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| 06. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Im Juni war in Shanghai ein neues Appartmentgebäudes umgestürzt. Es wurde am Mittwoch abgerissen, während Wohnungseigentümer in der Nähe lautstark forderten, entschädigt zu werden.

Das unvollendete Gebäude – eins von insgesamt elf Klonen des umstrittenen Lotus Riverside Komplexes in Shanghais teurem Aufsteigerbezirk Minhang – war am 27. Juni unvermittelt umgefallen. Ein Wanderarbeiter kam ums Leben. Beinahe 500 der 620 Wohneinheiten des Komplexes waren zu einem Durchschnittspreis von 14.300 Yuan (1455 Euro) pro Quadratmeter verkauft worden.
Am 31. Juli, nur vier Tage nach dem Unglück, hatte der Shanghaier Immobiliengigant Vanke, das Abwickeln der Kompensation, des Baus und des Verkaufs der zehn verbleibenden Gebäude übernommen. Den geprellten Eigentümern wurden folgende Kompensationspläne nahegelegt: So sollen sie entweder mit der Differenz zwischen dem Kaufpreis bei Vertragsunterzeichnung und dem Marktpreis am Tag des Unglücks entschädigt werden oder alternativ eine andere Wohnung in den verbleibenden zehn Gebäuden bekommen.

"Wie viel genau wir zurückbekommen oder welche Wohnungen wir stattdessen in den anderen Gebäuden wählen können, haben sie uns natürlich nicht gesagt", meint Wang Laiyun, ein Betroffener ärgerlich. Ein Mann namens Zhao, der im Gebäude nebenan eine 100-Quadratmeter-Wohnung gekauft hatte, meint: "Das kollabierte Gebäude ist das Beweismittel für die schlampige Arbeit. Wie können sie es abreißen, bevor der Fall geklärt wurde?" Er und andere wollen nun wissen, ob „unsere zehn Gebäude überhaupt sicher“ sind.
Eine Untersuchung besagt, dass ausgehobener Boden, der direkt neben dem Gebäude aufgefahren wurde sowie das gleichzeitige Ausheben der Baugrube einer Tiefgarage das Gebäude haben umstürzen lassen.

Laut Aussagen der Regierung von Shanghai sollen nun 13 in den Kollaps verwickelte Personen, darunter der größte Anteilseigner des Entwicklers Shanghai Meidu Real Estate Development Company vor Gericht gestellt werden. Werden sie verurteilt, drohen ihnen bis zu sieben Jahre Gefängnis.
Acht andere Personen, inklusive der Eigentümer der Firma, die die Baustellensicherheit (unzureichend) überwachte sowie der Eigentümer der die Erdarbeiten ausführenden Firma wurden mit Geldbußen belegt, gefeuert oder ihnen wurde einfach die Berufslizenz aberkannt.
Die Baufirma Nr. 7 der Shanghai Construction Group fuhr gestern in den Komplex ein, um den Unglücksort „für zukünftige Bauaktivitäten freizumachen“, wie es in einer Stellungnahme der Regierung des Bezirks Minhang hieß.
Quelle: China Daily
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