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| 29. 06. 2011 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Ein chinesischer Schriftsteller ist mehreren Verlagsagenturen beigetreten, um den US-Computer-Riesen Apple zu verklagen. Dieser soll in seinem Online-Shop angeblich die Rechte an dessen geistigem Eigentum verletzt haben.

Mögliche Käufer eines iPhone4 stehen vor einem Apple-Laden in Shanghai an. Die Firma mit dem Apfel steht derzeit wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen in der Kritik.
Es ist das erste Mal, dass es ein individueller chinesischer Schriftsteller mit dem US-Unternehmen aufnimmt, wie eine führende Copy-Right-Agentur meldete, die auch versprochen hat zu überprüfen, in welchem Umfang die US-Firma die Rechte anderer Autoren in China verletzt hat. Der Kläger Zhu Jintai aus der Provinz Hunan sagte zur Global Times, dass er sich für den gerichtlichen Weg entschlossen hat, nachdem sein Vorschlag zu einer außergerichtlichen Einigung und seine Forderung für eine Entschuldigung im Mai abgelehnt worden war.
"Im Apple-Store wurde mein Roman verkauft, ohne dass mir das zuvor gesagt wurde und ohne, dass ich dafür ein Entgelt bekam", sagte Zhu, ein bekannter Autor einer paranormale Geschichte, die während der Qing-Dynastie (1644 bis 1911) spielte. Zwei Monate nach Publikation sei das Buch bereits für 2,99 US-Dollar zum Herunterladen angeboten worden. Zhu forderte von Apple eine Kompensation von 50.000 Yuan. "Ich möchte lediglich meine Rechte schützen und die Öffentlichkeit auf die Urheberrechtsverletzungen von Apple an chinesischen Autoren sensibilisieren", sagte er.
Sun Xiangyuan, Zhus Anwalt, meinte gegenüber der Global Times: "Wir schrieben an die Apple-Zentrale in den USA, um das Unternehmen über die Verletzung des Urheberrechts zu informieren. Apple hat daraufhin im Mai den Roman aus dem Laden entfernt. Aber wir erhielten keine nützlichen Hinweise über den Anbieter." Ebenfalls habe Apple nicht gesagt, wie oft der Roman heruntergeladen wurde. "Deswegen ist es schwer abzuschätzen, wie viel Geld Zhu verloren hat", so Sun.
Im Januar konnte der Apple-Store einen Rekord von 10 Milliarden Downloads erzielen. Zugleich gab Apple bekannt, dass sich die Einnahmen in China im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011 auf 2,6 Milliarden Dollar vervierfacht haben. Damit trägt China zu zehn Prozent der Gesamteinnahmen von Apple bei.
Zhu reichte die Klage beim Zweiten Mittleren Volksgerichtshof ein. Das Gericht hat den Fall allerdings noch nicht angenommen, sondern forderte Zhu auf, zusätzliche Unterlagen zu liefern, da es sich bei dem Beklagten um ein ausländisches Unternehmen handle.
"Der Apple-Store wird nicht von China aus betrieben. Deswegen kostet es uns mehr Zeit und Geld, um die Informationen zu erhalten und den Papierkrieg zu erledigen", sagte Zhu. Besonders ärgerlich sei der Doppelstandard der Firma. "Apple achtet sich in den USA auf die Durchsetzung der Urheberrechte. Doch wenn es um China geht, wendetet es niedrigere Standards an."
Quelle: Global Times
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