US-Rechtsanwalt sammelt Müll in Huangshi

Ein pensionierter amerikanischer Rechtsanwalt hat sich dem Umweltschutz in der zentralchinesischen Provinz Hubei verschrieben. K. L. Rothey (67) hat sich den chinesischen Namen "Luqi" (Bettler am Straßenrand) gegeben und sammelt in den Straßen Haungshis Müll auf.

"Einige Menschen sehen vielleicht auf Bettler die Müll sammeln herab. In meinen Augen tun sie eine ehrenhafte und umweltfreundliche Arbeit", sagte Rohtey der People's Daily.

Rothey hat 2004 die chinesische Kalligrafin Meng Shunbo geheiratet und sich in der Stadt Huangshi in der Provinz Hubei niedergelassen.

Seit er oft in den Straßen beim Müllsammeln zu sehen ist, ist er in der Stadt zu einem "Star" geworden. "Huangshi ist meine Heimat, daher hoffe ich, dass es sauberer und schöner wird", sagte Rothey.

Seine Arbeit hat viele der lokalen Anwohner berührt und ermutigt. Heute arbeiten neben ihm Hunderte von Freiwilligen und sammeln Müll oder fördern die Aufmerksamkeit für Umweltfragen.

Rothey hat die Freiwilligen, unter denen sich zahlreiche Studenten befinden, außerdem dazu gebracht, in vielen anderen Städten Müll zu sammeln, unter anderem auch in der Provinzhauptstadt Wuhan.

Weggeworfene Zigarettenkippen, Plastiktüten und Papier wandern in Mülltonnen und die dreckigen Straßen verwandeln sich in saubere.

Guo Jie aus Wuhan hat sich der Säuberungsaktion angeschlossen. "Ich bereue, dass ich meine Tochter nicht mitgenommen habe. Sie hätte eine wertvolle Lektion über Umweltschutz lernen können."

Rotheys Ehefrau war anfänglich vom Verhalten ihres Ehemannes irritiert, ist heute aber eine starke Unterstützerin seiner Anstrengungen. "Am Anfang habe ich ihn nicht verstanden und nur gedacht Müllsammeln sei schmutzig", sagte Meng in einem Interview mit dem Tianjiner Volksradio. "Aber Rothey erklärte mir, Müll einzusammeln sei nicht schmutzig, Müll auf die Straße schmeißen sei schmutzig."

Rotheys Motto ist "Pflicht, Wille, Geist und Geduld." Er glaubt, die Regierung könne bei der Förderung des Umweltbewusstseins der Menschen eine größere Rolle spielen. "Die Regierung könnte mehr Mülltonnen zur Verfügung stellen und mehr Müllbeseitigungsanlagen einrichten", sagte Rothey der Chanjiang Times, einer lokalen Wuhaner Zeitung. Chinas Wirtschaft entwickele sich sehr schnell und der Umweltschutz dürfe nicht zurückfallen.

Für Rothey ist das Aufsammeln von Müll keine Antwort auf das Problem, solange es nicht mit der Förderung des Umweltbewusstseins verbunden ist. "Zu viele Menschen denken, Umweltschutz gehe sie nichts an", glaubt er. "Einige chinesische Häuser sind sehr sauber, aber ein paar Schritte weiter kann es sehr dreckig sein."

Rothey wuchs auf einem Bauernhof in den Vereinigten Staaten auf. Er besuchte China zum ersten Mal 1984 und entwickelte ein starkes Interesse an der chinesischen Kultur und spricht heute fließend Mandarin.

Rothey sagte, er wolle seine Müllsammelrunden so lange fortführen, wie er dazu in der Lage sei. "Was ich aufsammele ist nicht der Dreck auf den Straßen, es ist der Dreck in den Köpfen der Menschen", erklärte Rothey der People's Daily weiter.

(China.org.cn, China Daily, 5. Januar 2007)