| Home>Kultur | Schriftgröße: klein mittel groß |
| german.china.org.cn Datum: 08. 07. 2008 |
Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur
Die Zahl der in China lebenden Ausländer ist im Vorfeld der Olympischen Spiele angestiegen. Doch in Bezug auf die Spiele, die in genau einem Monat beginnen, stellt sich die Frage: Ist es wahr, dass das, was heraufgeht, auch wieder heruntergehen muss – oder in diesem Falle – heruntergehen wird?
Beijing beschäftigt sich mit der Antizipation einer Massenabwanderung von Ausländern nach den Spielen.

Doch wird dieser Rush zum Flughafen post-olympische Realität werden?
Lindsay Oliver Klump, die für die Analyse von Talent- und organisatorische Beratung für das international führende Human-Resource-Unternehmen Hewitt Associates zuständig ist, glaubt das nicht.
"Die Zahl der in China lebenden Ausländer ist mit den Jahren angestiegen, und ich vermute, dass dieser Trend anhalten wird", meint sie.
Bis jetzt haben die meisten in China lebenden Ausländer bemerkt, dass - in einer höchst unerwarteten Wende – eine Flucht von Ausländern vor, und nicht nach den Spielen stattfand, und zwar aufgrund einer kürzlichen Verschärfung von Visumsrestriktionen.
Der geschäftsführende Direktor der Deutschen Handelskammer (GCC) in Hong Kong Wolfgang Ehmann erklärt, die GCC habe keine Einflüsse einer post-olympischen Abwanderung von Ausländern erforscht, "da wir keine solche Abwanderung erwarten".
Doch hat sie 512 Firmen bezüglich der Limitierung von Visa zur mehrmaligen Einreise befragt. Nahezu 80 Prozent der 46 Befragten gaben an, sie glaubten, dass die Restriktionen ihren Betrieb negativ beeinflussen würden, während über 40 Prozent "einen ungünstigen mittel- und langfristigen Einfluss" antizipieren.

"Auf jeden Fall werden wir bis Oktober warten müssen, denn dann beginnt die normale Praxis der Visumsausstellung wieder. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann denke ich, müssen wir mit mehr Leuten und Firmen rechnen, die gehen", so Ehmann.
Der Amerikaner Noah Binder war "einer der Glücklichen", die eine Visumverlängerung bis Sommer 2009 bekommen haben. Der 27-Jährige plant, in Beijing Englisch zu unterrichten und im Umweltbereich tätig zu sein, und erklärt, er würde sich freuen, wenn die Zahl der Ausländer nach August sinke.
"Da ich als Englischlehrer arbeite, kann eine Massenabwanderung von Ausländern mir nur finanziell helfen", so Binder.
Viele in China lebende Ausländer, die wegen der neuen Visumsregelungen das Land verlassen müssen, planen, nach den Spielen zurückzukehren, was bedeutet, dass es eine Welle von Rückkehrern im Herbst geben wird. Der Architekt Frisly Colop-Morales aus Guatemala erklärt, rund die Hälfte der Ausländer, die er kennt, müssten gehen, doch er ergänzt: "Sie werden alle im Oktober zurückkommen."
Colop-Morales war unter den Ausländern, für die die Spiele einen großen Reiz zum Umzug nach China hatten.
"Die Olympischen Spiele waren der Auslöser für den Wirtschaftsboom in China, der die Möglichkeiten für Leute im Bereich Architektur vergrößerte und dadurch China zur ersten Anlaufstelle für Architekten machte", so der 29-Jährige, der im August 2006 nach Beijing kam.

Doch er plant, dort zu bleiben, um aus nächster Nähe die Veränderungen der post-olympischen Periode mitzuerleben.
"Ich freue mich darauf, zu sehen, in welche Richtung die architektonische Entwicklung nach dieser Zeit des massiven Baus geht", so Colop-Morales.
Als Kalyani Iyer aus Singapur letztes Jahr ein Forschungsstipendium bekam, sagte sie, konnte sie wählen, wo in der Welt sie es benutzt.
"Ich habe aus vielen Gründen Beijing ausgesucht, doch die Olympischen Spiele waren einer der Gründe", so die 25-Jährige.
Sie plant, nach den Olympischen Spielen ein weiteres Jahr zu bleiben.
Wenn überhaupt erwarte sie einen Zustrom neuer Ausländer nach den Olympischen Spielen, „die hierher kommen, um die neue Infrastruktur, die neuen Gebäude, die neuen Restaurants auszukosten", die für die Spiele errichtet worden sind.
Der Amerikaner Julian Herbstein, der vor vier Monaten nach Beijing kam, um sich selbständig zu machen, stimmt zu.
Er meint, die Rückreise von Ausländern, von denen die meisten direkt in mit den Olympischen Spielen im Zusammenhang stehende Tätigkeiten involviert wären, wäre eine "Ausnahme".

"Jegliche Abwanderung dieser Leute würde durch einen Zustrom von Leuten ausgeglichen, die nach einer (Zurschaustellung) eines Chinas kommen, dass sie vorher noch nicht kannten", so Herbstein.
Die Irin Elizabeth Boylan, die vor eineinhalb Jahren nach Beijing kam, meint, die Spiele hätten sie nicht stark bei ihrer Entscheidung, nach Beijing zu kommen, beeinflusst, und würden genauso wenig ihre Entscheidung, zu bleiben oder zu gehen, beeinflussen.
Dennoch hat sie zwei Karten für die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien, drei Sportwettkämpfe und zwei Schwimmveranstaltungen gekauft.
"Der Auslöser für mich war eher die wirtschaftliche, intellektuelle und professionelle Entdeckung Chinas", so Boylan.
"Dennoch gäbe es eine gewisse Neugierde, wie China sich auf das große Event strukturmäßig, sozial und politisch vorbereiten würde."
Sie glaubt, dasselbe gilt für die meisten anderen in China lebenden Ausländer.
"Wenn es eine Abwanderung gibt, dann waren diejenigen Leute, (die gehen,) nicht kulturell, sozial und politisch in Beijing verankert", meint sie.
"Dann sind sie de facto Durchreisende, und ihre Abreise ist kein Verlust.“
Quelle: Xinhua
Druckversion | Artikel versenden | Kommentar | Leserbrief | zu Favoriten hinzufügen | Korrektur
| Kommentar schreiben |
| Kommentare |
|
Keine Kommentare.
|
| mehr |