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09. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Klimawandel

Milliardenanteil von Konjunkturpaket fließt in Emissionsreduzierung

China und andere Entwicklungsländer fordern von den entwickelten Ländern eine starke Reduzierung ihrer Kohlendioxidemissionen. Doch auch China selbst ist bereit, einen beeindruckenden Teil seines Konjunkturpakets für den Kampf gegen den Klimawandel einzusetzen, nämlich ganze 15 Prozent.

 
 Yu Qingtai  

Über 15 Prozent des Konjunkturpakets Chinas in Höhe von vier Billionen Yuan (587 Milliarden US-Dollar), fließen bis Ende 2010 in die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen, gab der Beauftragte Chinas für die Klimaverhandlungen und Botschafter Yu Qingtai am Donnerstag bekannt. China versuche, der globalen Erwärmung aktiv und gewissenhaft zu begegnen, so der Botschafter.

Dies ist das erste Mal, dass die Regierung bekannt gegeben hat, dass Gelder aus dem Konjunkturpaket, das im vergangenen Jahr beschlossen worden war, für Umweltinitiativen eingesetzt werden. Und Chinas Einsatz hat internationale Anerkennung gewonnen. Der Anteil des Konjunkturpakets für den Kampf gegen den Klimawandel sei sehr beeindruckend, selbst im Vergleich zu entwickelten Ländern, meint Dennis Pamlin von der Weltumweltorganisation WWF.

Yu erklärt, einige entwickelte Länder gäben nur Lippenbekenntnisse ab, würden jedoch nicht konkret im Kampf gegen den Klimawandel handeln. Er rief diese Länder auf, mindestens 40 Prozent ihrer Kohlendioxidemissionen bis 2020 auf das Niveau der 1990er Jahre zu reduzieren. Yu fährt fort, er sei optimistisch, dass die in Kürze stattfindenden Verhandlungen zu einem neuen Abkommen gegen den Klimawandel führten, doch die entwickelten Länder hätten den Prozess durch das Versäumnis der Festlegung eines Emissionsziels verlangsamt.

Teilnehmer an der UN-Konferenz in Kopenhagen im Dezember werden versuchen, eine Vereinbarung über ein Abkommen zu erreichen, das das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Begrenzung der Treibhausgase ersetzt. Das Protokoll läuft 2012 aus. "China ist entschlossen, Versprechen zu bekommen, und wir hoffen wirklich, dass die entwickelten Länder sofort und konkret handeln, und nicht nur reden", so Yu, bevor er am Freitag nach Bonn zur nächsten Runde der Gespräche zum Klimawandel aufbrach, die im Vorfeld des Klimagipfels in Kopenhagen stattfindet.

Die Nachrichtenagentur AP berichtete, dass China und weitere Entwicklungsländer wollten, dass die entwickelten Länder ihre Emissionen um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 reduzieren, doch die USA meinen, dies sei nicht realisierbar. Eine Klimaerklärung, die noch vom US-Senat genehmigt werden muss, weicht weit von diesem Ziel ab. Yu sagt, die Entwicklungsländer, insbesondere Indien, bestünden darauf, dass das Ziel erreicht werde. Er meint, entwickelte Länder sollten nicht nur Ziele zur Emissionsreduzierung setzen, sondern bereit sein, Technologie an Entwicklungsländer zu übergeben.

"Ein Mangel an politischer Bereitschaft ist die fundamentale Ursache für das langsame Voranschreiten der Klimagespräche bei der Suche nach einer Einigung, die das Kyoto-Protokoll ersetzt", so Yu. China sei niemals vor seinem Ziel zurückgeschreckt oder habe sein Tempo bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung reduziert, selbst bei Beginn der Finanzkrise nicht, so Yu. China werde 210 Milliarden Yuan seines Konjunkturpakets in Energiesparung, Schadstoffemission und Umweltverbesserung stecken. Weitere 370 Milliarden Yuan würden in technologische Verbesserungen und industrielle Restrukturierung von energieverbrauchenden Fabriken des Landes fließen.

Pamlin vom WWF erklärt gegenüber China Daily, dass China auf dem richtigen Weg sei, um der Herausforderung der globalen Erwärmung zu begegnen. "Alle Bemühungen seitens China zeigen, dass das Land bei seinem wirtschaftlichen Aufstieg nicht in die wenig nachhaltigen Fußstapfen des Westens getreten ist", so er.

Quelle: China Daily

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