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| 06. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Seen der Volksrepublik leiden. Viele von ihnen sind stark geschrumpft oder ganz verschwunden, manche haben mit Überdüngung zu kämpfen.

Chinas zweitgrößter Süßwassersee, Dongting, schrumpfte flächenmäßig um mehr als die Hälfte in bloß einem Monat, wie ein Meteorologe gestern sagte. Die Fläche des Wasserspiegels des Sees, welcher sich von der Provinz Hubei bis in die Provinz Hunan erstreckt, habe Mitte Oktober noch 537,84 Quadratkilometer betragen, was nur 40 Prozent seiner Fläche in September seien, so Liu Jinghui vom Wuhan Regionalklimaforschungszentrum des meteorologischen Büros der Provinz Hubei. Satellitenüberwachung zeige, dass das wasserbedeckte Gebiet im September 1338,57 Quadratkilometer betragen habe, sagte Liu Jinghui, der sich auf eine Untersuchung im letzten Monat beruft. Er sieht die Ursache für die drastische Schrumpfung in einer Dürre, welche die Region des Sees seit August heimsucht. Die durchschnittlichen Niederschläge gingen um 50 Prozent, in manchen Gebieten sogar um 90 Prozent, zurück.
Süd- und Zentralchina erlitten derzeit eine extreme Dürre, was den Wasserzufluss des Dongting Sees und vieler weiterer Seen stark einschränke, erklärte Shen Xiaoli, Generalingenieur des Instituts der Umweltwissenschaft der Provinz Hubei. Liu führte aus: „Der Rückgang im vergangenen Monat war der stärkste, welcher in den vergangenen 100 Jahren beobachtet wurde.“ Einer Untersuchung zufolge käme zu den Auswirkungen des Klimawandels noch die Wasserspeicherung im Drei-Schluchten-Damm im Yangtze-Fluss, was den Zulauf des Flusses ebenfalls einschränkte. „Wir brauchen aber weitere Untersuchungen, um die genauen Ursachen festzustellen“, relativierte Liu. Die monatlichen Zahlen zeigen aber nicht die langfristigen Veränderungen des Sees, da meteorologische und andere Faktoren sich stark in einer kurzen Periode verändern könnten. Seit 2001, als die Überwachung begann, sei die Wasseroberfläche um etwas mehr als einen Prozent oder etwa 16 Quadratkilometer im Jahr gesunken, erklärte Liu.
Ein globales Problem. Der Rückgang der Wasserspiegel, die Verschmutzung und die ökologische Verschlechterung sind große Probleme für die Seen auf der ganzen Welt. Die Seen sind durch die globale Erwärmung und das rasche industrielle und landwirtschaftliche Wachstum empfindlich geworden. Die Provinz Hubei, einst bekannt als „Provinz der Tausend Seen“ besitzt nur noch 2438 Quadratkilometer von Seen bedeckte Gebiete, was 34 Prozent der Fläche, welche noch in den 1950er Jahren bedeckt wurde, sind. In ganz China gibt es über 24.800 Seen, doch 20 von ihnen verschwinden jedes Jahr. Zudem sind viele Seen wegen starkem Wasserabfluss überdüngt. In den letzten zehn Jahren erlitten viele große Seen in China Ausbrüche der Cyanobakterien (blaue Algen), was die Behörde dazu zwang, teuere Notfallkampagnen durchzuführen.
Quelle: Shanghai Daily
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