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06. 09. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Erwerbsmittel

Wanderarbeiter eröffnen Onlinegeschäfte

Immer mehr Bauern auf dem Land verkaufen ihre Produkte online über das Internet. Dies sichert ihnen gute Absätze und anständige Preise.

Zhong Zhihua konnte seinen Beruf drei Mal in einem Jahr wechseln – erst war er ein Wanderarbeiter, dann ein Bauer und jetzt ein Bauer mit Onlineshop. Der 27-Jährige kündete seinen Beruf in einer Fabrik in der Küstenprovinz Guangdong Ende letzten Jahres, als die globale Finanzkrise auf die chinesische Volkswirtschaft überzugreifen begann. Als er in einer Elektronikfabrik im Bao’an Distrikt der Stadt Shenzhen arbeitete, wo er 2000 Yuan (rund 200 Euro) im Monat verdiente, surfte er in seiner Freizeit gerne im Internet und nutzte es auch ab und zu zum Einkaufen.

Nach einer Umfrage in seiner Heimatstadt im Landkreis Xishui in der Provinz Jiangxi sah Zhong eine Marktlücke bei einer der lokalen Spezialitäten, dem Tee, und begann mit der Planung eines Teeonlineshop. "Viele meiner Freunde hielten es für einen Witz. Es war auch wirklich sehr hart, da ich praktisch nichts über Onlinegeschäfte wusste", erzählte er. Sein Shop öffnete im Februar auf Taobao, Chinas größter Handelswebsite. Andere Bauern konnten ihren Tee auch über Zhong verkaufen und gaben ihm 20 Prozent Prämie. Er erzählte, wie erleichtert er sei, jetzt, da sein Geschäft stetig Wachse. "Manchmal verkaufe ich an einem Tag über 15 Kilogramm Tee, wobei ich 40 Yuan pro Kilo verdiene", erzählte er.

Zhong war nicht der einzige Wanderarbeiter, welcher in China mit seiner Erfahrung von der Großstadt nach der Rückkehr aufs Land ein Geschäft eröffnet hat: Zhang Xiaoping des Dorfes Nanping der Stadt Gao’an in der Provinz Jiangxi eröffnete einen Pfeffershop auf Taobao, nachdem er letztes Jahr seine Stelle in einer Fabrik in der Provinz Zhejiang verloren hatte. "Im frühen Juli, als der frische Pfeffer für nur einen halben Monat auf dem Markt erhältlich war, verkauften meine Dorfgenossen bereits über 20.000 Kilogramm Pfeffer durch meinen Shop, 50 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode, als mein Shop noch nicht bei den Bildern war", freute sich Zhang. Yin Xiaojian, Direktor des Forschungsinstitutes für Wirtschaft auf dem Lande der Jiangxi Provinzakademie der Geisteswissenschaften, sagte, dass der Erfolg der beiden Bauern kein Zufall gewesen sei. "Ihre Erfahrungen in der Stadt haben ihnen neue Horizonte eröffnet. Und die rasche Entwicklung der Kommunikationsinfrastruktur auf dem Lande gab den Ausschlag für ihren Erfolg", so der Forscher. Doch ein Onlinegeschäft vom Land aus zu eröffnen, ist nicht einfach. So sind beispielsweise die Supportleistungen für die technische Ausrüstung mehr als dürftig. "Nur wenige Computerverkäufer möchten Kilometerlange Bergstrassen entlang reisen, um ein Computerproblem zu lösen", erklärte Zhong.

Die Logistik behindert ebenfalls die Entwicklung. "Es gibt in unserem Dorf keine Lieferservices. Daher müssen wir alles, ob groß, ob klein, in die Stadt bringen, um es zu verschicken", so der Bauer. Auch der Internetzugang ist für viele Farmer noch immer relativ teuer. Die jährlichen Kosten betragen gemäß CNNIC derzeit 900 Yuan, während das durchschnittliche Einkommen pro Jahr in der Provinz Jiangxi 2008 bei 4697,2 Yuan lag. Wang Meizhen, ein Nationaler Volkskongressabgeordneter aus der Provinz Zhejiang, forderte mehr Unterstützung bei der Entwicklung des Onlinehandels in ländlichen Gebieten vor einer Tagung des Kongresses dieses Jahr. Yin meinte dazu: "Onlinegeschäfte helfen beim Verkauf landwirtschaftlicher Produkte und schaffen Jobs."

Quelle: China Daily

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