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Delegation des Sportmuseums Schweiz besucht Beijing Exklusiv

german.china.org.cn          Datum: 28. 08. 2008

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1 Das Sportmuseum Schweiz hat für die Olympischen Spiele ein kleines Team nach Beijing geschickt. Claudio Miozzari, Leiter Kommunikation, und der Fotograf Benjamin Füglister wollen mit dem Projekt 'sideshots' Sportbilder abseits der Hauptschaupl?tze von Olympia sammeln.
Fotograf Benjamin Füglister (links) und Claudio Miozzari sammeln in China Fotos
 
Von Oliver Zwahlen, Beijing

Das Sportmuseum Schweiz hat für die Olympischen Spiele ein kleines Team nach Beijing geschickt. Claudio Miozzari, Leiter Kommunikation, und der Fotograf Benjamin Füglister wollen mit dem Projekt "sideshots" Sportbilder abseits der Hauptschauplätze von Olympia sammeln.

China.org.cn: Herr Füglister, was sind überhaupt Sideshots?

Füglister: Der Begriff steht für Fotos, die Fotografen bei einem Auftrag gewissermaßen nebenbei schießen. Das könnte ein Sportfotograf sein, der auf dem Weg ins Stadion zum Beispiel einen interessanten Essstand sieht und diesen für sich aufnimmt. Solche Bilder werden in der Regel nur selten veröffentlicht.

Herr Miozzari, wieso interessiert sich das Sportmuseum für solche Nebensächlichkeiten?

Miozzari: Als Museum haben wir die Aufgabe, die Geschichte zu dokumentieren. Und wenn wir ehrlich sind, macht doch erst das Drumherum die Bedeutung von sportlichen Anlässen aus. Es sind die Nebenschauplätze die zeigen, auf welche Weise der Sports auf die Gesellschaft wirkt. Deswegen ist es wichtig, sich nicht nur auf den eigentlichen Wettkampf zu konzentrieren, sondern auch das Publikum, die Medien, die VIP-Zonen und so weiter zu zeigen. Solche Bilder sammeln wir im Sportmuseum.

Was geschieht mit den Bildern?

Miozzari: Sie werden Teil unseres grossen Archivs an Sportfotos. Das Projekt Sideshots ist ein besonderer Bestand unserer Sammlung und konnte dank unserer Partnerschaft mit der Fima Powerade lanciert werden. Es besteht aus historischen Bildern, aus solchen, welche wir auf dieser Reise geschossen haben und später auch aus Fotos, welche User hoch laden. Ins Archiv aufgenommen werden nur besonders aussagekräftige Bilder, deren Inhalte genau dokumentiert und belegt sind. Gerade bei alten Bildern ist dies ein Problem: Man weiß oft nicht mehr genau, von wo und wann sie stammen. Auf diese Weise können wir garantieren, dass "sideshots" ein nachhaltig aufgebautes und gut nutzbares Fotoarchiv wird, das im Internet frei zugänglich ist.

Kommen wir auf China zu sprechen. Unterscheidet sich das Verhältnis von Sport und Kultur zu dem in Ihrer Heimat?

Miozzari: Wir waren insgesamt bloß zehn Tage in China und können das deswegen nur aus dem Bauch heraus beantworten. Bei den Spielen fiel uns die große Begeisterung des chinesischen Publikums auf. Der Anlass selbst freute dabei die Leute fast mehr als der eigentliche Sport. Die Leute haben sich genauso für Cheerleader und Maskottchen begeistern können. In der Schweiz ist man viel mehr auf das Spiel selbst konzentriert. Auch hatten wir den Eindruck, dass es in China ein anderes Verhältnis zum Körper gibt als bei uns. Dies zeigen etwa die vielen Massagesalons oder die Taichi-Übungen am Morgen.

Was für Bilder haben Sie in China fotografiert?

Füglister: Ich habe rund 2000 Fotos geschossen. Sie zeigen oft Leute, die sich gegenseitig fotografieren. Es sind aber auch szenische und kontrastreiche Bilder entstanden, wie etwa ein alter Hutong vor einem modernen Stadion. Also vieles, was die Stimmung zeigt. Im Westen haben wir zwar oft von der Olympiabegeisterung und der Gastfreundschaft der Chinesen gelesen, aber bei den Bildern sahen wir vor allem Sicherheitspersonal vor chinesischen Prunkbauten. Hier wollen wir zeigen, dass es auch ein anderes China gibt.

Wie kommt es, dass Sie gerade mit den Olympischen Spielen begonnen haben? In der Schweiz war doch gerade erst mit der EM 08 auch ein großer Sportanlass.

Miozzari: Die ganze Welt schaut derzeit nach China. Da hat sich das natürlich aufgedrängt. Für die Euro haben wir ein anderes spannendes Projekt umgesetzt, das sich mit der Erinnerungskraft des Fussballs an sich und dem Europameistertitel der Schweiz von 1924 beschäftigte.

Das Sportmuseum Schweiz befindet sich in Basel. Es ist als mobiles Museum international aktiv.

Quelle: german.china.org.cn

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