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| 20. 07. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die von China gehaltene Menge von US-Staatsanleihen – die größte Reserve der Welt außerhalb der USA – ist im Mai um 38 Milliarden US-Dollar (27 Milliarden Euro) auf 801,5 Milliarden US-Dollar (568,7 Milliarden Euro) gestiegen, meldete das US-Finanzministerium in der letzten Woche.
Chinas Anteile an US-Staatsanleihen übersteigen damit erstmals 800 Milliarden US-Dollar (567,6 Milliarden Euro). Das entspricht 37,6 Prozent von Chinas Devisenreserven im Gesamtwert von 2,13 Billionen US-Dollar (1,52 Billionen Euro).
Japan, Russland und Kanada hingegen haben im Mai US-Anleihen verkauft. Japan, der zweitgrößte Investor, reduzierte seine Anleihen um 8,7 Milliarden US-Dollar (6,17 Milliarden Euro) auf 677,2 Milliarden (480,5 Milliarden Euro).
"Die starke Erhöhung der US-Reserven im Mai bedeutet nicht, dass China künftig weitere US-Anleihen kauft", sagte He Maochun, Direktor des Forschungszentrums für Wirtschaft und Internationale Beziehungen an der Tsinghua Universität in Beijing.
China hat bereits auf mehrfache Art und Weise versucht, ihre Abhängigkeit von der US-Währung zu schmälern. Seit Dezember hat China Währungsswaps im Wert von 650 Milliarden Yuan (67,15 Milliarden Euro) mit sechs Ländern und Gebieten, darunter Indonesien, Argentinien, und Weißrussland unterzeichnet. Außerdem ermutigt China Handelspartner dazu, grenzübergreifende Geschäfte in Yuan abzuschließen.
China hatte angekündigt, vom Internationalen Währungsfonds Anleihen im Wert von 50 Milliarden US-Dollar in Form von Sonderziehungsrechten – die vom Währungsfonds verwendete Devisenrechnungseinheit – zu kaufen. Russland und Brasilien haben bereits je 10 Milliarden US-Dollar (7,10 Milliarden Euro) zugesagt.
"Es gibt keine Alternative zu US-Staatsanleihen, da sie vergleichsweise sicher sind", sagte He.
Li Lianzhong, Leiter der Wirtschaftsabteilung des zentralen Büros für Politikwissenschaft, sagte China solle die Devisenreserven vermehrt für den Kauf von Gold, Energie und Rohstoffquellen verwenden.
Li zitierte den hohen Anteil, den Gold an den Devisenreserven der Vereinigten Staaten, Italien, Deutschland und Frankreich hat, um zu verdeutlichen, dass der Goldanteil der chinesischen Reserve mit 1,6 Prozent zu gering ist. China solle während der Wirtschaftskrise Unternehmen und Technologien aus Übersee kaufen.
Die US-Regierung hofft darauf, dass China ihr 787 Milliarden US-Dollar (558 Milliarden Euro) teures Konjunkturprogramm finanziert. China äußerte jedoch Bedenken über die Zukunft der US-Wirtschaft und die Nachhaltigkeit der US-Investitionen: "Wir haben den Vereinigten Staaten eine enorme Menge an Kapital geliehen. Natürlich sind wir an der Sicherheit unserer Anlagen interessiert", sagte Chinas Premierminister Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz. "Offen gesagt mache ich mir Sorgen", sagte er.
Experten vertreten die Ansicht, dass China seinen Handelsüberschuss abbauen sollte, entweder durch mehr Importe oder durch stärkere Investitionen ins Ausland.
"Chinas Währungspolitik strebt ein Gleichgewicht von Währungszuflüssen und -abflüssen an. Im Moment dominieren jedoch die Zuflüsse", sagte Patrick Bennett, Experte der französischen Bank Société Générale für Devisenreserven in Asien.
Bennett glaubt, dass auch eine leichte Aufwertung des chinesischen Yuan die Währungszuflüsse verlangsamen und den Handelsüberschuss abbauen könne.
Quelle: China Daily
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