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| 25. 11. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Einwohner des Distrikt Panyu in Guangzhou wollen keine Müllverbrennungsanlage vor ihrer Haustür. Das Gebiet droht jedoch im Müll zu versinken, wenn nichts unternommen wird.
Die Gegenwehr gegen eine geplanten Müllverbrennungsanlage in Guangzhou in der Provinz Guangdong habe am Montag zu genommen, nachdem hunderte Menschen vor einem Regierungsgebäude demonstriert hätten, erzählten Demonstranten. Einem Pressebericht zufolge nahmen etwa 400 Demonstranten an der Demonstration teil, während hunderte Polizisten die Menge einschlossen und die Strassen verbarrikadierten, um Hunderte weitere Demonstranten vom Mitmachen abzuhalten.

Die Anfangsgruppe von 200 Personen traf am Montag um 9 Uhr beim Guangzhou Verwaltungskomitee ein. Dies war während der monatlichen Sprechstunde, an welcher die Funktionäre Besucher empfangen und ihre Sicht über die Stadtplanung und -Verwaltung darlegen. Da viele die Funktionäre nicht treffen konnten, gingen sie zu einem nahegelegenen Bürogebäude der Regierung. Manche Demonstranten trugen Masken und zeigten Schilde mit Aufschriften wie "Keine Müllverbrennung, bewahrt die Umwelt Guangzhous". Die Demonstration endete nachmittags um 3 Uhr. "Wir hofften, dass die Funktionäre mit jedem von uns reden würden. Stattdessen beharrten sie darauf, dass wir fünf Repräsentanten schicken, um mit ihnen zu verhandeln", erzählte Lü, ein Einwohner von Panyu, der Global Times am Montag in einem Telefoninterview. Er sagte, dass die Protestanten nicht "repräsentiert" werden wollten, und den Rücktritt von Lü Zhiyi, dem ehemaligen Direktor für Städtebau, Umweltfragen und Instandhaltung, forderten, da er einen "schlechten Leistungsausweis" besäße.
Projekt Unantastbar. Lü, der jetzt Vizesekretär von Guangzhous Regierung ist, sagte den Journalisten am Sonntag, dass er das Projekt unterstütze und es "unantastbar" sei. Manche Dorfbewohner aus Panyu sagten den Journalisten ihrerseits, dass sie von den Demonstrationen ferngehalten wurden. Wen Yunchao, ein populärer Blogger aus Guangzhou, erzählte der Global Times, dass die Proteste nicht organisiert, aber generell friedlich gewesen seien. "Da wir keinen Vertreter bestimmt hatten, endete die Demonstration ohne Resultate. Doch es ist ein gutes Zeichen, dass die Menschen solche Aktionen durchführen und sich nicht fürchten", meinte er. Manche Anwohner schätzen die Anzahl Teilnehmer zwischen 1500 und 2000 Personen, doch die Polizei bestätigte dies nicht.
Viele Bewohner konnten sich erfolgreich mit den Funktionären treffen. Zhang Jiangguo, Vizedirektor der Guangzhou Stadtverwaltung, erzählte, dass er den Einwohnern gesagt habe, dass das Projekt diskutiert werden könne. Diejenigen, welche dagegen sind, dürften Fragen stellen, berichtete Dayoo.com, eine Nachrichtenwebsite der Guangzhou Daily Zeitung. Panyu, ein Distrikt mit 2,5 Millionen Einwohnern, habe im vergangenen Jahr etwa 600.000 Tonnen Abfall produziert, also 1640 Tonnen pro Tag, sagte Ye Wen, Vizedirektor des Panyu Stadtversorgungs- und Landschaftsbüros. "Das Gebiet droht im Müll zu versinken, da bis 2010 ganze 2200 Tonnen Abfall pro Tag zu erwarten sind. Dies sind mehr als die Kapazitäten der heutigen Deponien", warnte er.
Quelle: Global Times
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