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| 21. 08. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Nachdem sieben Chinesinnen aus einer Lackfabrik dauerhafte Lungenschäden erlitten haben, wird erstmals in einem Bericht die Gefahr der Nanotechnologie für den Menschen aufgezeigt. In den Farben der Fabrik wurden Nanopartikel genutzt, und die Frauen arbeiteten ohne Atemschutz.
Sieben junge Chinesinnen haben dauerhafte Lungenschäden erlitten, und zwei von ihnen starben später an den Folgen, nachdem sie monatelang ohne Atemschutz in einer Lackfabrik, in der Farben mit Nanopartikeln genutzt wurden, gearbeitet hatten, berichten chinesische Wissenschaftler.

Nanotechnologie ist die Wissenschaft extrem winziger Teilchen. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter, und Nanopartikel befinden sich im Bereich zwischen einem und 100 Nanometern. Abgesehen von der Medizin wird die Technologie bei Produkten wie Sportartikeln, Reifen und Elektrogeräten genutzt und wird bis 2015 schätzungsweise einen Markt von jährlich rund einer Billion US-Dollar (704 Milliarden Euro) generieren. Nanotechnologie wird außerdem in Sonnenschutz, Kosmetika, Lebensmittelverpackungen, Kleidung, Desinfektionsmitteln, Haushaltsgeräten, Oberflächenbeschichtungen, Farben und Außenmöbellack genutzt, so Experten.
In dem Bericht wird erstmals die Gefahr der Nanotechnologie für Menschen aufgezeigt, obwohl Tierversuche an Ratten bereits gezeigt haben, dass Nanopartikel in Lungenschäden resultieren. "Die Fälle haben die Besorgnis erregt, dass Menschen, die dauerhaft ohne Atemschutz Nanopartikeln ausgesetzt sind, schwere Lungenschäden erleiden könnten", so Wissenschaftler. "Wegen ihres winzigen Durchmessers können sie die natürlichen Barrieren des Körpers durchdringen, insbesondere bei Kontakt mit verwundeter Haut, oder durch Einatmen oder Schlucken."
In einem Artikel im European Respiratory Journal erklären die Wissenschaftler, dass die sieben Frauen fünf bis 13 Monate lang in einer Fabrik, die nicht mit Namen genannt wurde, gearbeitet hätten, in der sie Styropor mit Farbe besprüht hatten, bevor sie an Atembeschwerden erkrankten und Ausschlag an Gesicht und Armen bekamen.
Das Forschungsteam wurde von Song Yuguo von der Abteilung für Arbeitsmedizin und klinische Toxikologie am Krankenhaus Chaoyang in Beijing geleitet. Die Ärzte fanden heraus, dass die Frauen extrem viel Flüssigkeit in den Hohlräumen um ihre Lungen und um das Herz herum hatten, was Atem- und Herzbeschwerden verursache. Untersuchungen des Lungengewebes und der Flüssigkeit hätten ergeben, dass sich Nanopartikel mit einem Durchmesser von 30 Nanometern darin befanden – Nanopartikel derselben Größe wurden später in Material gefunden, das in der Fabrik, in der die Frauen gearbeitet hatten, verwendet wurde.
Quelle: Shanghai Daily
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