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| 21. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Wenn im kommenden Jahr Millionen Gäste nach Shanghai zur Expo 2010 strömen, soll es keine Strassenschilder mehr in "Chinglish" geben. Helfen sollen dabei sprachkundige Freiwillige und ein neu gegründetes Komitee.
Die Stadt Shanghai beginnt im kommenden Monat seine nächste Phase beim Kampf gegen öffentliche Schilder in "Chinglish". Das Kunstwort setzt sich zusammen aus "Chinese" und "English" und bezeichnet eine chinatypische fehlerhafte Art des Übersetzens. Der Hintergrund der Kampagne ist, wie Beamte gestern bekannt gaben, dass für die Weltausstellung 2010 Millionen von ausländischen Besuchern erwartet werden. Ihnen solle eine "intelligente sprachliche Landschaft" begegnen.
Möglich machen sollen dies Studenten, die sich als Freiwillige zur Verfügung stellen. Sie sollen durch die Stadt ziehen und die Übersetzungen an öffentlichen Plätzen auf Fehler durchsehen, sagte das Shanghaier Spracharbeitskomitee gestern. Auch solle eine Website online geschaltet werden, auf der das Komitee Hinweise auf weitere Fehler entgegen nimmt. Dann werden Schilder wie "disabled lift" in der Nähe von Fahrstühlen oder "enter the mouth" bei Strasseneinfahrten bald nicht mehr zu sehen sein. "Wir sind auf die Sprachkenntnisse der Studenten angewiesen", sagte Zhang Ripei vom Komitee. "Die meisten Studenten haben ein gutes Englisch. Sie werden eine gute Inspektionskraft sein."
Lokale Universitäten sollen zusammen mit den Bezirksverwaltungen zusammenarbeiten, um die schlecht übersetzen Strassenschilder zu ersetzen. Sobald die Freiwilligen irgendwelche sprachlichen Pannen entdecken, wird das neue Amt die zuständigen Behörden damit beauftragen, die Schilder auszuwechseln. Alle Erneuerungen sollen auf einem Standardwerk der englischen Sprache basieren, das nun zur öffentlichen Anhörung aufliegt und das bis nächsten Monat abgeschlossen wird. Daraus entsteht dann ein 10-bändiges Buch, das in die grundlegenden Regeln der Übersetzungskunst einweisen soll und darüberhinaus die üblichen englischen Begriffe aufzählt, die beim öffentlichen Transport, im Gesundheitswesen, im Tourismus, in der Gastronomie oder in anderen Unternehmen gebräuchlich sind. Die Stadtbehörden ermutigen zum Gebrauch der Sprachführer, aber sie wollen niemanden bestrafen, der etwas falsch macht.
Öffentliche Schilder sind unter der Koordination der Behörden leicht auszutauschen. Schwieriger werde es bei privaten Firmen, die schlecht geschriebene Schilder aufgehängt haben, glauben die Behörden. "Dabei degradiert Chinglish das Ansehen eines Unternehmens", ist Zhang überzeugt. Machmal könne es sogar schaden. Als Beispiel nennt er ein Hotel in der Nähe des Hongqiao Flughafens, das sich Hang You Hotel nannte. Hinter dem chinesisch anmutenden Namen verbirgt sich für Leute, die Englisch verstehen, die Drohung, jemanden zu erhängen. Nach Hinweisen von Einheimischen habe das Hotel seinen Namen schliesslich in "Home Yo" abgeändert.
"Es ist schwierig, einen Übersetzungsstandard zusammenstellen, der alles umfasst, da unterschiedliche Orte verschiedene Sprachstile haben", sagt Chai Mingjoing, ein Professor der Shanghai International Studies University. Er hat bei der Schaffung des Standardwerks mitgewirkt. "Aber offensichtliche Fehler und Chinglish sollten vermieten werden."
Kurz vor den Olympischen Spielen 2008 hatte auch Beijing eine ähnliche Aktion gestartet. "Solche Aktionen vor grossen Events helfen dabei, die gesamte Sprachumgebung einer Stadt zu verbessern", so Chai.
Quelle: Shanghai Daily
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