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04. 03. 2010 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

China will bis in einem Jahrzehnt Chancengleichheit bei der Bildung erreichen

Die chinesische Regierung versprach, die Qualität der Schulen zu verbessern und gerechtere Bildungschancen für alle zu schaffen. Dies will sie in den nächsten Jahrzehnten mittels Reformen und einem höheren Budget erreichen.

Der Entwurf für die mittel- und langfristige Erziehungsreform und die Entwicklung des Bildungswesens (2010 – 2020) wurde am Sonntag veröffentlich. Darin ist zu lesen, dass die staatlichen Investitionen ins Erziehungswesen schrittweise auf vier Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts erhöht werden sollen. Im Jahre 2008 lagen sie bei 3,48 Prozent.

Vize-Finanzminister Ding Xuedong betonte am Sonntag, dass dieses Ziel zwar ambitioniert sei, zugleich aber auch eine Herausforderung darstelle, da andere Sektoren wie die Landwirtschaft, Wissenschaft und Technologie, das Gesundheitswesen und die soziale Sicherheit ebenfalls Investitionen brauchen. "Die Regierungen auf allen Ebenen müssen sich noch mehr anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen", erklärte er und fügte hinzu, dass die Regierung das Budget für die Erziehung durch eine effektivere Besteuerung und einer besseren Verwaltungsarbeit erhöhen wolle.

Der Erziehungsminister Yuan Guiren sagte bei einer Pressekonferenz am Sonntag, dass es in den kommenden zehn Jahren die dringendste Aufgabe sei, beim Zugang zur Erziehung Chancengleichheit zu garantieren. Gleichzeitig müsse jedoch auch die Qualität der Erziehung verbessert werden. "Um dies zu erreichen, müssen die Lokalregierungen der Entwicklung des Erziehungswesens die höchste Priorität einräumen", so Yuan. Zudem solle die Erziehungsreform mittels Innovationen vertieft werden.

China werde insbesondere in den Schulen auf dem Land mehr Geld investieren, um die Elementar- und Mittelschulen zu verbessern. Konkret nennt der Bericht Investitionen in Schulgebäude, Unterrichtsmaterialien, Bibliotheken, Sportgeräte und Schlafstätten für die Schüler. Auch sollen mehr College-Abgänger ermutigt werden, an Elementar- und Mittelschulen in abgelegenen und armen Regionen zu unterrichten.

China werde künftig auch die Entwicklung der beruflichen Bildung unterstützen. Bei Pilotprojekten soll sich zeigen, wie diese Schulen die Anforderungen von Unternehmen erfüllen können, heißt es im Bericht weiter. Gymnasien und Universitäten sollen den Zugang flexibler gestalten und nicht mehr bloß die Resultate von Prüfungen betrachten. Der Vorschlag betonte auch, dass Privatschulen gefördert werden sollen. Die teilweise für sie ungünstigen politischen Einschränkungen sollen aufgehoben werden. Im Jahre 2008 gab es landesweit gut 100.000 Privatschulen, die insgesamt rund 28 Millionen Schüler unterrichtet haben.

In dem Erziehungsprogramm wird auch betont, dass die Kinder von Wanderarbeiter künftig dort ihre Gymnasialabschlüsse machen können, wo ihre Eltern arbeiten. Dies ist ein weiterer Schritt zu einer Chancengleichheit bei der Bildung für diese Kinder. Auch solle künftig die Schulverwaltung weniger bürokratisch sein. Dies sei bisher ein großes Hindernis bei der Entwicklung des Erziehungswesens in China gewesen.

Quelle: Xinhua

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