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04. 09. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Autofreier Tag

Fahrräder gehen im Zeitalter des Autos unter

China war einst das Königreich der Fahrräder – doch das Zeitalter des Autos lässt den gesunden Habitus des Fahrradfahrens aussterben. Der Autofreie Tag am 22. September in mehreren Städten Chinas ist eine Maßnahme, die die Bürger an die Tugend der Benutzung des "grünen" Fortbewegungsmittels erinnern lassen sollen.

China war einst das Königreich der Fahrräder – doch das Zeitalter des Autos lässt den gesunden Habitus des Fahrradfahrens aussterben. Rund 40 Prozent der Beijinger hatten im Jahr 2000 noch das Fahrrad als primäres Fortbewegungsmittel genutzt. Heute fahren weniger als ein Viertel der Bewohner der Hauptstadt Fahrrad, belegen Statistiken des Ministeriums für Wohnung und Städtebau.

Das Ministerium signalisiert mit den Statistiken zweierlei: Einerseits untermauert es seinen Aufruf an die Chinesen, am 22. September, dem "Autofreien Tag", zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu benutzen. Andererseits versucht es auch, seinen Einfluss auf die Unternehmer geltend zu machen, Fahrrad-freundliche Wohnungen und Häuserkomplexe zu bauen. "Vor dem Hintergrund der Energieknappheit und den vielen Staus auf den Straßen rufen wir die Menschen dazu auf, am Autofreien Tag zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad anstatt des Autos zu benutzen", so Liu Jiaming, Direktor der Abteilung für Stadtentwicklung bei dem Ministerium, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Ziel des Autofreien Tags ist es, gesunde und umweltfreundliche Wege der Fortbewegung zu verbreiten. Bislang haben 112 Städte ihre Bewohner ermutigt, "grüne” Fortbewegungsmittel zu wählen. Hong Kong werde sich eventuell an der Autofreiheit beteiligen, um seine Luftqualität zu verbessern, berichtete Chinanews.com vergangene Woche. Doch die Wiederbelebung des vergessenen Brauchtums ist ein schwieriges Unterfangen. Staus und schlechte Luftqualität haben sich trotz des Erfolgs der beiden vorigen Events nicht verbessert. Insgesamt 110 Städte hatten sich 2007 daran beteiligt, und 112 im vergangenen Jahr.

Das Ministerium ruft in diesem Jahr zu einer noch größeren Beteiligung auf. "Zwar wird es keinen sofortigen Einfluss auf die Umwelt oder auf die Gewohnheiten der Leute haben, aber Autofreie Tage können das Bewusstsein der Menschen für ihre Fortbewegungsmethode erhöhen. Zu Fuß gehen und Fahrradfahren sind die besten Methoden, sowohl für den Körper als auch für die Umwelt", so Liu.

Im allgemeinen sei das Fahrrad mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 11 bis 14 Kilometern pro Stunde die effektivste Methode, meint Li Bingren, Chefökonom bei dem Ministerium. Luftverschmutzung und Staus, die von der rasant ansteigenden Zahl der Privatautos und dem unzureichenden Management für Fahrradwege herrühren, hinderten eine gesunde Entwicklung des Landes und beeinträchtigten die Lebensqualität der Bewohner, ergänzt er. Die meisten Städte planten am 22. September, Teile ihrer Stadtzentren zwischen 7 Uhr und 19 Uhr in verkehrsfreie Zonen umzuwandeln, um die Leute zu ermutigen, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, so das Ministerium.

Der Absatz von Autos übertraf im Januar in China die Zahlen der USA mit insgesamt 735.500 verkauften Autos. China hat sich diesen Rang auch in den folgenden sechs Monaten bewahrt, belegen Statistiken der Chinesischen Vereinigung für Autohersteller. Über 20 Prozent des Energieverbrauchs des Landes rühren vom Verkehr, und Benzinemissionen von Fahrzeugen sind die größten Luftverschmutzer, besagen Zahlen des Ministeriums.

Quelle: China Daily

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