2500 Jahre alter Sarg freigelegt

In dem Dorf Feilong bei der Stadt Heshan im Landkreis Pujiang in der Provinz Sichuan wurde ein 2500 Jahre alter bootsförmiger Sarg freigelegt. Der Sarg barg unter anderem zahlreiche kulturelle Objekte. Von dem Fund erhofft man sich Aufschlüsse über die wahre Geschichte eines früheren Königreichs in der Region. Der Sarg wurde am 5. Dezember von Arbeitern auf einer Baustelle entdeckt, als sie in 1,5 Metern Tiefe Erdreich aushoben.

Der Landkreis Pujiang war Teil des Shu-Königreiches, das bis heute als mysteriös gilt, da über seine Geschichte und Kultur vor 2500 Jahren keine schriftlichen Berichte übermittelt sind.

Laut Liu Yumao, einem Experten des Chengduer Instituts für Archäologie, stammt der Sarg aus der Zeit der Streitenden Reiche (475-221 vor Chr.) und besteht aus sieben Meter langen Stücken einer seltenen Holzart Nanmu. Der Sarg hat einen Durchmesser von 1,6 Metern. Das Holz wurde in zwei Teile gespalten und in der Mitte ausgehöhlt. In den Hohlraum wurden der Leichnam und die Grabbeigaben gelegt.

Die Archäologen entdeckten neben dem Sarg zwei bronzene Kessel und sogenannte "duns" sowie eine Anzahl von Stücken zerbrochener Bronzegegenstände, die vermutlich ebenfalls von Kesseln stammen.

Bronzene Kessel und "duns" waren in der Zeit der Streitenden Reiche verwendete Weingefäße und sind in der Provinz Sichuan bisher nur selten ausgegraben worden, sagt Liu. "Nach ihrer Erscheinung zu urteilen, sind sie charakteristisch für die Kultur des Chu-Staates und stammen vermutlich aus den Provinzen Hubei oder Hunan."

Derartige Bronzegegenstände hätten sich nicht im Besitz einfacher Familien befunden, daher gehöre das Grab wahrscheinlich einer adeligen Familie des Shu-Königreiches, sagt Liu.

Nach dem Abheben des mehrere Tonnen schweren Sargdeckels mit Hilfe eines Krans stellten die Archäologen fest, dass viel Schlamm durch ein von Grabräubern in den Deckel geschnittenes Loch in den Sarg eingedrungen war.


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