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11. 09. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Bildung

In China gibt es 243.000 unqualifizierte Lehrer

Am gestrigen Lehrertag in China wurde bekannt, dass fast eine Viertelmillion der chinesischen Lehrkräfte nicht den von der Regierung verlangten Bildungsstand besitzt. Glücklicherweise nimmt diese Zahl aber stetig ab.

Die Anzahl der unqualifizierten Lehrer, die an staatlichen Schulen unterrichten, sei im letzten Jahr gesunken, teilte ein hoher Beamter mit.

Die Zahl habe sich von Ende 2007 bis zum Ende 2008 von 300.000 auf 243.000 reduziert, sagte Guan Peijun, Direktor der Abteilung des Ministeriums für Lehrerausbildung, in einem Online-Interview mit poeple.com.cn am Donnerstag, dem 25. Nationalen Lehrertag..

Das Gesetz sieht vor, dass Grundschullehrer mindestens einen Schulabschluss besitzen müssen, Mittelstufenlehrer mindestens zwei oder drei Jahre die Universität besucht haben sollen und Oberstufenlehrer müssen einen Bachelor-Abschluss vorweisen.

"Dies ist ein wichtiges Zeichen, um die Qualität der Lehrkräfte in China als Ganzes zu verbessern," sagte Guan.

Da die Einschreibungen an Universitäten und Graduiertenschulen in den letzten zehn Jahren zugenommen haben, ist der Anteil an Lehrern mit einem erforderlichen und höheren Bildungsstand schnell gestiegen.

Rund 70 Prozent der Grundschullehrer in China hätten jetzt einen Universitätsabschluss und mehr als die Hälfte der Mittelstufenlehrer einen Bachelor-Abschluss, sagte er weiter.

Weniger Lehrkräfte auf dem Land

Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin einer Universität aus Peking mit dem Nachnamen Ye sagte, als sie damals vor zehn Jahren die Uni abschloss, hatten sie und ihre Studienkollegen eine gute Chance auf eine Stelle als Lehrer an einer Universität.

"Aber jetzt können nur noch Personen mir einem Master-Abschluss oder sogar PhD (Doktorgrad) eine Stelle an Universitäten bekommen. Mit einem Bachelor-Abschluss kann ein Hochschulabsolvent nur noch einen Job an einer Schule in der Stadt bekommen," sagte sie.

In den ländlichen Gebieten fehle es noch an gut ausgebildeten Lehrern, sagte Zhu Xiaoman, Direktorin und Vizepräsidentin der Chinesischen Gesellschaft für Bildung, zu China Daily.

Etwa 80 Prozent der Grundschullehrer und 70 Prozent der Mittelstufenlehrer arbeiteten auf dem Land, sagte sie.

Die Hochschulreform von 1994 gewähre den Hochschulabsolventen die Freiheit zu wählen, wo sie gerne arbeiten möchten, sagte sie weter. Und die meisten Menschen wollten in den Städten arbeiten und nicht in den ländlichen Gebieten.

"In den chinesischen Städten kommen vielleicht zehn Hochschulabsolventen auf eine Lehrerstelle. In den ländlichen Gebieten hingegen herrschen sehr viel härtere Lebensbedingungen und daher ist es schwierig junge, ausgebildete Menschen das Leben auf dem Land schmackhaft zu machen," erzählte sie.

Dem Ministerium zufolge, sind einige Lehrerstellen in ländlichen Gegenden unbesetzt. Fast 400.000 Vertretungslehrer, die meist keinen erforderlichen Abschluss besitzen, wurden eingestellt um an ländlichen Schulen zu unterrichten.

Da sie nicht als reguläre Lehrer eingestellt sind, tauchen sie in der Statistik über unqualifizierte Lehrkräfte nicht auf. Deswegen könnte Experten zufolge die Zahl der unqualifizierten Lehrer noch größer sein als die offizielle Statistik.

In den letzten Jahren hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Qualität der Lehrer auf dem Land zu verbessern. Darunter den Austausch von Lehrern zwischen ländlichen und städtischen Schulen, die Weiterbildung für ländliche Lehrer und die Anwerbung von Hochschulabsolventen, um auf dem Land zu arbeiten.

Zwischen 2006 und 2008 wurden 59.000 Hochschulabsolventen angeworben, um an 6.400 Schulen in 490 Bezirken zu arbeiten. Bezahlt werden sie von der zentralen Regierung.

Mindestens 70.000 Hochschulabsolventen würden in diesem Jahr für Stellen auf dem Land angeworben, sagte Guan.

Neue Problematik

Das Ministerium schloss auch einige Grundschulen und bat Schüler eine bessere Schule in einer Kreisstadt oder einem besiedelten Dorf zu besuchen, um ihnen bessere Lehrkräfte und Einrichtungen zur Verfügung zu stellen.

Aber Li Zhiren, ein Wissenschaftler bei der Chinesischen Gesellschaft für Bildung, sagte zu China Daily, dass die Maßnahme auch dazu geführt habe, dass einige Grundschüler die anderen Schulen nicht besucht hätten.

"Die kleinen Kinder haben entweder einen sehr langen Schulweg oder müssen eine Gebühr für die Nachtunterkunft bezahlen. Einige Familien können sich das nicht leisten und müssen ihre Kinder bitten, die Schule abzubrechen. Dies ist ein neues Problem, dass das Ministerium lösen muss," meinte er.

Quelle: China Daily

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