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01. 07. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Künftig mehr wetterbedingte Naturkatastrophen in China

China muss sich künftig auf extreme Wetterbedingungen einstellen, sagten Wetterexperten. Seit den 1990er Jahren wurde ein Trend zu mehr wetterbedingten Naturkatastrophen festgestellt.

"Extreme Wetterbedingungen werden in Zukunft häufiger vorkommen, da die Atmosphäre instabil geworden ist. Eine indirekte Folge davon kann der Treibhauseffekt sein", sagte He Lifu, ein Experte für Wettervorhersage beim Chinesischen Wetterinstitut, meldete die Tageszeitung China Daily. Extreme Wetterereignisse wie Dürre, Stürme und Überschwemmungen hätten zugenommen und seien schlimmer geworden, sagte er.

Das Wetterinstitut reagierte im vergangenen Jahr auf 16 Notfälle, die sich auf wetterbedingte Katastrophen bezogen – die meisten seit 1949.

Statistiken des Ministeriums für Zivile Angelegenheiten zufolge verursachten extreme Wetterbedingungen einen wirtschaftlichen Schaden von im Durchschnitt jährlich 176.2 Milliarden Yuan (18 Milliarden Euro) in den 90ern. Zwischen 2004 und 2008 stieg die Zahl jedoch auf einen jährlichen Schnitt von 244 Milliarden Yuan (25 Milliarden Euro).

Die Staatliche Behörde für Hochwasser- und Dürrebekämpfung warnte in einer Stellungnahme: "Seit den 90ern sind Dürren häufiger geworden und verursachen mehr Missernten im Land. Dürren haben sich in den letzten Jahren ausgedehnt. Sie werden im Norden intensiver und erreichen nun sogar den feuchten Süden und Osten."

Zhang Jiatuan, Direktor für die Dürrebekämpfung in der Behörde sagte, dass der durch Dürre verursachte Getreideausfall seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt jährlich 37.28 Millionen Tonnen beträgt – fast das Doppelte von dem in den 1980er Jahren.

Der jährliche Durchschnittsanteil von dürregeschädigten Ernten im Land stieg von 48 Prozent in den 1990er Jahren auf rund 59,3 Prozent seit 2000.

Der gefühlte Anstieg von ungewöhnlichen Wetterbedingungen in China stimmt mit einem Jahresbericht des Roten Kreuzes vergangene Woche überein. Der Bericht bestätigt einen weltweiten Trend nach stärkeren Unwettern für das Jahr 2008.

Die International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) meldete, die Anzahl der Opfer bei Naturkatastrophen im letzten Jahr betrug 235.736 und wurde nur 2004 durch den Tsunami im Indischen Ozean übertroffen. Dieser verursachte einen Schaden von mehr als 129 Milliarden Euro.

"Den Trend nach einem Anstieg von wetterbedingten Katastrophen seit dem letzten Jahrzehnt, können wir bestätigen. Das beunruhigt uns und setzt unsere Organisation unter zusätzlichen Druck", sagt Maarten van Aalst, ein Autor des Berichts.

"In den 1990er Jahren gab es im Durchschnitt rund 200 wetterbedingte Naturkatastrophen pro Jahr, im vergangenen Jahrzehnt gab es im Schnitt 350, im letzten Jahr hatten wir 297. Dies liegt weit über der gewöhnlichen Anzahl in der Vergangenheit."

Allein im Juni haben Unwetter wie starke Stürme und Orkane den größten Teil des Landes getroffen. Die Provinz Anhui wurde zwei Mal, am 3. und 14. Juni, getroffen, wobei 37 Menschen starben und es rund 5 Millionen Opfer gab.

Seit vergangenem Mittwoch werden viele Provinzen Chinas von sengender Hitze heimgesucht. Temperaturen erreichen mindestens 35 Grad Celsius, in einigen Gebieten im Norden der Provinz Hebei sogar 40 Grad.

Quelle: China Daily

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