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Zehntel der jungen chinesischen Internetnutzer ist süchtig

german.china.org.cn          Datum: 15. 07. 2008

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Rund 9.72 Prozent der chinesischen Internetnutzer im Alter zwischen 13 und 30 Jahren ist internetsüchtig, belegt eine vor kurzem veröffentlichte Studie.

Die Studie definiert einen Internetsüchtigen als eine Person, dessen Leben, Karriere und zwischenmenschlichen Beziehungen von der Nutzung des Internets geschädigt sind, besagt der Bericht, der von der China Youth Association for Network Development (CYAND) erstellt wurde.

"Jede Person, die in eine der drei von uns gebildeten Kategorien passt, wird als Internet-süchtig betrachtet: Erstens: Eine Person fühlt sich online glücklicher oder erfüllter als in der realen Welt. Zweitens: eine Person fühlt sich deprimiert, depressiv oder bekommt Panik, wenn sie aus irgendwelchen Gründen keinen Zugriff auf Internet hat. Drittens: Eine Person lügt ihre Familienmitglieder in Bezug darauf an, wie viel Zeit sie auf Internetnutzung verwendet", lautet der Bericht.

China registrierte Ende 2007 ganze 210 Mio. Internetnutzer, und laut dem China Internet Network Information Center (CINIC), dem Haupt-Beaufsichtiger des Internets, sollen die Chinesen Anfang diesen Jahres zur größten Internetnutzenden Population werden.

Internetnutzer zwischen 18 und 30 Jahren machen einen Anteil von 49,9 Prozent der Nutzer aus. Dabei gab das CINIC nicht die Zahl derjenigen Internetnutzer unter 18 Jahren an. Teenager und Jugendliche machen offensichtlich die Hälfte der Gesamtzahl der Internetnutzer aus.

Unter den Süchtigen wurde in der Studie ein klarer Geschlechterunterschied sichtbar. Rund 13,29 Prozent der jungen männlichen Internetnutzer sind süchtig, und damit 7,18 Prozentpunkte mehr als die weiblichen Nutzerinnen.

68,64 Prozent der Internet-Süchtigen sind männlich und 31,36 Prozent sind weiblich, besagt der Bericht.

Rund 11.39 Prozent der jugendlichen Internetnutzer zwischen 18 und 23 Jahren sind Internet-süchtig, die größte Gruppe im Vergleich zu den Internetnutzern zwischen 13 und 17 Jahren und denen zwischen 24 und 30 Jahren.

Die Studie belegt außerdem, dass eine größere Zahl an jugendlichen Internetsüchtigen an Frustrierung wegen zwischenmenschlicher Beziehungen leidet im Vergleich zu der Zahl derjenigen, die nicht süchtig sind.

Des Weiteren belegt die Studie, dass 21,59 Prozent der Internet-Süchtigen nicht gut mit ihren Familienmitgliedern zurechtkommen, verglichen mit 9,94 Prozent derjenigen, die nicht süchtig sind. 17,49 Prozent der Süchtigen gaben an, keine tiefen Freundschaften zu haben, verglichen mit 9,01 Prozent der Nicht-Süchtigen.

In den letzten Jahren machten zahlreiche seltsame Geschichten über Internet-Sucht Schlagzeilen.

Ein junger Mann namens Zhang Fei aus der südwestlichen Provinz Sichuan sorgte letztes Jahr für Aufsehen. Er wurde zweimal zu Chinas besten Universitäten zugelassen, doch wurde zweimal wegen der Sucht nach Online-Spielen und des Nichtbestehens zahlreicher Prüfungen exmatrikuliert.

Zhang Fei war an der Peking-Universität, eine von Chinas Top-Universitäten, zugelassen worden, doch wurde ein Jahr später exmatrikuliert, weil er durch sieben seiner 18 Kurse durchgefallen war. Er ging zurück auf das Gymnasium und absolvierte die Eingangsprüfung zur Universität im Jahr 2005, mit deren Ergebnis er es auf die ebenfalls hoch angesehene Tsinghua-Universität schaffte, doch verließ die Universität aus demselben Grund.

"Ich fühle mich einfach leer und schlage mit Online-Spielen die Zeit tot. Irgendwie kann ich einfach nicht aufhören", wurde Zhang vom Sender Central China Television zitiert.

Seine ehemaligen Mitschüler beschrieben ihn als Eigenbrödler und Egozentriker. Zhang selbst gesteht zu, dass er mit sich unzufrieden war und häufig keine Lust hatte, mit anderen zu kommunizieren.

2007 hat er zum dritten Mal mit sehr gutem Ergebnis die Eingangsprüfung zur Universität absolviert und wurde im Juli unter psychologischer Behandlung stehend in die Tsinghua-Universität immatrikuliert.

Die Studie belegt, dass 40,77 Prozent der Internet-Süchtigen Online-Spiele spielen, womit deren Zahl 13 Prozentpunkte höher liegt als bei den Nicht-Süchtigen.

"Wir sollten vorsichtig damit sein. Normalerweise führt das Spielen von Online-Spielen zu schwerer Internetsucht", so Hao Xianghong, Generalsekretär der o.g. Gesellschaft.

Die Gesellschaft hatte im September letzten Jahres 12 000 Fragebögen an Schulen, Internet-Cafes und andere öffentliche Einrichtungen an 12 Städte in China geschickt, darunter Beijing, Shanghai, Chongqing und Guangzhou, und 11 023 Antworten erhalten.

Sie führte außerdem Online-Umfragen auf drei führenden Internetseiten durch, wodurch 10,363 Antworten ermittelt wurden.

Quelle: Xinhua

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