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| 13. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Gegner einer Lockerung hingegen argumentieren, dass der Verlust an Arbeitskräften mit künstlicher Intelligenz ersetzt werden könne. Doch das braucht seine Zeit – und die ist vermutlich knapp. Bereits seit 2004 fehlen im Perlflussdelta gut ausgebildete Fachkräfte. Rund ein Drittel der Betriebe klagen über Schwierigkeiten, genügend Leute zu finden, sagt Cai Fang, Leiter des Instituts für Bevölkerung und Arbeitswirtschaft unter der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften.
Einige Experten vermuten allerdings, dass der Grund für diese Knappheit eher darin liegt, dass es weniger passende Arbeiter auf dem Markt gibt. Der Hintergrund ist, dass seit den 1990er Jahren die Eltern ihre Kinder eher aufs College schicken und nicht mehr in Berufsschulen. Doch gerade Abgänger von Berufsschulen sind beliebt, denn sie haben praktische Erfahrungen und sind billiger.
Während manche Leute noch auf einen Überschuss an Arbeiter auf dem Land hoffen, heißt es in einem Bericht der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften, dass bereits drei Viertel der Dörfer keinen Überschuss mehr haben. Einige Gelehrte sind zudem besorgt wegen der hohen Lohnkosten in China. Der Professor Zeng Yi fürchtet gar, dass China hinter Indien fallen könnte, da dort die werktätige Bevölkerung bis in 20 Jahren doppelt so groß sein würde, wie die in China.
Aber das alles stört den 25-jährigen Büroangestellten Lin Xu nicht. Er ist ein Einzelkind. Für ihn bedeutet die schrumpfende Masse an Arbeitskräften etwas anderes, nämlich: "weniger Wettbewerb und daher mehr Jobangebote und ein höheres Einkommen". Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Ein anderes Problem, so Mu Guangzong von der Peking-Universität, sei, dass die Einzelkindpaare nicht in der Lage sein werden, ihre alternden Eltern zu unterstützen. Dies sieht auch Lin. Seine Großmutter kann seit zehn Jahren nicht mehr laufen. Deswegen hat seine Mutter zusammen mit ihren Geschwistern für sie eine Babysitterin eingestellt. Dabei übernimmt jedes der Kinder einen Teil der Lasten. "Was, wenn meine Eltern einmal so bedürftig werden?", fragt sich Lin besorgt.
Chinesen versorgen ihre Eltern normalerweise durch die Familienvorsorge. Dies ist eine Art der letzten Pietät. Doch für ein Paar, das aus zwei Einzelkindern besteht, ist dies eine gewaltige Belastung: Dann müssen sich zwei Leute um vier Menschen kümmern. Die Beträge, die aus einer Pension kommen, reichen in der Regel kaum. "China wird alt bevor es reich wird", fürchtet Ji Baocheng. "Das Sozialsicherheitssystem ist dafür nicht bereit."
Quelle: Xinhua
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