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27. 08. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Gerechtigkeit des Gesetzes

Mann wurde verhaftet, weil er Gerüchte über Chinas Justiz verbreitete

Hu Bin vor der Verhaftung (links) und beim Verhör

Das Gerücht wurde später auf einen Forumbeitrag mit dem Titel "Komisch, dass der verhörte Hu Bin ein Ersatzmann ist" zurückverfolgt. Nach den Angaben der Polizeibehörde von Ezhou wurde dieser Beitrag gerade von Xiong Zhongjun am 21. Juli mit einem Internetnamen "Liu Yiming" veröffentlicht. Danach habe Xiong acht Artikel geschrieben, in denen er die Geschichte vom Umtausch des Verhörten erfunden habe, berichtet das Polizeiamt.

Dies löste nun aber erneut eine Debatte aus, ob der "Gerüchtmacher" verhaftet werden soll. Berichte der Tageszeitung Beijing News zufolge sprachen viele Netizen in Foren und in ihren Kommentaren zu entsprechenden Meldungen von der Unschuld von Xiong. "Seine Aussage und der Verdacht beeinträchtigen die öffentliche Ordnung überhaupt nicht," meinte ein Internetnutzer, "Chinas Justiz soll sich bei ihm sogar bedanken. Warum wurde er verhaftet?" fragte ein Blogger. Auch ein Rechtsanwalt mit dem Namen Shen Bin in Shanghai hat sich für Xiong ausgesprochen. Dabei äußerte er, dass der Verhaftete tatsächlich nur einen "vernünftigen Verdacht" formuliert habe. "Gerücht bedeutet eine erfundene Tatsache," erklärte Shen, „Xiong Zhongjun hat nur auf Grund der Änderung des Aussehens von Hu Bin eine Analyse gemacht und ist damit zur seiner eigenen Schlussfolgerung gekommen. Wenn seine Beurteilung auch falsch ist, hat er kein Gerücht gemacht, sondern nur einen Verdacht formuliert," meinte der Rechtsanwalt.

Jedoch sind manche Leute der Meinung, dass Xiong in seinen Artikel eine zweifelhafte Ausdrucksweise verwendet habe. Dies sei unverantwortlich und gehöre eher zu Gerüchtverbreitung. Ein Internetnutzer "Wang Ershan" meinte sogar, dass Xiong unzufrieden mit der Gesellschaft sei und reiche Leute nicht ausstehen könne. Sein Artikel sei nichts anders als eine Rache an den Reichen und der Gesellschaft. In einem Xinhua-Artikel hieß es, dass das Verhalten von Xiong auch die chinesische Justiz provozieren wolle. "Es kann nicht geduldet werden, dass man im Internet Gerüchte verbreitet," meint der Artikel.

Viele Netizen fordern die Polizeibehörde derzeit auf, detailliert zu erklären und zu beweisen, wie Xiong mit seinen Artikeln die öffentliche Ordnung gestört hat. Darauf hat die Polizeibehörde der Stadt Ezhou noch immer nicht reagiert. Ein Beamter von der Polizeibehörde in Ezhou teilte allerdings mit, der Befehl, Xiong in Haft zu nehmen, sei von der Polizeibehörde der Stadt Hangzhou erteilt worden. Nun habe das Ezhouer Polizeiamt noch keine neue Mitteilung erhalten und würde die Fragen der Netizen nicht beantworten, berichtet Beijing News.

Der 29-jährige Xiong ist einer seiner Freunde zufolge ein freiberuflicher Schriftsteller, der in Meldungen von Xinhua jedoch als Arbeitsloser bezeichnet wird. Früher habe er für einen Magazinverlag als Korrespondent in der Stadt Shenzhen gearbeitet. Wegen seines reifen Schreibstils seien seine Artikel mehrmals von unterschiedlichen Medien benutzt worden. Er könne außerdem Gedichte schreiben, teilte der Freund mit. Ein Webseiteredakteur hat nach Durchlesen seines Blogs erklärt, Xiong habe unterschiedliche Artikel zu Politik, Wirtschaft, Kultur sowie anderen Bereichen geschrieben und viele Kommentare sind von andern Medien weitergeleitet worden, berichtet Beijing News.

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Quelle: Xinhua/ Chinanews/ Beijing News

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