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| 03. 10. 2009 | Druckversion | Artikel versenden| Kontakt |
Die Finanzkrise lastet noch immer schwer auf den ausländischen Arbeitsmärkten. Daher finden immer mehr Ausländer ihren Weg nach China, wo sie sich einen neuen Job suchen und ein neues Leben beginnen.
Nachdem der beste Job, den Mikala Reasbeck nach ihrem College Abschluss in Boston finden konnte, für 7 Dollar die Stunde in Teilzeitarbeit Pillen in einer Apotheke zählen war, wagte sie den drastischen Schritt und nahm im Februar ein Flugzeug nach Beijing, wo sie sich auf Jobsuche begab. Eine Woche, nachdem sie mit der Jobsuche angefangen hatte, hatte die 23-Jährige aus Wheeling im US-Staat West Virginia eine Vollzeitstelle als Englischlehrerin. "Ich suchte in ganz Amerika nach Jobs – es gab einfach keine. Und hier gibt es so viele" erzählte Reasbeck, die zwar kein Chinesisch spricht, aber freiwillige Helferin bei den Olympischen Spielen 2008 in Beijing war. In China sei es nicht so hart, Arbeit zu finden. Viele junge Ausländer wie Reasbeck kommen nach China, wo sie in der ihnen unbekannten aber weniger geschädigten Wirtschaft nach Arbeit suchen. Grund dafür ist die seit Jahrzehnten schlechteste Entwicklung der Jobmärkte in den USA, Europa und Teilen Asiens.
Viele erledigen nur einfache Arbeit wie Englisch zu unterrichten, was von chinesischen Geschäftsleuten und Studenten nachgefragt wird. Immer mehr arbeiten jedoch mit ihrem Wissen über Computer, Finanzen und andere Spezialgebiete. "China ist jetzt wirklich zum Land der unbeschränkten Möglichkeiten geworden, verglichen mit den Heimatländern der Immigranten. Viele von ihnen sind Universitätsabgänger, aber auch immer mehr Geschäftsleute, Unternehmer und Führungskräfte aus internationalen Unternehmen finden ihren Weg nach China", erklärte Chris Watkins, Manager für China und Hong Kong der MRI China Gruppe, einer Arbeitsvermittlungsagentur. In den letzten 18 Monten habe sich die Menge an Anfragen, die seine Unternehmung erhält, verdreifacht. Chinas Arbeitsmarkt wurde angeheizt durch das 4 Billionen Yuan (400 Milliarden Euro) schwere Konjunkturpaket der Zentralregierung in Beijing, welches zum Wachstum von 7,9 Prozent im letzten Quartal beigetragen hat. Im Quartal betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresperiode bereits 6,1 Prozent.
Ende 2008 hatten 217.000 Ausländer in China Arbeitsbewilligungen, im Jahr zuvor waren es erst 210.000, so das nationale Statistikbüro. Tausende weitere Ausländer haben temporäre Arbeitsvisa und verlassen das Land regelmäßig, um diese zu erneuern. Reasbeck erzählte, dass es zwei Monate gedauert habe, bis sie den Job in der Apotheke bekommen konnte. Sie schloss zuvor das Boston Emerson College mit einem Diplom fürs Schreiben, Literatur und Grafik ab und bewarb sich bei ganzen 50 Arbeitgebern im ganzen Land.
Quelle: China Daily
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