Auch Ausländer können Nachfolger Konfuzius sein

Konfuzius lebte und lehrte vor rund 2500 Jahren. Heute hat er mehr als 3 Millionen Nachfahren, die auf der ganzen Welt verteilt leben. Allerdings wurden bisher weder Frauen noch Angehörige ethnischer Minderheiten in dem Stammbaum berücksichtigt. Genau das möchte das "Komitee für die Zusammenstellung der Genealogie des Konfuzius" nun nachholen.

Das Komitee hat seinen Sitz in Jinan, der Hauptstadt der Heimatprovinz Shandong des Philosophen und Erziehers, und hat nun alle Nachkommen aufgerufen, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft mit dem Komitee Kontakt aufzunehmen, ihre Ahnenschaft zu belegen und auf diese Weise bei der Erstellung eines umfassenden Stammbaumes zu helfen.

Es handelt sich um das erste Mal, dass auch Ausländer und zum Islam Konvertierte in den Stammbaum aufgenommen werden. Die Nachkommen des Philosophen, die während der Yuan-Dynastie (1271-1368) zum Islam konvertierten, leben in engen Gemeinschaften im östlichen Teil der nordwestchinesischen Provinz Qinghai.

Die Veränderungen im Stammbaum, besonders die Berücksichtigung von Frauen, ist bedeutend, da Konfuzius selbst Frauen als dem Manne nachgestellt betrachtete und dies dadurch zu einem Teil der traditionellen chinesischen Überzeugungen wurde. Außerdem werden künftig die Namen ihrer Ehemänner kleiner geschrieben.

Über 50.000 Nachfahren von Konfuzius oder auch Kongzi leben im Ausland, sagt der 81 Jahre alte Nachfahre von Konfuzius’ in der 77sten Generation, Kong Deyong, der dem Komitee vorsitzt.

Die als "Erste Familie unter dem Himmel" bekannte Familie der Kong spannt sich mittlerweile über 83 Generationen. Der Stammbaum wurde zuvor bereits vier Mal überarbeitet, zum ersten Mal in der Ming-Dynastie (1368-1644) während der Herrschaft des Kaisers Tianqi (1621-1627), dann unter den Kaisern Kangxi (1661-1722) und Qianlong (1735-96) in der Qing-Dynastie (1644-1911) und zuletzt in den 1930er Jahren.

Bei der letzten Überarbeitung ergab der Stammbaum 560.000 Familienmitglieder. Im Rahmen der neuen Überprüfung haben sich bisher über 1,2 Millionen Kongs gemeldet und ihre Nachkommenschaft belegt. Es werde allerdings erwartet, dass die Zahl noch auf mindestens 1,8 Millionen Nachfahren anwächst, sagte Kong Deyong.

Die neuerliche Überarbeitung des Stammbaums wurde von dem 87 Jahre alten Kung Te-cheng, dem auf Taiwan lebenden Cousin des Vorsitzenden, genehmigt. Kung ist der Erbe des fast 1000 Jahre alten Titels Yan Sheng Gong ("Lord des heiligen Blutes"). Kaiser Renzong (1022-1063) hatte diesen Titel in der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127) dem führenden Nachkommen des Philosophen in der 46. Generation verliehen.

(China.org.cn, China Daily, 6. Februar 2007)