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| 10. 09. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Shanghai macht Schluss mit den illegalen Flyern, die man auf den Straßen und in der U-Bahn immer wieder sieht. Übeltäter, die nach einer zweimaligen Warnung per SMS an die angegebene Nummer keine Strafe zahlen, müssen mit einer Sperrung ihrer Nummer rechnen.
Wer durch die chinesischen Städte geht, stößt immer wieder auf sie: kleine Visitenkarten mit einer Telefonnummer und einer angebotenen Dienstleistung darauf. Häufig handelt es sich dabei um gefälschte Studentenausweise oder Ähnliches. Manchmal liegen diese Flyer auf der Straße, manchmal sind sie bei der Ubahn ans Fenster geklemmt. Gegen diese Unsitte versucht die Stadt Shanghai bereits seit einiger Zeit vorzugehen. Seit kurzem kann sie dank einer neuen Kampagne bereits erste Erfolge feiern.
Dabei gingen die Ordnungshüter seit diesem Jahr einen anderen Weg als bisher. Den Verantwortlichen drohen nicht nur Strafen, sondern ihnen wird auch die Telefonnummer gesperrt. Lässt jemand einen illegalen Flyer auf der Straße liegen, so erhält er per SMS zwei Mal die Aufforderung, innerhalb von 48 Stunden zu den zuständigen Behörden zu gehen, um dort eine offizielle Verwarnung und eine Strafe abzuholen, berichtete die chinesische Tageszeitung Shanghai Daily heute. Wer diese SMS ignoriert, dem wir innerhalb von zwei weiteren Arbeitstagen das Handy gekappt.
Bis Juli diesen Jahres gingen Warn-Nachrichten an 7739 Handynummern. Daraufhin kamen 5766 Übeltäter auf die entsprechende Polizeistation und erhielten eine Strafe von gesamthaft 590000 Yuan, wie die Shanghaier Behörde gestern mitteilte. Die Strafe für das illegale Verteilen von Werbeflyern liegt zwischen 50 bis 500 Yuan. In den sieben Monaten, seit die Kampagne läuft, wurden 7000 Telefonnummern gesperrt. In den meisten Fällen wurde dieSperrung jedoch wieder aufgehoben, nachdem die Besitzer der Nummern aufgetaucht sind und die Strafe bezahlt haben.
"Das SMS-System ist effektiver und auch billiger", sagte Liu Weiguang vom entsprechenden Amt. Dieses Jahr habe ihr Amt jeden Monat 1289 Fälle aufgedeckt. Davon hätten 22,7 Prozent bestraft werden können. "Viele Leute folgen unserer Einladung, weil ihre Telefonnummer wichtig fürs Geschäft und die sozialen Netzwerke ist", so Liu weiter.
Shanghai hatte bereits 2003 den illegalen Flyern den Kampf angesagt. Zuvor hatten die zuständigen Behörden jedoch lediglich regelmäßig die Nummern auf den Pamphleten angerufen. Dies hatte allerdings nur einen kleinen Effekt, da viele Nutzer einfach die Nummer der Behörde sperrten. Der Regierung kostete dieses System jedes Jahr rund 230000 Yuan. "Die Verwaltungskosten waren letztlich zu hoch und das System hatte zu wenig Wirkung", erklärte Liu weiter. Ebenfalls belohnt die Behörde nun alle Tipps, die bei der Bekämpfung des Problems helfen.
Quelle: Shanghai Daily
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