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Geschichte Tibets

german.china.org.cn          Datum: 17. 04. 2008

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Das Vorbereitungskomitee zur Gründung des Autonomen Gebiet Tibets verabschiedete im Juli 1959 die "Resolution über demokratische Reformen", beschloss die Rebellion komplett niederzuschlagen, die Volksmassen zu Taten anzuspornen und in der ganzen Region demokratische Reformen durchzuführen. Der erste Schritt der demokratischen Reform war gegen die Rebellion, gegen das Ulag-System (Frondienst) und gegen Leibeigenschaft gerichtet und verminderte Mieten und Zinszahlungen (diese Bewegung ist auch als "Drei Abschaffungen und zwei Reduktionen" bekannt). Im Zuge des Kampfs gegen die Rebellen zeigten die Leibeigenen die Verbrechen der Aufständischen auf und kritisierten sie für Brandstiftung, Mord und Plünderung, für ihre Unterminierung der Einheit und ihre Opposition zur Zentralregierung. Sie prangerten das am eigenen Leibe erfahrene Leid an, das ihnen durch die Grundherren zugefügt wurde, die sie im Ulag-System gnadenlos ausbeuteten. Die Leibeigenen, deren Bewusstsein durch die Bewegung gegen dieses System erwacht war, hatten ihre eigenen Anführer. Durch Wahlen organisierten sie ihre eigene Führung, die Bauernvereinigung, und schufen so ein Machtzentrum. Einige Monate später wurde die Bauernvereinigung im Großteil der Gebiete, in denen die demokratische Reform durchgeführt wurde, eingerichtet und leitete die Arbeit zur Verminderung der Mieten und Zinszahlungen.

Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde das Land der Gutsbesitzer, die an der Rebellion beteiligt gewesen waren, "an die verteilt, die es bestellten", die Pachtzahlungen an jene Gutsbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, wurden "um 20 Prozent verringert" und alle Schulden der Leibeigenen gegenüber den Grundbesitzern vor 1958 wurden erlassen und die Zinszahlungen gegenüber Grundbesitzern, die nicht an der Rebellion von 1959 beteiligt gewesen waren, wurden auf 1 Prozent pro Monat reduziert. Die Errungenschaften aus dieser Reduzierung der Pacht und dem Schuldenerlass waren erheblich. Laut Statistiken aus 1959 und 1960, als die demokratische Reform nahezu abgeschlossen war, entsprach der Betrag, der durch die Abschaffung von Wucher und Zinsen eingespart wurde, 400 Millionen Kilogramm Getreide, wodurch die Leibeigenen massiv entlastet wurden.

Nachdem der Kampf gegen die Rebellion einen grundlegenden Sieg erreicht hatte und die Bewegung zur Abschaffung des Frondiensts und der Leibeigenschaft weiter ging, wurde die Eliminierung des Grundbesitzrechts der Grundbesitzer und die Zerstörung der Grundlage der feudalen Leibeigenschaft zu einer dringlichen Forderung der Leibeigenen, um völlige Freiheit zu erreichen. Die dritte Vollversammlung des Vorbereitungskomitees des Autonomen Gebiets wurde Ende September 1959 abgehalten und verabschiedete eine "Resolution über die Abschaffung der feudalen Leibeigenschaft und Landreform“. Die Resolution legte fest, die gerechten Ansprüche der Millionen Leibeignen zu befriedigen und die feudale Leibeigenschaft am Land abzuschaffen sowie den Bauern das Eigentum am Land zu übertragen. Vor allem auf die Landreform in den Ackerbaugebieten wurde Gewicht gelegt und es wurde betont, dass der Viehbesitz der Nomaden während der Bewegung zur Abschaffung des Frondienst und der Leibeigenschaft nicht angetastet werden sollte.

Der Großteil der Landreform in den Ackerbaugebieten wurde im Winter 1959 und Frühling 1960 durchgeführt. Der erste Schritt war die Beschlagnahmung von Land und Produktionsmitteln von den Grundbesitzern, die an der Rebellion beteiligt gewesen waren. Grundbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, mussten ihr überschüssiges Land, Vieh, Gebäude und landwirtschaftliche Geräte abgeben. Ende 1960, als die Landreform in der gesamten Region nahezu abgeschlossen war, waren mehr als 186.000 Hektar Land, rund 0,23 Hektar pro Kopf, umverteilt worden.

Entsprechend der Maßnahmen wurden das überschüssige Land, Vieh, landwirtschaftliche Geräte und Gebäude der Grundbesitzer, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, übernommen. Insgesamt wurden rund 60.000 Hektar Land, 82.000 Stück Vieh, 20.000 landwirtschaftliche Geräte und 64.200 Gebäude konfisziert. Diese sollten entsprechend ihrem Marktwert innerhalb von acht bis 13 Jahren von der Regierung abgelöst werden. Im September 1961 erhielten mehr als 2000 Haushalte ihre Übernahmezertifikate und die erste Rate wurde ausgezahlt. Fortschrittlichen Persönlichkeiten, die nicht an der Rebellion beteiligt gewesen waren, wurden passende Arbeitsplätze zugeteilt und einige wurden Führungskräfte im Vorbereitungskomitee des Autonomen Gebiets.

Die Hauptarbeit der demokratischen Reform war Ende 1961 grundsätzlich abgeschlossen. Die demokratische Reform stürzte das reaktionäre, rückständige System der feudalen Leibeigenschaft völlig und ermöglichte es Millionen Leibeigenen sich aus der strikten Kontrolle und Unterdrückung der Grundbesitzer zu befreien und ihre Rechte als menschliche Wesen wahrzunehmen, wodurch die Bedingungen der Menschenrechte der Tibeter verändert und der Weg zu gesellschaftlicher Entwicklung in der Region geebnet wurde.

Schaffung des Autonomen Gebiets Tibet

Tibet genießt entsprechend der Verfassung der Volksrepublik China nationale Autonomie. Der Staat schützt die politischen Rechte aller Volksgruppen in Tibet sowohl in nationalen als auch lokalen Angelegenheiten, und vor allem die Autonomierechte der Tibeter bei der Selbstverwaltung lokaler, und ihr Volk betreffender Angelegenheiten. Diese Rechte reichen in jeden Bereich der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Entsprechend der historischen Bedingungen in Tibet und unter Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Faktoren, wurden, als die regionale Autonomie eingerichtet wurde, flexible Maßnahmen eingeführt, die von denen in Gebieten anderer Nationalitäten in China abweichen.

Am 9. März 1955 saß Ministerpräsident Zhou Enlai der siebten erweiterten Tagung des Staatsrates vor, auf der der "Beschluss zur Einrichtung eines Vorbereitungskomitees zur Schaffung des Autonomen Gebiet Tibets" verabschiedet wurde.

Dieser Beschluss legte fest, dass "das Vorbereitungskomitee zur Gründung des Autonomen Gebiets Tibet ein Regierungsorgan verantwortlich zur Vorbereitung der Gründung des Autonomen Gebiet Tibets und dem Staatsrat unterstellt ist. Seine vorrangige Aufgabe ist die Einrichtung regionaler Autonomie in Tibet entsprechend den Bestimmungen der Verfassung der VRCh und der Übereinkunft zur friedlichen Befreiung Tibets von 1951, sowie den realen Bedingungen in Tibet". Der Staatsrat beschloss auch, den Dalai Lama als Vorsitzenden, den Panchen Lama als ersten stellvertretenden Vorsitzenden und Zhang Guohua als zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees einzusetzen.

Die feierliche Gründungskonferenz des Vorbereitungskomitees zur Gründung des Autonomen Gebiet Tibets fand am 22. April 1956 im neu gebauten Lhasa-Saal statt. Die Schaffung des Vorbereitungskomitees ermöglichte es Tibet in Bezug auf die Ausübung der regionalen Autonomie einen wichtigen Schritt vorwärts zu tun, und war ein Meilenstein auf Tibets Weg zur Entwicklung.

Während sich die regionale Autonomie in Tibet reibungslos entwickelte, zettelten einige hochrangige Ewiggestrige, die noch immer die Leibeigenschaft bevorzugten, am 10. März 1959 einen bewaffnete Rebellion an. Als die Rebellion niedergeschlagen wurde, wurden demokratische Reformen eingeführt und dem Volk wurde auf verschiedenen Ebenen Macht übertragen. Entsprechend der realen Bedingungen in Tibet verkündete das Vorbereitungskomitee im Juli 1959 die "Organisation der Bauernverbände in verschiedenen Kreisen, Bezirken und Gemeinden Tibets", und förderte damit, dass Bauernverbände auf Bezirks- und Gemeindeebene als wichtigste politische Kraft agieren konnten.

Bis April 1965 hatten sieben Regierungsbezirke und eine Stadt, sowie 72 Kreise, 20 Bezirke und 300 Gemeinden Volksregierungen eingerichtet. Im März 1962 veröffentlichte das Vorbereitungskomitee einen Entwurf der "Richtlinien zur Durchführung von Wahlen von Kadern auf Basisebene im gesamten Gebiet". Bis Juli beziehungsweise August 1965 waren die Wahlen in den Gemeinden und Kreisen im gesamten Autonomen Gebiet nahezu abgeschlossen. Insgesamt wurden in 1359 Gemeinden und Städten Kommunalwahlen durchgeführt, während 567 weitere Gemeinden und Städte Volkskongresse abhielten, insgesamt also in 92 Prozent aller Gemeinden und Städte des Autonomen Gebiets Tibet. Die politische Macht des Volkes auf Basisebene lag zum überwiegenden Teil in der Hand der ehemaligen Leibeigenen.

In 54 Kreisen des Gebiets wurden erste Tagungen der Volkskongresse abgehalten, auf denen die Kreisvorsteher und ihre Stellvertreter gewählt und die Volkskommissionen der Kreise gegründet wurden. Gleichzeitig wurden 301 Delegierte für den Volkskongress des Autonomen Gebiets gewählt.

Auf Grundlage dessen und nach der Genehmigung durch die Zentralregierung fand von 1. bis 9. September 1965 die erste Tagung des Volkskongresses des Autonomen Gebiets Tibet in Lhasa statt. Damit wurde das Autonome Gebiet Tibet offiziell gegründet und Ngapoi Ngawang Jigmê wurde der erste Vorsitzender des Autonomen Gebiets Tibet.

Einige Bilder

Eine alte Burg in Tibet

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Quelle: german.china.org.cn

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