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Geschichte Tibets

german.china.org.cn          Datum: 17. 04. 2008

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Yuan-Dynastie (1206-1368)

Im frühen 13. Jahrhundert errichtete der Mongolenführer Dschingis Khan das mongolische Khanat im Norden von China. 1247 lud der mongolische Prinz Köden den bedeutenden Mönch Sakya Pandita Kunga Gyaltsen, der der Sagya-Schule angehörte, die den tibetischen Buddhismus stark beeinflusste, zu einem Treffen in Liangzhou (dem heutigen Wuwei in der Provinz Gansu) ein. Sakya Pandita bot an, Tibet dem mongolischen Khanat unterzuordnen und akzeptierte das festgelegte System der Lokalverwaltung. Im Gegenzug wurde der Sagya-Schule die politische Macht in Tibet übertragen. 1271 übernahmen die mongolischen Eroberer den Namen Yuan als Bezeichnung für ihre Dynastie und 1279 vereinigten sie schließlich ganz China. Die neue Zentralregierung übte weiterhin die Kontrolle über Tibet aus, das eine direkt regierte Verwaltungseinheit darstellte.

Die Yuan-Behörden erließen entsprechend den konkreten Bedingungen der historischen Traditionen, sozialen Situation, natürlichen Gegebenheiten, Volksgruppen und der Religion spezielle Regelung für die Verwaltung Tibets, die sich von denen der anderen zehn Verwaltungseinheiten unterschieden.

1270 verlieh Yuan-Kaiser Kublai Khan Pagba, einem führenden tibetischen Lama der Sagya-Schule, den offiziellen Titel eines Kaiserlichen Lehrers. Dies war der höchste offizielle Posten eines Mönchs in der chinesischen Geschichte. Ab dieser Zeit wurde der Kaiserliche Lehrer zu einem hochrangigen Beamten in der Zentralregierung, der direkt vom Kaiser bestimmt wurde und die Angelegenheiten des Buddhismus für das gesamte Land und die Lokalpolitik in Tibet über hatte.

Kurz nach der Gründung der Yuan-Dynastie wurde das Zongzhi-Amt, das für den Buddhismus ganzen Land und die militärische und zivile Verwaltung Tibets zuständig war, gegründet. 1288 wurde es in Xuanzheng-Amt umbenannt. Der Ministerpräsident fungierte normalerweise als Vorstand des Xuanzheng-Amtes während gleichzeitig ein Mönch, der vom Kaiserlichen Lehrer bestimmt wurde, den Posten des Vizevorstands innehatte. Dies war das erste Mal in der chinesischen Geschichte, dass ein zentrales Regierungsorgan für tibetische Angelegenheiten gegründet wurde.

Tibet wurde in verschiedene administrative Gebiete aufgeteilt und Beamte wurden beauftragt, die Verwaltung zu konsolidieren, wobei der Kaiserliche Lehrer die Gesamtverantwortung trug.

Nachdem Tibet Mitte des 13. Jahrhunderts in das Staatsgebiet der Yuan-Dynastie eingegliedert worden war, erlebte China den Aufstieg und Fall verschiedener Dynastien und Änderungen in der zentralen Verwaltung. Dies änderte jedoch keineswegs die zentrale Machtausübung über Tibet.

Ming-Dynastie (1368-1644)

1368 löste die Ming-Dynastie die Yuan-Dynastie ab. Die Ming schafften das System des Xuanzheng-Amtes als zentrales Organ zur Verwaltung der tibetischen Angelegenheiten ab, und beendeten die Verleihung des offiziellen Titels des Kaiserlichen Lehrers an tibetische Mönche. Die Ming-Herrscher führten allerdings ein neues System zur Verleihung von offiziellen Titeln an tibetische Mönche ein. Der ranghöchste Mönch wurde Prinz des Dharma genannt, hatte allerdings nicht die gleiche Funktion wie der Kaiserliche Lehrer der Yuan-Dynastie. Er war nicht in Beijing stationiert, war nicht landesweit für buddhistische Angelegenheiten zuständig und hatte auch kein festgelegtes Herrschaftsgebiet. Dies bedeutet, dass dieser offizielle Posten hauptsächlich ein Ehrenamt war. Obwohl diese Prinzen des Dharma unterschiedlichen Rang besaßen, konnten sie keine Macht über einander ausüben, oder sich in Regierungsgeschäften engagieren. Sie unterstanden direkt der Zentralregierung.

Die zentralen Behörden der Ming behielten das Verwaltungsstruktur der Yuan bei, errichteten eine Lokalregierung in Tibet, die die militärischen und politischen Angelegenheiten über hatte.

Qing-Dynastie (1644-1911)

Nachdem sie die Ming-Dynastie 1644 ablöste, führte die Zentralregierung der Qing-Dynastie Regeln und Vorschriften für die Herrschaft über Tibet ein. Diese Regeln und Vorschriften waren rechtsbindend und sehr erfolgreich.

Es wurde ein Verwaltungsgebiet Tibet geschaffen. Im Zuge der Aufteilung in Verwaltungsgebiete legte die zentrale Qing-Regierung gesetzlich die Grenzen zwischen den Verwaltungseinheiten von Tibet, Yunnan, Sichuan, Qinghai und Xinjiang fest. Das Verwaltungsgebiet Tibet (damals unter dem Namen Ü-Zang) deckt sich mit dem heutigen Autonomen Gebiet Tibet.

Außerdem wurde über das politische und administrative System in Tibet und die Organisationsform der lokalen politischen Machtverteilung entschieden. Das 1793 vom Qing-Hof erlassene "Dekret für eine effektivere Regierung von Tibet" und die Gesetze der Qing-Dynastie legten fest, dass in Tibet der in Lhasa stationierte Dalai Lama für die religiösen Angelegenheiten und Teile der Regierungsangelegenheiten in Vordertibet und der Panchen Lama in Xigazê (Hintertibet) verantwortlich ist. Keiner der beiden war dem anderen untergeordnet. Die Ambans (Hochkommissare), die vom Qing-Hof in Tibet stationiert wurden, hatten jedoch die Gesamtkontrolle über das Gebiet über.

Die Verleihung von offiziellen Titeln an religiöse Führer in Tibet wurde neu geregelt. 1653 verlieh die Zentralregierung dem fünften Dalai Lama den offiziellen Titel "Allwissender Bewahrer des Vajra". 1713 wurde dem fünften Panchen Lama der offizielle Titel des "Bainqên Erdeni" verliehen. Von da an wurde es üblich, dass die Zentralregierung allen Dalai Lamas und Panchen Lamas diese Titel verlieh.

Um zu verhindern, dass die religiösen Führer ihre Position und Macht zu ihrem persönlichen Vorteil ausnützen oder ihre Truppen verstärken, führte die Zentralregierung 1793 ein neues System zur Bestimmung der Reinkarnation eines verstorbenen Lamas wie des Dalai Lamas, des Panchen Lamas oder anderer hochgestellter Lamas ein, wobei die Namen der in Frage kommenden Kinder auf Lose geschrieben wurden, die dann in eine goldene Urne gelegt wurden. Unter der Aufsicht des Hochkommissars wurde dann ein Los gezogen und der Auserwählte wurde als Reinkarnation des Lamas erkannt und damit zu seinem Nachfolger nominiert. Der ausgewählte Nachfolger konnte erst zum rechtmäßigen Erben werden, nachdem er von der Zentralregierung formell bestätigt wurde. Dies wurde zu einer zentralen Maßnahme der zentralen Regierung der Qing, um die Kontrolle über religiöse Angelegenheiten in Tibet zu verstärken und verkörperte die Oberherrschaft der Zentralregierung über Tibet.

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Quelle: german.china.org.cn

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