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| 02. 12. 2008 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die psychische Gewalt gegen Frauen in China nimmt zu, besonders in der jungen Generation. Rund ein Drittel der 267 Millionen chinesischen Familien hat schon in irgeneiner Form Erfahrungen mit häuslicher Gewalt gemacht.
Häusliche Gewalt in China nimmt zu. Immer häufiger finde sie ihren Ausdruck aber in psychischer und nicht in physischer Form, erklärte Hou Zhiming, Direktorin des Maple Frauenzentrums für Psychologische Beratung, einer in Beijing ansässigen, gemeinnützigen Organisation. Psychische Gewalt sei ein wachsendes Problem zwischen Ehepartnern, sagte Hou gegenüber der China Daily weiter. Psychischer Missbrauch bestehe im Gegensatz zu physischem Missbrauch aus verbalen Ausfällen, Missachtung der Ansichten des Partners oder Ausübung ökonomischer Kontrolle über den Partner, erklärte Hou weiter.

Frauen in Hochzeitskleidern protestieren im Pudong Big Thumb Plaza in Shanghai gegen häusliche Gewalt. [China Daily, 26. November 2008]
Das Maple-Zentrum unterhält mehrere Nottelefone für Opfer von Gewalt und erhält täglich bis zu 1000 Anrufe. "Die meisten der Anrufer sind Frauen, die von Seiten ihrer Ehemänner oder Partner physische oder psychische Gewalt erlitten haben", sagt Hou. "Die Anzahl junger Frauen, die zu Opfern geworden sind, nimmt zu." Physiche Gewalt komme meist in Haushalten mit geringem Einkommen und geringer Bildung vor, während psychische Gewalt in Familien auf der anderen Seite des Spektrums verbreitet sei.
Rund ein Drittel der 267 Millionen Familien in China hat in irgendeiner Form Erfahrung mit häuslicher Gewalt, ergab eine aktuelle Umfrage des Gesamtchinesischen Frauenverbandes. Jiang Yue'e, bei dem Verband für die Rechte der Frauen verantwortlich, erklärte, Gewalt gegen Frauen habe sich in der jüngeren Generation ausgebreitet, seit die Post-80er-Generation das heiratsfähige Alter erreicht habe. "Da die Post-80er-Generation ein höheres Bildungsniveau besitzt, neigt sie eher zu psychischer als physischer Gewalt", zitierte die Beijing Times Jiang. Jiang sprach auf einer Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen.
Jiao Mingming, eine Psychaterin am chinesisch-japanischen Freundschaftskrankenhaus in Beijing, ist der Ansicht, "Paare, die sich fühlen, als seien sie im 'kalten Krieg' miteinander, sollten so schnell wie möglich Beratung in Anspruch nehmen." "Sie müssen versuchen, ihre Probleme zu lösen, statt sie zu ignorieren, bis ihre Ehe kurz vor dem Aus steht", sagte Jiao. "Psychische Gewalt nimmt weiter zu. Sie wird oft durch den steigenden Arbeits- und wirtschaftlichen Druck des modernen Lebens ausgelöst." "Nachdem Frauen eine größere finanzielle Unabhängigkeit gewonnen und ihren sozialen Status verbessert haben, wollen sie nun ein größeres Mitspracherecht bei Familienangelegenheiten. Dadurch ändert sich die traditionelle Rolle der Frau und das kann zu Auseinandersetzungen führen", sagte Jiao weiter.
Quelle: China Daily
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