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| 16. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
China hatte 2007 im Rahmen von provisorischen Regelungen für die Olympischen Spiele ausländischen Journalisten beispiellose Recherchebedingungen gegeben. Diese Maßnahmen sollen nun erweitert werden: Bei Ministerien darf keine Abweisung ausländischer Journalisten erfolgen.

Regierungsministerien werden in einer neuen dazu aufgefordert, besseren Zugang für ausländische Journalisten zu gewähren, gab ein ranghoher Vertreter der Informationsbüros des Staatsrats (SCIO) bekannt. "Im Rahmen der Maßnahme müssen die Ministerien Personen einsetzen, die Anrufe und Interviewgesuche von ausländischen Medien bearbeiten und die innerhalb von 24 Stunden oder der festgelegten Zeit eine Antwort geben müssen, unabhängig von dem Ergebnis", so Guo Weimin, Direktor der Presseabteilung des SCIO, gegenüber China Daily in einem Exklusivinterview. "Es bedeutet nicht, dass alle Anwärter akzeptiert werden, doch wir müssen den Medien sagen, wie wir es handhaben, so dass sie es verstehen können", so er.
China hatte 2007 im Rahmen von provisorischen Regelungen für die Beijinger Olympischen Spiele 2008 ausländischen Journalisten beispiellose Recherchebedingungen gegeben. Die Regierung befreite beispielsweise Journalisten von den problematischen Prozeduren, eine Erlaubnis für Interviews von Lokalregierungen zu bekommen; anstelle dessen benötigten sie nur das Einverständnis der zu interviewenden Person. Sie hat außerdem das Verbot gegen die Anheuerung von chinesischen Bürgern aufgehoben, bei der Reportage zu helfen. Diese Änderungen wurden nach den Spielen beibehalten.
Die Änderungen wurden sehr von den über 700 ausländischen Journalisten, die in China arbeiten, begrüßt. Bislang haben die Reformen hauptsächlich Wirkung bei Ministerien, die besonders für die Medien von Interesse sind, insbesondere das Gesundheitsministerium, das Bildungsministerium und das Ministerium für öffentliche Sicherheit genauso wie auch das SCIO selbst, so Guo. "Wir hoffen, dass alle Ministerien die Interaktion der ausländischen Medien begrüßen", so der Direktor. "Wenn Anrufe an die Ministerien unbeantwortet bleiben oder wenn unfreundlich geantwortet wird, können sich die Journalisten bei uns beschweren."
Guo fährt fort, das SCIO versuche außerdem, Lokalbeamte und Pressebeamte, von Provinzebene bis zur Kreisebene, auszubilden, die Arbeit von ausländischen Medien zu akzeptieren und zu unterstützen. Lokalregierungen würden gebeten, relevante Quellen und Basisinformationen zu nennen, wenn die ausländischen Medien um Hilfe bäten, so Guo. Alle Ministerien und Provinzen seien aufgefordert, ausländischen Medien und Medien aus Hongong, Macao und Taiwan zu erlauben, an ihren Pressekonferenzen teilzunehmen.
Beijings offene Haltung bei der Berichterstattung über die Unruhen in Urumqi, der Hauptstadt des Autonomen Uigurischen Gebiets Xinjiang, im Juli reflektiert die Veränderungen in Chinas Medienpolitik, so Guo. Einen halben Tag, nachdem die Situation in Urumqi sich beruhigt hatte, wurde in der Stadt eine Pressekonferenz abgehalten, auf der Filmmaterial bereitgestellt wurde, während alle ausländischen Journalisten aus Beijing benachrichtigt wurden, dass unmittelbar ein Flug nach Xinjiang möglich sei.
Der Direktor gab jedoch zu, dass er immer noch Beschwerden von ausländischen Medien bekomme, und zwar von langweiligen Pressekonferenzen bis hin zu Störungen bei lokalen Interviews. Das SCIO versuche, die Lokalregierungen dazu zu bekommen, kritische Berichte von ausländischen Medien, die nicht die Absicht der Schädigung haben, zu akzeptieren. "Und ausländische Journalisten können Informationsbüros von Lokalregierungen anrufen, wenn sie Schwierigkeiten haben. Die Probleme werden ordnungsgemäß behandelt, solange ihre Interviews vernünftig und legal sind. Ausländische Journalisten sind sicher bei der Arbeit in China." China meine diese neue Haltung ernst, da man sich im Klaren sei, dass sie zu objektiveren Berichten über das Land führe, so Guo.
Phil Smith, Chef des Nordasienbüros der Nachrichtenagentur Reuters, erklärt, die Maßnahme sei gut für "die Belange eines jeden". Der Medienveteran fährt fort, er erwarte nicht, dass die geschäftigen Behörden alles stehen und liegen ließen, um sich um Interviews zu kümmern, doch die Bemühungen des SCIO, Ministerien zu überzeugen, Bitten um Interviews regulär zu behandeln, würden mit Sicherheit Beifall ernten. "Es wird auch zu mehr Transparenz und Offenheit führen, und vielleicht auch zu einem neuen Verhältnis zwischen der ausländischen Presse und den Ministerien. Alles, was unsere Arbeit wirklich erleichtert, wird sich verbessern", meint er.
Der Chef des Beijinger Büros der japanischen Medien, der gemäß den Regeln seiner Organisation anonym blieb, erklärte, dass man in der Vergangenheit auf Probleme gestoßen sei, wenn man Interviews in China durchführen wollte. "Ein transparenteres China wäre gut für das Image des Landes unter Journalisten in der ganzen Welt, da die Politik und Wirtschaft des Landes der Fokus in aller Welt geworden sind", meint er.
Cheng Mei, Professor für Kommunikation an der Renmin-Universität China, erklärt, die Erlaubnis, an Pressekonferenzen in chinesischen Provinzen teilzunehmen, würde die Fähigkeit von Lokalbeamten testen, auf scharfe Fragen von ausländischen Journalisten zu antworten. "Dies würde dazu beitragen, dass Beamte in unteren Ebenen die lokale Situation genau verstehen, bevor sie ausländischen Medien antworten", so Cheng.
Quelle: China Daily
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