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| 01. 12. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Breakdance, Skateboarden und Graffiti sind in Shanghai noch immer Subkultur. Im Gegensatz zu früher, werden die Straßenkünstler jedoch nicht mehr schief angesehen und es gibt – zumindest am Stadtrand – Orte für sie.

Straßenkultur war einst Zeichen von Nichtangepasstheit und Anderssein. Heute ist es bloß ein anderer Lebensstil und es gibt nicht mehr viel Skaten, Tanzen, Rappen und Graffitis auf diesen makellosen Straßen Shanghais.
Der 35-jährige Yang Li erinnert sich noch daran, wie schwierig es war, seine Eltern davon zu überzeugen, dass er kein rebellischer Rowdy ist, als er sich vor 16 Jahren sein erstes Skateboard kaufte. "Damals war jeder, der Skateboard fuhr oder Breakdance machte, grundsätzlich ein "kleiner Rowdy", der Ohrringe trug, sein Haar färbte und die Schule schwänzte um zu spielen", sagte er. Es war ein nicht akzeptiertes Statement der Subkultur. "Wenn wir in der Nachbarschaft Skateboard fuhren, schauten uns die Leute an, als ob wir verrückt wären", sagte Yang, der heute Verkaufleiter ist. Vor kurzem nahm er seinen siebenjährigen Sohn mit zu einem Extremsportfestival in einem der Vororte Shanghais mit.
Früher gab es keine speziellen Plätze oder Parks und man konnte sich alles nur selbst beibringen oder von Freunden lernen, die es selbst erst wenige Monate vorher gelernt hatten, erinnerte er sich. Yang wurde einst von der Polizei verfolgt, weil er auf seinem Skateboard nach Hause fuhr anstatt zu gehen.
Im Vergleich zu der Situation vor zehn Jahren gibt es für die, die Straßenkultur wie Skateboarding, Inlineskaten, Trial, Breakdancing und Graffiti betreiben, mehr Einrichtungen und weniger Feindseligkeit. Es ist auch einfacher Kurse oder Trainingsorte zu finden. Mädchen trifft man dabei jedoch selten an. "In gewisser Weise bin ich neidisch auf die Kids heute, die es einfach haben Kurse und Anlagen zu finden", sagte Yang. "Auch wenn einige Leute sie noch immer für verrückt halten, die meisten halten es einfach für ein Hobby wie Klavierspielen oder Schach."

Es stimmt, dass jetzt, wo Schlabberhosen, Ohrringe und Tätowierungen keine Symbole "kleiner Rowdys" mehr sind, können Liebhaber der Straßenkultur ihr Können stolz in der Öffentlichkeit vorzeigen. Allerdings kann man den Straßen der Innenstadt nicht viel machen, einerseits wegen der Vorschriften und andererseits weil es keinen Platz gibt. Von Zeit zu Zeit tauchen auf manchen Plätzen kleine Gruppen von Skateboardern auf, aber meistens gehen sie in einen Skaterpark weit entfernt vom Shanghaier Stadtzentrum.
Die B-Boys (B steht für Breakdance) tanzen in Shanghai nie auf der Straße wie in New York oder Tokio, und man sieht in der Stadt selten Graffitis, denn es ist abgesehen von einer langen Wand an Moganshan Road Nummer 50, dem kreativen Zentrum der Stadt, verboten. Nur hier und dort kann man welche in den Vororten oder an versteckten Orten sehen.
Quelle: Shanghai Daily
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