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02. 12. 2008 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Von "kleinen Rowdys" zu Künstler einer Subkultur (Teil 2)

Breakdance, Skateboarden und Graffiti sind in Shanghai noch immer Subkultur. Im Gegensatz zu früher, werden die Straßenkünstler jedoch nicht mehr schief angesehen und es gibt – zumindest am Stadtrand – Orte für sie.

Breakdance

1 Breakdance, Skateboarden und Graffiti sind in Shanghai noch immer Subkultur. Im Gegensatz zu früher, werden die Stra?enkünstler jedoch nicht mehr schief angesehen und es gibt – zumindest am Stadtrand – Orte für sie.

Breakdance ist ein wichtiger Teil der Hip-Hop-Kultur und die Tänzer werden als B-Boys oder B-Girls bezeichnet. Die Breakdancer aus Shanghai haben keine großen Erfolge bei nationalen Wettkämpfen errungen, aber es gibt einige Studios und Teams in der Stadt.

"Viele Leute wollen Breakdance lernen, aber nur sehr wenige bleiben mehr als ein Jahr dabei", sagte Dragon Wu, der im Shine Dance Studio unterrichtet. "Viele halten es für cool ohne zu bedenken, wieviel Aufwand dahinter steckt, so gut zu tanzen", sagte Wu. "Die meisten hören auf, weil sie nicht genug Zeit zum Trainieren haben. Und es ist ja nicht so, dass man davon leben könnte."

Auch wenn er Breakdance liebe, meinte Wu, dass es noch immer eine Subkultur mit wenig Potential ist. Anders als Sänger werden Tänzer weltweit oft als Nebendarsteller gesehen, sagte er, und in Shanghai sei diese Ansicht noch extremer. Kommerzielle Veranstaltungen und Klubs ziehen eher neue Sänger als etablierte Tanzgruppen an und viele Breakdancer haben einen anderen Job, von dem sie leben. Auch Wu kann nicht vom Unterrichten und den gelegentlichen Auftritten leben. Normalerweise arbeitet er als Trainer in einem Fitnesszentrum.

Für Amateure wie Justin Lin ist es einfacher. Die 17-Jährige Schülerin fing wegen eines beliebten Computerspiels an, sich für Breakdance zu interessieren. Anstatt Tanzschulen zu besuchen, lud sie Lehrvideos für einfache Grundschritte bis zu ausgefeilten Techniken aus dem Internet herunter. "Es ist wirklich einfach, von Videos zu lernen und ich kann es mir selbst einteilen und muss mich nicht an einen Stundenplan halten", sagte Lin.

Graffiti

2 Breakdance, Skateboarden und Graffiti sind in Shanghai noch immer Subkultur. Im Gegensatz zu früher, werden die Stra?enkünstler jedoch nicht mehr schief angesehen und es gibt – zumindest am Stadtrand – Orte für sie.

Außer den großen Graffitis auf einer Wand an Moganshan Road Nummer 50 kann man im Stadtzentrum nur hier und da kleinere Graffitis sehen, die oft schnell weggewaschen werden. Auch versteckt oder unter Autobahnen oder in U-Bahnstationen in den Vororten kann man welche finden.

"Ich habe mich noch nie mit den Vorschriften beschäftigt, aber es wird allgemein angenommen, dass man in der Stadt nicht auf eine Wand malen kann. Wir denken nicht einmal daran", sagte der 23-jährige Kunststudent Mickey Zhang. Einmal erwischte ihn ein Wachmann, der ihm befahl, sein Graffiti zu entfernen und es nie wieder zu tun. Als guter Junge, versprach er es auch. Heute übt Zhang nur in einem Studio eines Freundes, an der Kunstschule oder auf Anfrage von Freunden.

Anders als Graffitikünstler aus den USA wollen Zhang und seine Freunde keine politischen Ansichten ausdrücken. Es mache nur Spaß, kunstvolle Bilder auf große Wände zu malen.

"Ich fühle mich manchmal jedoch wie ein Dieb, vor allem wenn wir irgendwo draußen Graffitis malen", sagte Zhang. "Wir versuchen immer eine wirklich leere Wand zu finden, wo uns niemand aufhält. Aber was hat es für einen Sinn, wenn es niemand sehen kann?"

 

Quelle: Shanghai Daily

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