vertreter betroffener Eltern kommt ins Gefängnis

Schlagwörter: Milchskandal, Gefängnis, Eltern, Baby, China, Melamin

Ein Mann, der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Notlage der durch verdorbenes Milchpulver erkrankten Kinder lenken wollte, wurde am Mittwoch von einem Beijinger Gericht wegen Anstiftung zum sozialen Unfrieden zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt.

Zhao Lianan, ein sich für Entschädigungszahlungen für die betroffenen Familien eingesetzter Vater
Das Urteil, das hinter verschlossenen Türen im Volksgericht des Beijinger Daxin Bezirks bekannt gegeben wurde, befand den 39-jährigen Zhao Lianhai, dessen eigener Sohn durch Melamin-verseuchtes Milchpulver erkrankte, für schuldig, Kapitel 293 des Strafrechts verletzt zu haben.

"Zhao Lianhai hat das Gesetz ignoriert, viele Menschen auf öffentlichen Plätzen versammelt, um Unordnung zu stiften und damit die öffentliche Sicherheit in Gefahr gebracht. Sein Verhalten begründet den Tatbestand der Unruhestiftung und sollte bestraft werden", hieß es im Urteilsspruch.

Zhao wurde am 13. November 2009 verhaftet. Davor gründete er die Webseite für Eltern "Heimat für Babys mit Nierensteinen", um Informationen über den weithin publizierten Skandal um verseuchte Milch zu verbreiten, wobei 300.000 Kinder erkrankten und sechs starben.

Zhaos Anwalt, Li Fangping, sagte der Zeitung Global Times, dass sein Mandant Einspruch erheben und nach der Urteilsverkündung in einen Hungerstreik gehen wolle.

"Wir glauben, Zhaos Verhalten ist nichts anderes als die Verteidigung der legitimen Rechte der Opfer", sagte Li. Zhao habe keine sozialen Turbulenzen verursacht. "Wir werden auf jeden Fall Einspruch erheben, doch es sieht nicht gut aus und eine 'nicht schuldig' - Sprechung ist unwahrscheinlich."

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Quelle: Global Times

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