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13. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Familienplanung

Ein-Kind-Politik Chinas in der Kritik

Obwohl China noch immer an seiner Ein-Kind-Politik festhält, gibt es immer mehr Gelehrte, die eine Abkehr davon fordern. Der Grund ist, dass es bald zu wenige Arbeitskräfte gibt und die jungen Menschen ihre Eltern nicht mehr versorgen können.

Wenn der Büroangestellte Lin Xu jeweils am Morgen versucht, sich in einen überfüllten Bus reinzuzwängen, dann fragt er sich manchmal, was an der Ein-Kind-Politik in China falsch sein soll. Diese war in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeführt worden. Sie hat die Menschen ermutigt, später zu heiraten und hat außerdem die Höchstzahl der Kinder von den meisten Stadtbewohner auf eins limitiert. Die meisten Paare auf dem Land dürfen aber zwei Kinder bekommen. Die Staatliche Kommission für Familienplanung schätzt, dass ohne diese Beschränkung die Bevölkerung Chinas heute etwa 1,7 Milliarden Menschen betrage. Das wären etwa 400 Millionen Menschen mehr als heute in China leben.

Aber China muss für diese Politik auch seinen Preis zahlen. Vor kurzem hatten die alternde Arbeiterbevölkerung und schwere soziale Probleme in Shanghai dazu erwogen, die Paare, welche zwei Kinder haben dürfen, dazu zu ermutigen, diese auch zu bekommen. Dies hatte zu weitreichenden Spekulationen über einen Wechsel der Politik geführt. Die Behörden weigern sich zwar, einen Kommentar zu einem möglichen Kurswechsel zu geben. Doch einige Gelehrte treten öffentlich für einen Wandel ein, denn ihre Befürchtungen, so argumentieren sie, sind durchaus real.

In China hat jedes Paar im Durchschnitt zwischen 1,6 bis 1,7 Kinder. Dies ist eine Fruchtbarkeitsrate, wie sie so schon seit rund 17 Jahren besteht. Doch um die Bevölkerungszahl zu erhalten, braucht es 2,1 Kinder pro Paar, sagt Wang Guangzhou, Professor bei der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.

Bleibt die Rate so niedrig, dann wird die werktätige Bevölkerung nach 2025 jedes Jahr um zehn Millionen schrumpfen. Die Zahl der jungen Menschen zwischen 20 und 24 würde innerhalb von zehn Jahren um einen Viertel schrumpfen. Dies schätzt Zeng Yi, ein Bevölkerungsökonom bei der Peking-Universität. "Junge Menschen in diesem Alter haben die meiste Energie, die höchste Produktivität und sind bereit, etwas zu lernen", sagte Ji Baocheng, Rektor der Volksuniversität von China. Deswegen war er auch vor kurzem mit der Bitte an die chinesischen Top-Politiker gelangt, die Familienplanung zu überdenken.

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Quelle: Xinhua

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