Immer mehr ausländische Frauen arbeiten in China

Die Anzahl der in China lebenden Ausländer wird auch in diesem Jahr weiter ansteigen, ergab eine Studie von Hewitt Associates, einem internationalen Unternehmen für Personalvermittlung.

Bisher bedeute dies, dass mehr ausländische Männer zum arbeiten nach China kamen. Nun aber deutet sich eine neue Tendenz an, nach der zunehmend auch internationale Karrierefrauen ihren Weg auf den chinesischen Arbeitsmarkt finden.

Ein großer Teil der in China lebenden Ausländer konzentrieren sich auf Shanghai, besonders sind hier die großen Gemeinschaften der in der Stadt lebenden Amerikaner und Deutschen zu nennen. Nach Angaben des städtischen Amtes für Arbeit und soziale Sicherheit arbeiteten im Juni 2006 rund 51.000 Ausländer in Shanghai. Über die Hälfte von ihnen ist in der Dienstleistungsindustrie beschäftigt.

Ein Viertel der 3600 Mitglieder der amerikanischen Handelskammer in Shanghai, der größten US Handelskammer in Asien, sind Frauen – Tendenz steigend. Alle Mitglieder der Handelskammer sind mittlere oder höhere Angestellte.

Brenda Foster ist nicht nur ein wichtiges Mitglied der Ausländergemeinschaft in Shanghai sondern auch Präsidentin der amerikanischen Handelskammer. Sie wurde im vergangenen September in Hawaii für diese Position angeworben. Foster sagt, Shanghai sei eine dynamische Stadt und offen für ausländische Frauen.

"Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Geschäftsfrauen in der Stadt – ausländische und chinesische", erklärt Foster. "Wenn man bereit ist hart zu arbeiten, dann gibt es auf dieser Welt nur wenige andere Städte, die Frauen so viele Möglichkeiten bieten wie Shanghai."

Eine andere erfolgreiche Geschäftsfrau in Shanghai ist die Deutsche Gerda Wellnitz. Im März 2006 verkaufte Wellnitz ihre erfolgreiche Werbeagentur im Münchner Raum und zog nach Shanghai.

Nun ist Wellnitz (43) Marketing und Sales Direktor bei Yingyazhijie Advertising. Sie ist darauf spezialisiert deutschen Kunden eine Kombination aus Executive Marketing und Kenntnissen über die interkulturellen Herausforderungen anzubieten, die zwischen chinesischen und europäischen Unternehmen stehen.

Wellnitz begann Putonghua, die chinesische Hochsprache, zu lernen, nachdem sie nach Shanghai gezogen war, "da es in der Kommunikationsindustrie sehr wichtig ist, die lokale Sprache zu beherrschen und es mir hilft, die Denkweise der Chinesen zu verstehen."

"Um als Geschäftsfrau in Shanghai Erfolg zu haben, braucht man Enthusiasmus und ein Netzwerk", sagt Wellnitz. "Diese Dinge brauchen Zeit. Da ich vermutlich nur drei bis vier Jahre in Shanghai leben werde, gründe ich hier nicht mein eigenes Unternehmen."

Vor 10 Jahren erhielt Sharon Rugebregt als jüngste Frau in Indonesien eine hochrangige Position im Bereich Sales and Marketing. Rugebregt leitete das prestigereiche Hyatt Hotel in Jakarta, bis sie im Dezember 2005 nach Shanghai umzog. Heute, im Alter von 34 Jahren, bietet sie der Lufthansa und einigen lokalen Hotels in Shanghai Dienstleistungen im Bereich Marketing an.

"Für mich ist es am wichtigsten, dass ich als ich selbst wahrgenommen werde und nicht nur als Frau Rugebregt", sagt sie und betont die Bedeutungslosigkeit des Geschlechts in vielen Berufen.

(China.org.cn, China Daily, 29. Januar 2007)