| Kunming schafft Ausnüchterungsangebot für ausländische Trinker |
![]() Für Ausländer in Kunming die ihren Alkoholkonsum nicht kontrollieren können, ist in der Provinzhauptstadt der südwestchinesischen Provinz Yunnan nun eine Ausnüchterungsabteilung eingerichtet worden. Die Abteilung wurde vom Kunminger Volkskrankenhaus Nummer 1 speziell für Ausländer geschaffen und am 16. Januar eröffnet. Dieser Schritt kam, nachdem häufig betrunkene Ausländer auf den Straßen der Stadt gefunden worden seien, berichtet die Yunnan Daily. Kunming ist ein beliebtes Reiseziel und wurde im vergangenen Jahr von rund 50.000 ausländischen Reisenden besucht. Im Jahr 2006 behandelte die Polizei 19 Fälle mit betrunkenen Ausländern. Englisch sprechende medizinische Mitarbeiter und Polizisten werden die Hilfe und die freiwilligen oder notwendigen Ausnüchterungsangebote für Ausländer koordinieren. "Das Angebot ist das erste derartige Angebot für Ausländer in China und wird in Zusammenarbeit mit der Polizei durchgeführt", sagte der stellvertretende Direktor des Krankenhauses, Liu Yuming. "Die Einbeziehung der Polizei wird den Umgang mit ausländischen Trunkenbolden vereinfachen." Bisher habe die Abteilung noch keinen Patienten aufgenommen, sagte Liu. Aber mit der zunehmenden Anzahl an Ausländern die in die Stadt kommen, werde es nicht lange dauern, bevor die ersten eintreffen, meinte Zhao Jian, ein Polizeioffizier des Bezirks Xishan. Als Beispiel zur Illustration des Problems erzählte Zhao die Geschichte eines Ausländers, der sturzbetrunken auf einem Gehweg gefunden wurde und dem alle Besitzgegenstände, darunter auch Pass und Portemonnaie, abhanden gekommen waren. "Das Ausnüchterungsangebot wird helfen, solche Fälle zu vermeiden und sicherstellen, das Ausländer einen friedlichen Aufenthalt in Kunming erleben", glaubte Zhao. Nach einem Versuchslauf im Bezirk Xishan, indem sich viele Ausländer aufhalten, plane die Polizei das Angebot auf die ganze Stadt auszudehnen, erklärte Zhao weiter. Aber nicht alle heißen das Vorgehen in Kunming gut. So sagte zum Beispiel der für die Rubrik Nachtleben zuständige Editor des Magazins Thats Beijing, Oliver Robinson, dass einige Ausländer in China durchaus einmal zuviel trinken, aber "es reicht aus, sie einfach nach Hause zu schicken. Das Angebot, wenn es auch eine nette Idee ist, ist überflüssig." (China.org.cn, China Daily, 29. Januar 2007) |



