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| 24. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Eine Studie mit chinesischen Mittelstufenschülern über Internet-Bekanntschaften hat alarmierende Statistiken zutage gebracht. Negative Effekte fürs Lernen und starke Beeinflussung bis hin zur Abhängigkeit vom Chatten sind unter den Ergebnissen der Umfrage.

Eine groß angelegte Studie mit Mittelstufenschülern vom chinesischen Festland über Internet-Bekanntschaften hat alarmierende Statistiken zutage gebracht. Beispielsweise gaben nur sechs Prozent der befragten Mittelstufenschüler an, dass Internet-Bekanntschaften zu ihrem Lernen beitrügen, während 41 Prozent sagten, sie hätten sogar einen negativen Einfluss sowohl auf ihr Lernen als auch auf ihr Leben. So belegt es eine Umfrage, die vor kurzem vom Shanghaier Forschungsinstitut für Erziehungswissenschaft veröffentlicht wurde.
Im Rahmen der Studie unter Leitung des Bildungsministeriums wurden rund 2.000 Mittelstufenschüler in zehn Städten und Provinzen befragt, darunter Shanghai, Beijing und Guangdong. Per Fragebogen und direkte Befragung wurde untersucht, wie Mittelstufenschüler Internetfreunde gewinnen und was für Auswirkungen das Chatten mit ihnen hat.
Sun Caiping und Tang Yan, die Leiter der Studie, waren überrascht von dem Ergebnis der Umfrage: Über 40 Prozent der Schüler gaben an, ihr Leben sei durch Internet-Bekannte beeinflusst worden. Rund 35 Prozent der Befragten erklärten, sie ließen sich durch Standpunkte von Internetfreunden beeinflussen, während fünf Prozent sogar meinten, sie seien schon so auf die Online-Freunde angewiesen, dass die Beziehung zu diesen erheblich ihre Stimmung beeinflusse. Einige Schüler gaben zu, sogar den Unterricht zu schwänzen, weil sie die ganze Nacht durch chatteten. Aber immerhin gab zusammenfassend nur weniger als ein Prozent der Schüler an, dass Online-Freunde ihnen mehr Unterstützung gäben als wirkliche Freunde.
Offenheit, Humor und Höflichkeit waren die meist genannten Eigenschaften, nach denen die Befragten sich ihre Internetfreunde aussuchen. Mädchen gaben an, sie löschten normalerweise Personen, die einen schlechten Ton drauf hätten. Die meisten der befragten Schüler erklärten, sie bevorzugten Online-Freunde, die fünf oder zehn Jahre älter seien als sie selbst. Zirka neun Prozent sagten, sie achteten auf sämtliche Eigenschaften ihrer Internetfreunde, 17 Prozent finden Intelligenz wichtig, 19 Prozent gehen nach dem Aussehen und 31 Prozent bewerten nach dem Charakter. Der Rest gab an, nach dem Instinkt zu gehen.
Die häufigsten Themen beim Online-Chatten sind Alltag, Gefühle und persönliche Erfahrungen, während weniger als 30 Prozent sich über das Lernen austauschen. Allgemeine Themen aus dem Leben sind der beliebteste Gesprächsstoff für Mädchen, wohingegen Jungen eher an Sex interessiert sind, belegt die Umfrage.
Rund 69 Prozent der Befragten erklärten, sie mögen das Chatten im Internet, weil es etwas Mysteriöses habe, sich anonym auszutauschen. Die anderen Gründe, aus denen sich die befragten Schüler Internetfreunde suchen, waren ganz unterschiedlich: Knapp die Hälfte sucht nach emotionaler Unterstützung durch Online-Freunde, und 38 Prozent chatten nur dann im Internet, wenn sie in schlechter Stimmung sind. Manche fühlen sich sogar, als wären sie endlich zu Hause, wenn sie auf Internetforen gehen, da die Äußerungen ihrer Internetfreunde ihnen besser gefielen als die ihrer Eltern.
Quelle: Shanghai Daily
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