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23. 09. 2009 Druckversion | Artikel versenden| Kontakt

Bericht zeigt

Land an den Flussdeltas sinkt

Wegen der globalen Erwärmung und weil ausgesprochen viel Grundwasser verwendet wird, sinkt der Boden in den drei Flussdeltas in China. Dort leben Millionen von Menschen unter einem erhöhten Überschwemmungsrisiko, zeigte ein neuer wissenschaftlicher Bericht.

Die drei wichtigsten Flussdeltas Chinas sind bedroht.

Das Delta des Perlflusses, des Yangtse und des Gelben Flusses gehören zu den 33 Flussmündungen, die in einer Studie der Universität von Colorado untersucht wurden. Dabei kam heraus, dass sich bei 24 von ihnen der Erdboden senkt. Die drei genannten Deltas bedecken zusammen eine Fläche von rund 160.000 Quadratkilometer und fast 100 Millionen Menschen legen in den Gebieten um diese Deltas herum. "Die meisten der gefährteten Flussbecken befinden sich in den Entwicklungsländern Asiens. Aber es gibt auch solche in bereits entwickelten Ländern wie etwa die Rhone in Frankreich oder der Po in Italien", sagte Altert Kettner von der Universität gegenüber BBC.

Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass 85 Prozent der wichtigsten Flussdeltas in den letzten Jahren schwere Überflutungen gesehen haben. In den nächsten vier Jahrzehnten werde das Gebiet, das von Flutkatastrophen gefährdet ist, um weitere 50 Prozent zunehmen, denn das Land sinkt weiterhin und der Meeresspiegel steigt wegen des Klimawandels.

Die Wissenschaftler haben dabei Daten von verschiedenen Sateliten benutzt und verglichen diese mit historischen Aufzeichnungen und Messungen von den steigenden Meeresspiegeln, um so einen aussagekräftigen Bericht zu bekommen. "Diese Studie zeigt, dass es noch weitere von Menschen verursachte Faktoren gibt, welche den Erdboden in den Deltas schneller sinken lässt als es mit dem Meeresspiegel alleine erklärbar wäre", sagte er in dem BBC-Interview.

Chinesische Akademiker scheinen von den Resultaten nicht überrascht zu sein. "Neben den erwähnten drei Deltas sind auch diejenigen vom Liao-Fluss und vom Hai-Fluss auf unserer Liste. Sie alle haben das Problem, dass das Land sinkt und die Meeresspiegel steigen", sagte Han Mukang, ein pensionierte Professor der Peking Universität, der sich seit Jahrzehnen dieser Frage widmet, gegenüber China Daily. Am schlimmsten sei die Situation in Tianjin.

Trotzdem glauben einige Experten, dass das sinkende Land in den Deltas der drei Flüsse nicht so gefährlich ist. Liu Shouqi, von der Shanghaier Geological Society of China, sagte zu Chinanews, dass die Daten von Sateliten nicht so genau seien wie Beobachtungen auf dem Boden. Dabei zeigen Statistiken: Wenn der Grund einer Stadt um einen Millimeter sinkt, dann verursacht das wirtschaftliche Verluste in der Höhe von 200 Millionen Yuan. (etwa 20 Millionen Euro)

Daten aus dem Jahre 2003 zeigen, dass in Beijing fünf Gebiete sinken. Dabei sanken mehr als 2815 Quadratkilometer ummehr als fünf Zentimeter, wie Chinanews berichtete. In manchen Gebieten sank das Land sogar um über 72 Zentimeter. Experten rufen daher dazu auf, weniger Grundwasser zu benutzen.

Quelle: China Daily

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