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| 07. 10. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |

Sammler handeln ihre Waren in Panjiayuan, einem großen Flohmarkt in Beijing.
Shu Wen konnte nicht ahnen, dass der chinesische Sammlermarkt so populär ist. Der Doktorand im Fach Soziologie, der gerade aus Frankreich nach China heimgekehrt ist, hat über den Markt als Teil seiner Studien geforscht, doch war völlig unvorbereitet auf das, was er vorfand.
Forschung unerlässlich
Unter den Sammlern sind wahre Kunstliebhaber genauso wie Spekulatoren, die schnelles Geld mit dem Sammeln machen möchten. Einige sehen das Sammeln als gute Investition an. Sie entdecken Gegenstände mit großem Potential für Wertsteigerung, kaufen und lagern sie, bis der richtige Zeitpunkt kommt, und machen sie dann zu Geld. Danach reinvestieren Sammler das Geld. Mit der Zeit wächst die Größe der Sammlung zusammen mit dem Gewinn.
Eine große Zahl an Sammlern folgt blind anderen ohne zulängliche Kenntnisse über Geschichte, Kunst und anderen relevanten Gebieten, insofern ist die Gruppe der Sammler anfällig für Betrügereien, so Bai Ming, ein bekannter Porzellan-Kenner.
Ye Peilan, ein Porzellan-Experte mit mehr als vier Jahrzehnten Forschungserfahrung im Palace Museum, ist der Ansicht, dass es recht ungewöhnlich für eine Übergangswirtschaft wie China sei, eine so hohe Zahl an Sammlern zu haben. Ye warnte, dass Sammler-Neulinge über den Handel lernen müssen.
Amateur-Sammler sind wegen der wenigen vertrauenswürdigen Bewertungs-Dienste einem hohen Risiko ausgesetzt, auf Fälschungen hereinzufallen. Obwohl 1986 ein nationales Bewertungskomitee für Kulturrelikte in China eingerichtet wurde, hat das Komitee nur Kulturrelikte bewertet, die von der Regierung ausgegraben oder gesammelt wurden. Das Komitee bietet keinen kommerziellen Bewertungs-Service für die Öffentlichkeit an. Es gibt einige privat betriebene Organisationen zur Bewertung von Kulturrelikten, deren Ruf nicht so gut wie der Ruf derjenigen sein mag, die von der Regierung betrieben werden.
Private Museen
Im Zuge der Politik der Reform und Öffnung werden Privatwirtschaft und Privatbesitz anerkannt und geschützt, wodurch das Wachstum von privaten Sammlungen gefördert wird. Einige Sammler besitzen so viele persönliche Gegenstände und werden so wohlhabend, dass sie eigene Privatmuseen eröffnen. Erste Privatmuseen entstanden zunächst in Großstädten wie Shanghai und befanden sich häufig im Haus des Besitzers. Da die meisten Sammlungen keine Kulturrelikte waren, beantragten die Besitzer laut Li Wenchang, einem Redakteur der Weekly of China's Cultural Relics, zumeist keine Zulassung bei der Kulturabteilung der Regierung. Mehrere erhielten die Zulassung durch zuständige Agenturen der Regierung. Im Jahr 1996 ließ das Amt für Kulturrelikte in Beijing die Errichtung von vier Privatmuseen zu.
Die Gesetze für die Erhaltung von Kulturrelikten traten im Jahr 2002 in Kraft. Sie besagen, dass Bürger ihre legalen Privatsammlungen tauschen und übertragen können. Die Gesetze haben das Wachstum von Privatsammlungen und Privatmuseen beschleunigt.
Quelle: Beijing Review
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